„Original Play“ an Münchner Kitas
Anfrage Stadtrats-Mitglieder Daniel Stanke, Markus Walbrunn und Iris Wassill (AfD) vom 10.9.2024
Antwort Stadtschulrat Florian Kraus:
Auf Ihre Anfrage vom 10.9.2024 nehme ich Bezug.
Sie haben Ihrer Anfrage folgenden Text vorausgeschickt:
„Bereits am 24.10.2019 berichtete die Sendung ‚Kontraste‘ über mehr als fragwürdigen Praktiken an deutschen Kitas. Es geht um das sog. ‚Original Play‘ nach Fred Donaldson. Beim ‚Original Play‘ handelt es sich um ein wissenschaftlich nicht fundiertes und umstrittenes Spielkonzept. Im Rahmen dieses Konzeptes ‚raufen‘ und ‚ringen‘ Erwachsene mit Kindern und Jugendlichen im ‚institutionellen Kontext‘. Diese Spielmethode ist nach Missbrauchsvorwürfen bundesweit verrufen und teilweise untersagt. Unter Anderem wird in diesem Beitrag erwähnt, dass Original Play vorranging u.a. auch in Münchner Kitas ‚gespielt‘ wird.“
Zu den von Ihnen gestellten Fragen kann ich Ihnen Folgendes mitteilen:
Frage 1:
In welchen Einrichtungen wurden solche Spiele praktiziert?
Antwort:
Es ist aus dem Jahr 2019 bekannt, dass eine Eltern-Kind-Initiative die Methode „Original Play“ im Konzept aufgenommen hat. Nach Bekanntwerden dessen hat das Referat für Bildung und Sport als zuständige Aufsichtsbehörde umgehend eine Untersagung ausgesprochen.
Frage 2:
Werden solche Spiele nach wie vor in Münchner Kitas praktiziert?
Antwort:
Das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales hat mit AMS 05/2019, V3/0013.05-2/1541 vom 7.11.2019 alle Regierungen, kreisfreien Städte und Kreisverwaltungsbehörden darauf hingewiesen, dass im Benehmen mit dem Staatsinstitut für Frühpädagogik das sogenannte „Original Play“ strikt abgelehnt wird. Das Staatministerium geht davon aus, dass bei Durchführung der Maßnahme das Wohl der Kinder gefährdet ist und führt weiter aus, dass die Aufsichtsbehörden angehalten werden, denEntzug der Betriebserlaubnis zu prüfen, falls in einer Kindertageseinrichtung „Original Play“ zum Einsatz kommen sollte.
Das Referat für Bildung und Sport hat sowohl den Städtischen Träger und den Geschäftsbereich A-4 als auch die Vertretungen der freigemeinnützen und sonstigen Träger über die Inhalte des AMS vom 7.11.2019 informiert und somit auf das Verbot der Durchführung von „Original Play“ hingewiesen.
Es kann somit davon ausgegangen werden, dass in Münchner Kindertageseinrichtungen kein „Original Play“ durchgeführt wird. Der zuständigen Aufsichtsbehörde liegen keine Hinweise und/oder Anhaltspunkte dafür vor, dass in einer Münchner Kindertageseinrichtung „Original Play“ angewendet wurde.
Frage 3:
Werden derartige Programme transparent den Eltern gegenüber kommuniziert?
Antwort:
Siehe Antwort zu Frage 2.
Frage 4:
Gab es Anfragen oder gar Beschwerden von Eltern bezüglich solcher Spiele?
Antwort:
Es sind dem Referat für Bildung und Sport keine Anfragen oder Beschwerden von Eltern bzw. Erziehungsberechtigten bekannt.
Frage 5:
Wie positioniert sich die Landeshauptstadt München generell zu solchen Spielpraktiken?
Antwort:
Das Referat für Bildung und Sport schließt sich der fachlichen Expertise des Staatsinstituts für Frühpädagogik an und lehnt „Original Play“ entschieden ab.
Frage 6:
Welche sonstigen „erotischen“ Spiele zur Förderung der sexuellen Frühentwicklung werden den Kindern an Münchner Kitas angeboten?
Antwort:
An Münchner Kindertageseinrichtungen werden keinerlei „erotische“ Spiele angeboten. Vielmehr setzt sich die Landeshauptstadt München vehement für den Schutz von Kindern vor sexualisierter Gewalt ein. In diesem Zusammenhang wird auf das Handbuch „Umgang mit sexualisierter Gewalt in städtischen Kindertageseinrichtungen“ verwiesen.
Ich bitte um Kenntnisnahme der vorstehenden Ausführungen und gehe gleichzeitig davon aus, dass die Angelegenheit damit abgeschlossen ist.