Mit über 28.000 Kontakten, wachsender Nachfrage und hoher Zufriedenheit leistet die Kommunale Bildungsberatung auch im vergangenen Jahr kostenfrei einen wesentlichen Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit in der vielfältigen Stadtgesellschaft. Für viele Ratsuchende konnte sie neue Perspektiven öffnen – sei es vom Schulabbruch zum Medizinstudium, von der Bäckerei in die Buchhandelslehre oder aus der Arbeitsunfähigkeit in die Umschulung zum Bauzeichner.
Der Jahresbericht 2024 der Kommunalen Bildungsberatung ist nun erschienen und steht unter www.muenchen.de/bildungsberatung zur Verfügung.
Die wichtigsten Erkenntnisse im Überblick:
- Im Jahr 2024 verzeichnete die Kommunale Bildungsberatung 28.547 Kontakte – darunter 5.742 intensive Beratungen, 5.087 Kurzkontakte, 3.280 Teilnahmen an Veranstaltungen und 13.241 Zugriffe auf Informationsblätter. Die Anzahl individueller Beratungen und Kurzkontakte stieg auf insgesamt 10.829, ein Zeichen für den gestiegenen Bedarf an Bildungsunterstützung in München.
- Ob beim Übertritt von der Grundschule in die weiterführende Schule, beim Start ins Berufsleben oder beim Wiedereinstieg in die Arbeitswelt: Die Städtische Bildungsberatung steht allen Münchner*innen bei der Bewältigung sensibler Übergänge entlang der Bildungskette zur Seite. Die Nachfrage verteilte sich auf die drei übergeordneten Bereiche Schullaufbahn mit insgesamt 3.786 Beratungen (35 Prozent), Übergang Schule-Beruf mit insgesamt 3.300 Beratungen (31 Prozent) sowie berufliche Weiterbildung mit insgesamt 3.713 Beratungen (34 Prozent).
Der Übertritt von der 4. in die 5. Klasse, das Thema Schulwechsel und damit verbundene Fragen zu Schularten waren Anlass für 33,8 Prozent der Schullaufbahnberatungen.
- In einer Online-Befragung zeigten sich 99,7 Prozent der Befragten zufrieden oder sehr zufrieden mit den Leistungen der Bildungsberatung. Besonders geschätzt wurden Freundlichkeit und Offenheit der Mitarbeiter*innen und die Hilfe zur eigenständigen Entscheidungsfindung.
- 193 Veranstaltungen – darunter Elternabende, Bewerbungstrainings und Workshops – lockten über 3.200 Teilnehmende an. Besonders beliebt waren Online-Formate mit einem Anteil von fast 63 Prozent.
- In 32 Sprachen unterstützten über 100 Ehrenamtliche der Servicestelle BildungsBrückenBauen (BBB) Bildungsprozesse in München – ein unverzichtbarer Beitrag zur Integration und Chancengleichheit.
- 62,9 Prozent aller Ratsuchenden hatten einen Migrationshintergrund. Die Beratung bietet hierfür spezialisierte Unterstützung in 14 Sprachen.Bei schulischen Themen hatten sogar 73 Prozent der Ratsuchenden einen Migrationshintergrund. 41 Prozent dieser Beratungen wurden in einer anderen Sprache als Deutsch durchgeführt.
- 28 Prozent der jugendlichen Ratsuchenden und 30 Prozent der erwachsenen Ratsuchenden kamen mit gesundheitlichen Belastungen in die Beratung und erhielten individuelle Unterstützung für den weiteren Bildungsweg bzw. den beruflichen (Wieder-)Einstieg.
- Mit 752 Fall- und Fachberatungen sowie Engagement in Fachgremien auf Landes- und Bundesebene trieb die Kommunale Bildungsberatung auch Peer-Learning-Prozesse voran und gestaltete die Bildungslandschaft aktiv mit.
Bürgermeisterin Verena Dietl: „Eine gerechte Bildung ist das Fundament für sozialen Zusammenhalt und Zukunftschancen. Die Kommunale Bildungsberatung ist ein zentraler Baustein unserer Strategie für mehr Chancengleichheit in München – sie schafft Orientierung, öffnet Wege und stärkt Menschen in entscheidenden Lebensphasen.“
Stadtschulrat Florian Kraus: „Nicht immer verlaufen Bildungsbiographien geradlinig. Insbesondere die komplexen, häufig traumatischen Erfahrungen von Geflüchteten erschweren den Bildungserfolg. Umso wichtiger ist es, neuzugewanderte Menschen beim Einstieg in die deutschen Bildungsangebote zu begleiten. Das tun die Mitarbeiter*innen der Kommunalen Bildungsberatung ebenso engagiert wie pragmatisch und eröffnen dadurch vielfältige Wege in ein integriertes, selbstbestimmtes Leben.“