Die Vollversammlung des Stadtrats hat das Baureferat beauftragt, 30.000 weitere städtische Leuchten auf LED-Technik umzustellen. Da die konventionellen Leuchtmittel, insbesondere Natriumdampf- und Metalldampfhochdrucklampen, aufgrund ihres Quecksilbergehalts ab 2027 nicht mehr auf dem europäischen Markt produziert oder in die EU eingeführt werden dürfen, ist die Umrüstung zwingend erforderlich.
Baureferentin Dr.-Ing. Jeanne-Marie Ehbauer: „Die Umstellung auf LED-Technik bringt zahlreiche Vorteile mit sich. Wir reduzieren den Energieverbrauch um mindestens 50 Prozent und verringern die CO₂-Emissionen signifikant. Da wir die Beleuchtung zielgerichteter auf die Verkehrsflächen lenken, senken wir dadurch unerwünschte Lichtimmissionen für angrenzende Wohnungen und naturnahe Räume, was insbesondere Anwohner*innen und nachtaktiven Tieren zugutekommt. In den Bereichen der Straßen, Wege und Grünanlagen hat das Baureferat bereits 24.000 Leuchten auf LED-Technik umgestellt, was einer Energie- und Energiekosteneinsparung in Höhe einer Leistung von 2.400 MWh jährlich entspricht. Die längere Lebensdauer der LED-Leuchten reduziert auch die Wartungskosten und den Aufwand für den Austausch defekter Lampen.“
Die 30.000 betroffenen Straßenleuchten des nun beschlossenen dritten LED-Austauschprogramms beinhalten 20.000 mastgebundene Leuchten, die überwiegend an den Hauptverkehrsstraßen stehen. Die 10.000 weiteren Seilhängeleuchten, wie sie zum Beispiel in weiten Teilen der Maxvorstadt zu finden sind, beleuchten vor allem Straßen mit engen Platzverhältnissen.
Die sich deutlich vor Ablauf der Lebensdauer amortisierende Investition in LED-Technik im Zuge des dritten Austauschprogramms von insgesamt 26,6 Millionen Euro führt dauerhaft zu einer deutlichen Reduzierung der Energiekosten.
Stand der ersten beiden Austauschprogramme
Die Münchner Straßenbeleuchtung umfasst insgesamt 100.000 Leuchtpunkte. Für 70.000 dieser Lichtpunkte existieren bereits zwei LED-Umstellungsprogramme. Das erste Programm konzentriert sich auf die Umrüstung von 48.000 sogenannten Langfeldleuchten, die überwiegend Anliegerstraßen beleuchten. Die Umsetzungsrate des Programms liegt bereits bei 45 Prozent (Stand Juli 2026).
Das zweite Programm umfasst die Umrüstung von 20.000 Gehweg- und Platzleuchten, die hauptsächlich mit Kompaktleuchtstofflampen betrieben werden sowie die Einführung einer sensorbasierten adaptiven Beleuchtung in den Grünanlagen. Diese innovative Technologie ermöglicht eine Anpassung der Lichtintensität an die Präsenz von Fußgänger*innen und Radfahrenden. Dies führt zu einer weiteren Energieeinsparung und reduziert auch die Lichtimmissionen für Flora und Fauna. Besonders in Grünanlagen verringert sich dadurch die Belastung für nachtaktive Tiere wie Fledermäuse oder Nachtfalter, was einen positiven Beitrag zur biologischen Vielfalt in der Stadt leistet. Die Umsetzungsrate des Programms liegt aktuell bei sechs Prozent (Stand Juli 2026).
Bis 2025 hat das Baureferat die Straßentunnel des Mittleren Rings mit ihren insgesamt knapp 20.000 Leuchten vollständig auf LED-Technik umgestellt. Die Leuchtengehäuse wurden ressourcenschonend erhalten, indem ihre Einsätze durch moderne LED-Einsätze ersetzt wurden. Auch bei den Straßenunterführungen ist bereits ein Großteil auf energieeffiziente LED-Technologie umgestellt. Es verbleiben noch 80 Unterführungen, die aktuell für eine Umstellung überplant werden.
Achtung Redaktionen: Mehr Infos finden sich im Beschluss des Stadtrats vom 15./30. September 2026 (Sitzungsvorlage Nr. 26-32 / V 01049).