Mit dem ersten Sternenhausgespräch im Stiftungssitz in München hat die Nicolaidis YoungWings Stiftung am Mittwochabend ein starkes Zeichen gesetzt. Unter dem Titel „Trauer geht uns alle an – Warum Trauerbegleitung mehr Sichtbarkeit und eine verlässliche Finanzierung braucht“ diskutierte Bürgermeisterin Verena Dietl zusammen mit Vertreter*innen aus Politik, Wissenschaft und Praxis über die Notwendigkeit, Trauerbegleitung strukturell abzusichern. Die zentrale Botschaft des Abends dabei: Trauer darf kein Randthema bleiben – weder in der Gesellschaft noch in der Politik.
Trotz wachsenden gesellschaftlichen Bewusstseins und steigender psychischer Belastungen gibt es bislang kaum flächendeckend spezialisierte Angebote für junge Trauernde – insbesondere nicht in Form langfristiger, individueller psychosozialer Begleitung. Die Stiftung fordert daher, dass Trauerbegleitung als eigenständiger Bereich in der Sozialgesetzgebung verankert und über dauerhafte Landes- und Bundesmittel abgesichert wird. Ein Modellbeispiel liefert bereits die Stadt München, die die Stiftung seit 2024 in ihre Regelförderung aufgenommen hat.
Bürgermeisterin Verena Dietl: „Die Stiftung fängt junge Menschen in einer Lebenssituation auf, die uns alle treffen kann – und das seit 25 Jahren mit großem Engagement und hoher Professionalität. Hier finden trauernde Menschen schnelle und zugleich niedrigschwellige Unterstützung. Das ist ein wertvoller Beitrag zur Gesundheitsfürsorge in unserer Stadt und ein wichtiger Baustein für das seelische Wohlbefinden der Münchnerinnen und Münchner. Dieses Angebot gilt es unbedingt zu erhalten und zu stärken.“
Die Arbeit der Stiftung wirkt weit über die unmittelbare Begleitung hinaus. Durch individuelle, langfristige Unterstützung hilft sie Familien, Krisen zu bewältigen, Einsamkeit entgegenzuwirken, pathologischer Trauer vorzubeugen und damit das Risiko psychischer Erkrankungen zu senken. Als Impulsgeberin und Fürsprecherin engagiert sich die Nicolaidis YoungWings Stiftung für nachhaltige gesellschaftliche Veränderungen – insbesondere zugunsten junger trauernder Menschen.
Podiumsdiskussion „Trauer geht uns alle an“ mit (v.l.) Moderator Jochen Breyer, Lana Reb (Vorständin NYWS), Jenny Doppelhofer (Sozialberatung NYWS), Bürgermeisterin Verena Dietl, Professor Dr. Martin Burgi (LMU München) und Bernhard Seidenath (MdL) (Foto: Nicolaidis YoungWings Stiftung/Marcus Schlaf)
Über die Nicolaidis YoungWings Stiftung
Die Nicolaidis YoungWings Stiftung ist eine bundesweit tätige Anlaufstelle für junge Trauernde mit Sitz in München. Sie wurde im Jahr 1998 von Martina Münch-Nicolaidis gemeinsam mit Martina Willer-Schrader aus eigener Betroffenheit gegründet. Die individuellen Hilfsangebote der Stiftung richten sich an Erwachsene insbesondere bis zum Alter von 49 Jahren, deren Lebenspartner*in verstorben ist, sowie an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis zum Alter von 27 Jahren, die Vater oder Mutter bzw. beide Elternteile verloren haben.
Mit prominenten Botschaftern wie Fußballprofi Thomas Müller, Skilegende Thomas Dreßen und Moderator Tobias Krell (bekannt als „Checker Tobi“) stärkt die Stiftung die öffentliche Sichtbarkeit junger Trauer und sensibilisiert für ein Thema, das bislang zu oft übersehen wird. Weitere Informationen unter www.nicolaidis-youngwings.de.