München stellt die Weichen für eine zirkuläre Zukunft. Um den materiellen Fußabdruck der Stadt zu verkleinern und mehr Materialien wiederzuverwerten, hat das Referat für Klima- und Umweltschutz die Münchner Kreislaufwirtschaftsstrategie (MKWS) entwickelt, die der Stadtrat jetzt verabschiedet hat. Dieser umfassende Plan mit 85 Maßnahmen schafft die Grundlage für eine ressourcenschonende, zirkuläre und widerstandsfähige Stadtentwicklung.
Bürgermeister Dominik Krause: „Das Prinzip ‚nehmen, nutzen, wegwerfen‘ stößt zunehmend an ökologische und wirtschaftliche Grenzen. Globale Krisen und unterbrochene Lieferketten führen uns vor Augen, wie wichtig eine sichere Versorgung mit Rohstoffen und die regionale Wertschöpfung sind. Kreislaufwirtschaft ist kein Nischenthema. Sie ist die Grundlage, um München fit für die Zukunft zu machen – das heißt klimaneutral, wettbewerbsfähig und resilienter gegenüber globalen Herausforderungen.“
Christine Kugler, Referentin für Klima- und Umweltschutz: „Mit der Verabschiedung der Münchner Kreislaufwirtschaftsstrategie setzen wir einen entscheidenden Schritt in Richtung einer zirkulären Zukunft für unsere Stadt. Diese Strategie zeigt klar, wie wir nicht nur den materiellen Fußabdruck Münchens reduzieren, sondern auch lokale Wertschöpfung fördern können. Indem wir Ressourcen effizienter nutzen und Materialien wiederverwerten, machen wir München fit für die Herausforderungen von morgen. Ich danke den über 100 Expert*innen, die diese umfassende Strategie mitgestaltet haben. Gemeinsam werden wir München zu einer echten Kreislaufstadt entwickeln.“
Mit der der MKWS verfolgt die Stadt fünf messbare Hauptziele:
- 30 Prozent weniger materieller Fußabdruck bis 2035, 50 Prozent bis 2045
- 25 Prozent höhere Rohstoffproduktivität bis 2035
- mindestens 2.000 aktive Organisationen und Unternehmen im zirkulären Ökosystem
- Verdopplung der zirkulären Materialverwendungsrate
- 15 Prozent weniger Gesamtabfälle bis 2035
Die Strategie wendet nationale und internationale Vorgaben an. Sie beinhaltet konkrete Maßnahmen in den Fokusbereichen Bauwesen und Infrastruktur, Bioökonomie, Produkte und Handel sowie den übergreifenden Bereich der nachhaltigen Beschaffung im Rahmen der Stadtverwaltung. Diese Bereiche eignen sich für den Wandel insbesondere aufgrund ihres materiellen Fußabdrucks sowie des Handlungseinflusses der Stadt. Von den jährlich rund 47 Millionen Tonnen Material liegt der größte materielle Fußabdruck im Bereich Bauwesen und Infrastruktur mit fast 60 Prozent (28 Mio. Tonnen). Der gewerbliche Sektor, mit dem Fokusbereich Produkte und Handel, macht rund 16 Prozent (7,4 Mio. Tonnen) des materiellen Fußabdrucks aus. Der Bereich Bioökonomie – einschließlich Lebensmittel und Wasser – ist für 10 Prozent (4,5 Mio. Tonnen) des gesamten materiellen Fußabdrucks verantwortlich.
Eine nachhaltige Beschaffung ist ein wichtiger und effizienter Hebel, mit dem Kommunen kreislaufwirtschaftliche Prinzipien umsetzen. Im öffentlichen Bereich übernehmen sie selbst und unmittelbar die Steuerung. In Deutschland macht die öffentliche Beschaffung etwa 15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus – die Hälfte davon entfällt auf Städte und Gemeinden.
Die MKWS ist das Ergebnis eines breiten Dialogs mit mehr als 100 Expert*innen aus Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Der Stadtratsbeschluss inklusive Strategiedokument und Maßnahmenkatalog ist unter https://t1p.de/xbxrv abrufbar.