Am 27. Februar ist Equal Pay Day. Die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern stagniert mit 16 Prozent auf dem Vorjahreswert. Damit zählt Deutschland bei der Lohngerechtigkeit für Frauen* weiterhin zu den Schlusslichtern in der EU. Das Münchner Aktionsbündnis zum Equal Pay Day – ein Zusammenschluss von über 40 Einrichtungen und Projekten unter der Leitung von Mariane Pontone von Business and Professional Women (BPW) Germany Club München e.V. – weist seit Jahren auf den Missstand der Lohndiskriminierung von Frauen* hin und lädt unter dem Motto „Pop the Gap – Lassen wir die Lohnlücke platzen!“ alle Interessierten zu einer Mitmach-Aktion bereits am Donnerstag, 26. Februar, 16 Uhr, auf dem Marienplatz ein. Oberbürgermeister Dieter Reiter, der Schirmherr der Aktion, wird ein Grußwort sprechen.
Entlang dem Motto der bundesweiten Equal-Pay-Day-Kampagne 2026
„equal pay every day“ wird die Entwicklung der Lohnlücke im Verlauf des Lebens von Frauen* auf einem Roten Teppich künstlerisch dargestellt und von Nicole Lassal, der städtischen Gleichstellungsbeauftragten und Leiterin der Gleichstellungsstelle für Frauen, erläutert. Im Anschluss daran sind die Teilnehmer*innen aufgerufen, als Symbol für die Lohnlücke Luftballons platzen zu lassen. Die Aktion wird von der Percussiongruppe Drumadama musikalisch begleitet.
Oberbürgermeister und Schirmherr der Aktion Dieter Reiter zum Gender Pay Gap: „Am 27. Februar ist Equal Pay Day. Er markiert den Tag, bis zu dem Frauen in Deutschland – statistisch betrachtet – umsonst arbeiten. Dass wir einen Lohnunterschied in Höhe von 16 Prozent zwischen Frauen und Männern haben, ist ein gesellschaftlicher Skandal. Und dass diese Lohnlücke wieder nicht gesunken ist, fordert unser Handeln. Deutschland zählt bei der Lohngerechtigkeit zu den Schlusslichtern in der EU: Frauen verdienen weniger, obwohl sie nicht weniger arbeiten – ein großer Teil ihrer Arbeit bleibt unbezahlt.
Frauen verzichten auf bezahlte Erwerbsarbeit zugunsten der unbezahlten Sorgearbeit. Sie arbeiten häufiger in Teilzeit und in schlechter bezahlten Branchen – in der Folge steigen sie seltener in besser bezahlte Führungspositionen auf. Die ungleiche Verteilung der unbezahlten Sorgearbeit ist die wesentliche Ursache für den geringeren Stundenlohn. Aber selbst wenn dies herausgerechnet wird, verdienen Frauen in vergleichbaren Tätigkeiten durchschnittlich sechs Prozent weniger als Männer.
Gegen diese Lohndiskriminierung wird am 26. Februar am Münchner Marienplatz protestiert!
Als Oberbürgermeister ist es mir ein Anliegen, auf die Ungerechtigkeit des Gender Pay Gap hinzuweisen und das Münchner Aktionsbündnis im Kampf für Lohngerechtigkeit zu unterstützen.
Es ist höchste Zeit für Equal Pay! Lassen wir die Lohnlücke platzen!“
Auch das Versicherungsamt im Kreisverwaltungsreferat bietet im Rahmen des Equal Pay Day einen digitalen Vortrag am 27. Februar von 16.30 bis 18 Uhr und zusätzliche Beratungs- und Antragstermine rund um das Thema gesetzliche Rente im März an. Eine Anmeldung zum Vortrag und die Buchung der Beratungstermine ist unter https://stadt.muenchen.de/news/equal-pay-day.html möglich.
Die Gleichstellungsstelle für Frauen ist Kooperationspartnerin im Münchner Aktionsbündnis zum Equal Pay Day und Mitveranstalterin der Aktion. Nicole Lassal, städtische Gleichstellungsbeauftragte und Leiterin der Gleichstellungsstelle für Frauen: „Wir müssen uns aktiv für Entgeltgleichheit einsetzen, nicht nur, um diese Diskriminierung von Frauen* zu beenden, sondern auch, um weibliche Altersarmut zu vermeiden. Damit sorgen wir dafür, dass zukünftige Generationen von Mädchen* und jungen Frauen* Zugang zu existenzsichernden und gleichgestellten Arbeitsverhältnissen erhalten.“
Informationen zum Münchner Equal-Pay-Day-Aktionsbündnis finden sich auf dessen Webseite, Instagram und LinkedIn unter www.epd-muenchen.de, www.instagram.com/epdmuenchen und https://www.linkedin.com/showcase/equal-pay-day-münchen.
Der Gender Care Gap, also die Lücke zwischen den Geschlechtern bei der Verteilung der Sorgearbeit, ist die Hauptursache für den Gender Pay Gap, die geschlechtsspezifische Lohnlücke.
Aus diesem Anlass lädt das Münchner Equal-Care-Bündnis unter dem Motto „Sorgearbeit gerecht verteilen – Demokratie stärken“ bereits zum dritten Mal in Folge zum Equal Care Day am 28. Februar von 10 bis 17 Uhr ins Kulturzentrum LUISE in der Ruppertstraße 5 ein.
Irgendwo zwischen Konferenz und Festival soll die Utopie einer gerechten Verteilung von Sorgearbeit gefeiert werden. Spannende Vorträge, Mitmachangebote und Gesprächsrunden mit Jo Lücke (Autorin sowie Vorstand und Mit-Gründerin der Liga für unbezahlte Arbeit), Manuela Nachtigall (Mutter und ehemalige Feuerwehrfrau), Mina Mittertrainer (Soziologin), Natascha Sagorski (Autorin und Aktivistin, die durch die Kampagne zur Einführung des gestaffelten Mutterschutzes bekannt wurde).
Moderiert wird die Veranstaltung von Kristina Weber (BR, Eltern ohne Filter) und künstlerisch begleitet von Rapperin Gündalein und dem diesjährigen Schirmpaten, dem Schauspieler Martin Walde.
Informationen zum Münchner Equal-Care-Bündnis finden sich auf dessen Webseite unter https://equalcaremuc.de.
(Siehe auch unter Terminhinweise)