Anlässlich des Internationalen Tags gegen Rassismus am 21. März veröffentlicht die Fachstelle für Demokratie eine neue Broschüre zum Thema „Rassismussensibler Sprachgebrauch in Schulen“. Die Publikation unterstützt Lehrkräfte und schulisches Personal bei der Verwendung rassismussensibler Sprache im Schulalltag.
Oberbürgermeister Dieter Reiter: „Sprache prägt unser Denken und Zusammenleben. Deshalb müssen wir hier ansetzen, um eine inklusive Schulkultur zu fördern. Mit dieser Broschüre setzen wir am Internationalen Tag gegen Rassismus ein klares Zeichen gegen Rassismus und für eine diskriminierungsfreie Lernumgebung in den Münchner Schulen.“ Die Broschüre erklärt praxisnah, warum ein rassismussensibler Sprachgebrauch für eine diskriminierungsfreie Lernumgebung unverzichtbar ist. Neben einer Definition von Rassismus und weiterführenden Informationen zum Thema liegt der Fokus auf konkreten Handlungsempfehlungen für Lehrkräfte. So wird beispielsweise erklärt, warum konsequent auf rassistische Begriffe verzichtet werden sollte – auch wenn die Verwendung darauf abzielt, Rassismus zu verurteilen. Außerdem enthält die Broschüre Tipps für den Umgang mit historischen Texten, in denen rassistische Begriffe Verwendung finden, und für die Unterstützung von Schüler*innen, die selbst von Rassismus betroffen sind.
Stadtschulrat Florian Kraus: „Rassistische Einstellungen können bewusst oder unbewusst wirken, sie sind tief in unsere sozialen Systeme und Sprache eingeschrieben. Diese Handreichung unterstützt unsere Lehrkräfte, unbeabsichtigten Rassismus noch besser zu erkennen und abzubauen. Schließlich wollen wir diskriminierungsfreie Schulen und gleiche Bildungschancen für alle Kinder und Jugendlichen in München erreichen.“
Stadtratsbeschluss zum N-Wort auch an den Schulen umgesetzt
Die Publikation geht zurück auf einen Stadtratsbeschluss von 2022, der das N-Wort als explizit rassistisch einordnet. Der Beschluss, der die negativen Auswirkungen von rassistischem Sprachgebrauch erläutert, ist maßgeblich auf den Einsatz der Schwarzen Community selbst zurückzuführen. Die Broschüre soll dazu beitragen, diesen Stadtratsbeschluss auch an den städtischen Schulen umzusetzen. Dabei beschränkt sie sich jedoch nicht auf das N-Wort, sondern beschäftigt sich auch mit weiteren rassistischen Begriffen, deren Verwendung den Schulalltag von Betroffenen erheblich erschweren und negativ beeinflussen kann. Hier können sich alle Mitglieder der Schulfamilie beraten lassen oder Vorfälle melden.
Dr. Miriam Heigl, Leiterin der Fachstelle für Demokratie:„Mit dieser Broschüre bieten wir Lehrkräften praktische Unterstützung dabei an, Betroffene vor Rassismus zu schützen und rassistische Sprach- und Denkstrukturen abzubauen. Unser Ziel ist es, Bewusstsein zu schaffen, aufzuklären und eine offene, respektvolle Schulkultur zu fördern.“ Insgesamt werden rund 17.000 Exemplare an die Münchner Schulen verteilt, unter www.muenchen.de/demokratie steht zudem eine Webversion zur Verfügung. Informationen zur Broschüre sowie zur Arbeit der Anlaufstelle finden sich unter www.melden-gegen-diskriminierung.de. Für Rückfragen oder die Bestellung weiterer Printexemplare kann man sich an die Fachstelle für Demokratie wenden per E-Mail an fgr@muenchen.de.