Bürgermeister Dominik Krause bekundet seine große Betroffenheit über den Tod von Mario Adorf: „Mit Mario Adorf verliert die deutsche Kulturlandschaft eine ihrer markantesten Persönlichkeiten – ja, mehr noch: eine Ära findet ihr Ende. Über mehr als sechs Jahrzehnte hat er das Kino, das Fernsehen und das Theater geprägt wie kaum ein anderer. Als vielseitiger Schauspieler, dessen unverwechselbare Präsenz und kraftvolle Stimme jeden Raum mühelos füllten, hat er Generationen von Zuschauern begeistert. Die großen Regisseure, mit denen er zusammen-arbeitete und die zahlreichen Auszeichnungen, die er erhielt, zeugen von seinem außergewöhnlichen Talent und seiner Aura als internationaler Star. Doch vor allem wird er uns als liebenswerter Mensch fehlen, dessen Charme und Humor bis ins hohe Alter ungebrochen blieben – unabhängig davon, ob er als legendärer Bösewicht oder zwielichtiger Patriarch auftrat.
Ein leiserer Ton liegt über München in diesen Tagen. Denn die Stadt trauert um einen ihrer engsten Vertrauten. Schon in den Nachkriegsjahren wurde sie zum zentralen Ort für Mario Adorfs Laufbahn. Hier studierte er Schauspiel an der Otto-Falckenberg-Schule und gehörte dem Ensemble der Kammerspiele an. München blieb ihm stets verbunden – nicht nur als Wohnort und künstlerische Heimat, sondern auch durch die unvergesslichen Kultrollen, die er der Stadt schenkte, allen voran in den Filmen und Serien von Helmut Dietl, wie ‚Rossini‘ oder ‚Kir Royal‘. Auch beim Filmfest München war er ein treuer Gast und engagierte sich leidenschaftlich für den Nachwuchs.
Mario Adorf war niemals nur ein Darsteller, sondern immer auch ein aufmerksamer Chronist der moralischen Widersprüchlichkeiten unserer Zeit, aufmerksam, zuweilen ironisch, stets zugewandt. Er verstand es, selbst die dunkelsten Figuren menschlich erstrahlen zu lassen und ihre Würde und Glaubwürdigkeit zu verteidigen. Für ihn war München weit mehr als eine bloße Kulisse: Die Stadt war oft ein Kompass für sein lebenslanges Milieu- und Menschenstudium – sei es auf der Maximilianstraße, im Restaurant Aubergine oder in seinem geliebten Schwabing. Die Zuneigung und die lange Verbundenheit Mario Adorfs zu München erfüllen uns – neben aller Trauer – mit Stolz und tiefer Dankbarkeit.
Die Landeshauptstadt München, in der Mario Adorf so viele bleibende Spuren hinterlässt, wird ihn für immer in ehrendem Andenken bewahren.“