Das Filmmuseum München, St.-Jakobs-Platz 1, zeigt von Mittwoch, 11. Dezember, bis 26. Februar eine Retrospektive der georgischen Regisseurin Lana Gogoberidse mit Filmen ihrer Mutter Nutsa Gogoberidse, Georgiens erster Regisseurin, sowie ihrer Tochter Salomé Alexi. Alle 14 Filme laufen in der Originalfassung mit deutschen oder englischen Untertiteln. Von 17. bis 19. Januar sind Lana Gogoberidse und Salomé Alexi bei den Vorstellungen zu Gast im Filmmuseum. Im Anschluss an die Vorführungen gibt es Regiegespräche mit ihnen.
Die Gogoberidses sind drei Generationen Frauen, die in ihren filmischen Arbeiten die persönliche und politische, sowjetische und georgische Lebensrealität thematisieren. Lana Gogoberidse wurde international bekannt mit dem Film „Einige Interviews zu persönlichen Fragen“ aus dem Jahr 1978 über die Probleme der emanzipierten georgischen Frau in einer traditionell patriarchalen Gesellschaft.
Eröffnet wird die Reihe mit Lana Gogoberidses Spielfilmdebüt „Unter einem Himmel“ (1961), in dem sie drei Geschichten über Begehren konsequent aus der Perspektive ihrer weiblichen Hauptfiguren erzählt. „Ich sehe die Sonne“ (1965) ist ein Film über die blinde Chatia und den integren Waisenjungen Sosoia, der Chatia durch eine Welt führt, in der der Krieg und sein Schrecken gerade begonnen haben. Lanas Mutter Nutsa Gogoberidse (1902−1966), Georgiens erste Regisseurin, drehte 1930 ihre erste Solo-Regiearbeit mit dem Titel „Buba“, einen „Kulturfilm“. Ihr erster Spielfilm, „Ujmuri“ (1934), der die Trockenlegung eines Sumpfes thematisiert und ebenfalls zwischen Tradition und Moderne oszilliert, wurde nach der Premiere sogleich verboten. Nutsa wurde 1937 verhaftet und überlebte zehn Jahre im Gulag. Die Erzählungen ihrer Mutter über das Leben im Lager sowie Lanas eigene Kindheitserinnerungen flossen in mehrere von Lanas Filmen ein: in „Der Walzer auf der Petschora“ (1992) und in „Mutter und Tocher, oder die Nacht ist nie zu Ende“ (2023), den sie in Ko-Regie mit ihrer Tochter Salomé Alexi realisierte. In „Mutter und Tochter…“, Autobiografie, Liebeserklärung und Trauerarbeit, ist das Vermächtnis von Lana und Nutsa Gogoberidse filmisch aufgehoben.
Alle Titel und Termine der Reihe sind zu finden unter http://www.muenchner-stadtmuseum.de/film.
Der Eintritt kostet 4 Euro beziehungsweise 3 Euro bei Mitgliedschaft im Förderverein MFZ. Aufschlag bei Überlänge. Der Kartenvorverkauf ist sieben Tage im Voraus online oder an der Abendkasse möglich, die 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn öffnet. Es gibt keine Reservierungen. Das Kino des Filmmuseums ist rollstuhlgerecht zugänglich und mit einer Induktionsschleife für Hörgeschädigte ausgestattet.