Zwei Münchner Projekte erhalten das URBACT Good-Practice-Label. Mit dieser Auszeichnung prämiert das EU-Förderprogramm URBACT nachahmenswerte lokale Initiativen aus ganz Europa, die zu einer lebenswerten, nachhaltigen und integrativen Stadt beitragen. Die BNE VISION 2030 der Stadt München sowie die Halle 2, das städtische Gebrauchtwarenkaufhaus, erhalten jeweils ein Label. Die Projektteams nehmen die Auszeichnung beim URBACT City Festival im April 2025 im polnischen Breslau entgegen. Mit den Good Practices möchte die Europäische Union den Wissenstransfer zwischen Städten anregen.
Die Bewerbungen hat der Fachbereich Europa und Internationales im Referat für Arbeit und Wirtschaft unterstützt. Aus ganz Europa hatten sich 249 Projekte aus 184 Städten und 32 Ländern beworben, 116 Projekte wurden Ende Oktober ausgewählt.
Clemens Baumgärtner, Referent für Arbeit und Wirtschaft: „Ich freue mich mit den beiden ausgezeichneten Münchner Teams von Halle 2 und BNE VISION 2030 und gratuliere herzlich. Europas Städte entwickeln sich nur gemeinsam weiter. Hierzu leistet das Good-Practice-Programm mit fundiertem Austausch und vielen Vernetzungsmöglichkeiten einen wertvollen Beitrag.“
Christine Kugler, Referentin für Klima- und Umweltschutz: „Wenn es um eine lebenswerte Zukunft geht, zählt das nachhaltige Handeln jedes*r Einzelnen. Deshalb freue ich mich sehr über die Auszeichnung der BNE VISION 2030 mit dem URBACT Good-Practice-Label. Sie bestätigt unseren Weg, Bildung für nachhaltige Entwicklung in allen Bildungsbereichen zu verankern, Menschen für nachhaltiges Handeln zu sensibilisieren und sie darin zu bestärken, selbst aktiv zu werden.“
Florian Kraus, Leiter des Referats für Bildung und Sport: „Bildung für Nachhaltige Entwicklung ist ein Schlüsselinstrument für die Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft. Mit unserem Handlungsprogramm BNE VISION
2030 verankern wir entsprechende Bildungsangebote in der Breite unserer Stadtgesellschaft. Die Auszeichnung mit dem URBACT Good-Practice-Label freut uns sehr und bestätigt uns in diesem langfristigen, partizipativen Engagement.“
Jacqueline Charlier, Kommunalreferentin und 1. Werkleiterin des Abfallwirtschaftsbetriebs München: „Die Halle 2 ist ein Vorzeigebeispiel dafür, wie Kreislaufwirtschaft in München gelebt wird. Mit unserem Gebrauchtwarenkaufhaus verbinden wir Ressourcenschonung mit sozialer Verantwortung und schaffen einen Ort, an dem Nachhaltigkeit für alle erlebbar wird. Die Auszeichnung mit dem URBACT Good-Practice-Label zeigt, dass wir mit unserem Zero-Waste-Konzept auf dem richtigen Weg sind. Mein besonderer Dank gilt dem engagierten Team der Halle 2 und dem Abfallwirtschaftsbetrieb München, die mit ihrem Einsatz diese Erfolgsgeschichte möglich machen und München ein Stück nachhaltiger gestalten.“
Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)
Unter Federführung des Referats für Bildung und Sport und des Referats für Klima- und Umweltschutz haben circa 150 Personen aus Verwaltung, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Bildungspraxis in einem partizipativen Prozess zwischen 2019 und 2022 eine umfassende Strategie für die strukturelle Integration von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in die Münchner Bildungslandschaft entwickelt. Das Ergebnis ist die BNE VISION 2030: ein Aktionsprogramm mit rund 350 Maßnahmen, das im Jahr 2022 vom Stadtrat beschlossen wurde und bis 2030 umgesetzt werden soll. Der aktuelle Umsetzungsstand der Maßnahmen ist unter http://www.pi-muenchen.de/bnevision2030 zu finden. Unterstützt wird die Umsetzung zum Beispiel durch öffentliche Veranstaltungen, Pilotprojekte und einen Newsletter. Durch die Integration von BNE in alle Bildungsbereiche von der frühkindlichen Bildung bis zur Erwachsenenbildung leistet München einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) und des UNESCO Programms „BNE für 2030 – Auf dem Weg zu den SDGs“ auf kommunaler Ebene.
Gebrauchtwarenkaufhaus Halle 2
Die Halle 2 ist das offizielle Gebrauchtwarenkaufhaus der Stadt München und ein zentraler Baustein ihrer Nachhaltigkeitsstrategie. Münchner Bürger*innen haben die Möglichkeit, gut erhaltene Gegenstände entweder direkt vor Ort oder auf einem der städtischen Wertstoffhöfe des Abfallwirtschaftsbetriebs München (AWM) abzugeben. In Kooperation mit sozialen und gemeinnützigen Organisationen werden insbesondere Elektrowaren geprüft, repariert und wiederverkauft. Alle gebrauchten Artikel finden ihren Weg zurück in die Nutzung über das Gebrauchtwarenkaufhaus im Münchner Westen, über den Pop-up Store, den mobilen Pop-up-Container oder bei saisonalen und quartiersnahen Aktionen der Halle 2.
Die Verkaufserlöse dienen zur Kostendeckung des Projekts und unterstützen die nachhaltige Weiterführung dieser wichtigen Initiative. Darüber hinaus bietet die Halle 2 Repair-Cafés, einen Kleinanzeigen-Kanal, Auktionen sowie Veranstaltungen an und sorgt mit einem virtuellen Einkaufsservice auch für die Teilhabe von Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Die Halle 2 steht exemplarisch für die Verbindung von Nachhaltigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung und zeigt, wie eine Kommune innovative Wege zur Ressourcenschonung und Müllvermeidung gehen kann. Weitere Informationen unter https://www.awm-muenchen.de/vermeiden/halle-2.
URBACT Good-Practice-Label
URBACT ist ein Förderprogramm für nachhaltige Stadtentwicklung, das durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung sowie die 27 EU-Mitgliedsstaaten, Norwegen und die Schweiz finanziert wird. München ist in der aktuellen Förderperiode mit den beiden Förderprojekten „Let‘s go circular!“ und „One Health 4 Cities“ beteiligt. In der Datenbank unter urbact.eu/good-practices werden die Preisträger ab 2025 ausführlich präsentiert. Mehr zu den Good Practice-Labels auf Deutsch gibt es unter https://urbact.eu/deutschland.