Die Stadt stellt der Öffentlichkeit am Starnberger See bei Possenhofen seit vielen Jahren einen kostenfreien See- und Badezugang zur Verfügung. Nachdem bei den drei vorhandenen Holzstegen eine gutach- terliche Prüfung ergeben hatte, dass die Standsicherheit alterungsbedingt deutlich eingeschränkt ist, mussten die Stege 1 bis 3 kurzfristig aus Gründen der Verkehrssicherheit gesperrt werden. Das Unternehmen Lynberg Modular Systems GmbH mit Sitz in München hat der Stadt angeboten, bis zum Beginn der Pfingstferien eine Reparatur des Stegs 1 auf eigene Kosten durchzuführen. Die Stege 2 und 3 werden ebenfalls durch das Unternehmen in den kommenden drei bis vier Wochen instandgesetzt. Damit werden dann alle drei vorhandenen Stege der Allgemeinheit voraussichtlich ab Mitte Juni wieder zur Verfügung stehen können.
Baureferentin Dr.-Ing. Jeanne-Marie Ehbauer: „Ich freue mich sehr, dass wir nun eine schnelle Lösung finden konnten und aller Voraussicht noch vor Beginn der Pfingstferien den Steg 1 wieder in Betrieb nehmen können. Auch am ohnehin für kommendes Jahr geplanten barrierefreien Seezugang über eine neue Zugangsrampe halten wir weiter fest. Mein Dank gilt allen Beteiligten und insbesondere dem großzügigen privaten Engagement der Firma Lynberg.“
Theodor Kaczmarczyk, Geschäftsführer von Lynberg Modular Systems GmbH: „Als in der Region verwurzeltes Unternehmen war für uns sofort klar, dass wir unterstützen möchten, als wir von der Situation rund um die Stege erfahren haben. Besonders beeindruckt hat uns die große Unterstützung vieler Menschen aus der Region sowie das Engagement des Kneippvereins Starnberg. Die vielen Initiativen und der starke Zusammenhalt zeigen, welche Werte und Tugenden unsere Heimat auszeichnen – und dass man gemeinsam pragmatisch, verantwortungsvoll und schnell viel erreichen kann. Unser Dank gilt der Landeshauptstadt München sowie allen beteiligten Stellen für die konstruktive Zusammenarbeit. Wir freuen uns, gemeinsam eine schnelle Lösung gefunden zu haben, damit die Stege bald wieder sicher genutzt werden können.“
Das rund 150 Hektar große Naherholungsgebiet „Badeparadies Possenhofen“ bei Pöcking mit diversen Infrastrukturen wie Liegewiesen, waldartigen Bereichen, Holzstegen, Wasserwachtstation und Parkplätzen betreibt und unterhält die Stadt bereits seit den 1960er Jahren auf eigene Kosten. Oberste Priorität bei Betrieb und Unterhalt haben die Gewährleistung der Verkehrssicherheit sowie der Schutz von Leib und Leben. Aus diesem Grund werden sämtliche baulichen Anlagen auf dem Gelände regelmäßig kontrolliert, gewartet und instandgesetzt.
Im Rahmen der fortlaufenden Bauwerksprüfungen wurde bereits im vergangenen Jahr festgestellt, dass Badesteg 4 seine maximale Lebensdauer erreicht hatte, nicht mehr verkehrssicher betrieben werden konnte und deshalb zurückgebaut werden musste. Um den Weiterbetrieb der übrigen Stege zu ermöglichen, wurden fortlaufend einzelne Bauteile und Belagshölzer erneuert – so auch vor Beginn der diesjährigen Badesaison. Aufgrund der bei Steg 4 aufgetretenen Schäden veranlasste die Stadt auch für die Stege 1 bis 3 im Herbst vergangenen Jahres eine vertiefte Untersuchung. Das Gutachten hierzu liegt dem Baureferat seit Ende April vor. Es stellt einen dringenden Handlungsbedarf bei den drei verbliebenen Stegen fest. Ursache sind unter anderem Holzzersetzungsprozesse innerhalb der Konstruktion, die äußerlich nicht ohne weiteres erkennbar waren. Die Stege 1 bis 3 mussten daraufhin kurzfristig gesperrt werden; zugleich wurde das weitere Vorgehen einschließlich eines möglichen Rückbaus geprüft. Der Stadt war ebenso wie vielen lokalen Interessensbekundungen daran gelegen, den gewohnten Nutzungskomfort so weit wie möglich zu erhalten. Der Seezugang vom Ufer aus war und ist jederzeit möglich. Bereits vom Stadtrat beschlossen (vgl. Sitzungsvorlage Nr. 20-26 / V 08306) und vom Baureferat geplant war die Realisierung einer barrierefreien Rampe am Badeparadies Possenhofen, um einen besseren Zugang für mobilitätseingeschränkte Personen und insbesondere für Rollstuhlfahrer*innen zu gewährleisten. Dies war auch über die vorhandenen Holzstege bislang nicht gegeben. Der Einbau ist nach wie vor für das kommende Jahr vorgesehen.