Der Stadtrat hat am vergangenen Donnerstag einstimmig einen weiteren wichtigen Baustein der Münchner Schulbauoffensive beschlossen: Für Schulen mit akut wachsendem Raumbedarf entstehen allein im Jahr 2016 28 Schulpavillonanlagen. Diese schaffen Raum für 201 zusätzli- che Klassenzimmer, 46 Ganztagsräume und sieben Mensen für rund 6.000 Schülerinnen und Schüler. 135 Millionen Euro werden dafür – vorbehaltlich der Bestätigung durch die Vollversammlung – im Stadthaushalt bereitgestellt.
Somit werden in den Jahren 2015 und 2016 als Stufe 1 der Schulbauoffensive insgesamt 42 Schulpavillonanlagen mit 304 zusätzliche Klassenzimmer, 80 Ganztagsräume und 14 Mensen geschaffen.
Nach den Beschlüssen zur Schulentwicklungsplanung für alle Schulformen und dem im November 2014 vom Stadtrat verabschiedeten „Aktionsprogramm Schul- und Kitabau 2020“ ist der Bau von Pavillonanlagen neben verschiedenen Festlegungen zur Verfahrensbeschleunigung und -vereinfachung die Sofortmaßnahme, um Schulen zeitnah mit Räumen zu versorgen. Anschließend folgt Stufe 2 des Schulbauprogramms: die Versorgung der entsprechenden Münchner Schulen mit adäquaten Festbauten.
Dafür wird das Referat für Bildung und Sport dem Stadtrat im Herbst 2015 den Bauprogrammbeschluss vorlegen. Die anstehenden Baumaßnahmen werden nach einer Priorisierung abgearbeitet, die den prognostizierten Raumbedarf der Schule, den baufachlichen Zustand des Schulgebäudes und die bau- und planungsrechtliche Situation am Standort berücksichtigt. Auch diese Priorisierung für sämtliche Schulstandorte wurde im Stadtrat beschlossen.
Die Entlastung durch die Pavillonanlagen schafft Zeit und Raum, die Realisierung dieser Festbauten voranzutreiben. Um die Bauverfahren zu beschleunigen, werden mehrere Schulbauten in Bauprogrammbeschlüssen zusammengefasst.
Das städtische Schulbauprogramm geht in seinen verbindlich vorgegebenen Raumprogrammen weit über die Vorgaben des Freistaats in der einschlägigen Schulbauverordnung hinaus: mehr Platz im Klassenzimmer, mehr Raum für Ganztag und Inklusion. München setzt mit diesen für jede Schulart individuell festgelegten Standard-Raumprogrammen Maßstäbe für eine zukunftsfähige Schularchitektur. Die Münchner Vorgaben für die Raumkonzeption an Münchner Grund-, Mittel- und Realschulen sowie Gymnasien erlauben eine maximal flexible Raumnutzung und bieten damit den optimalen Rahmen für zeitgemäße Unterrichtsformen.
Die Pavillonanlagen sind schnell realisierbare Lösungen mit hoher Aufenthaltsqualität. In Bezug auf Ausstattung und bauliche Standards (Elektrik, Wärmedämmung, Schallschutz etc.) sind sie vergleichbar mit Festbauten. Die Raumkonzepte der Pavillons berücksichtigen selbstverständlich auch den Flächenbedarf für Ganztagsunterricht und Inklusion. Auch Raumkapazitäten für die Beschulung von Flüchtlingskindern (Übergangsklassen) werden in die Planungen mit einbezogen. Bereits im November 2014 hatte der Stadtrat den Bau von 14 Pavillonanlagen beschlossen, die bis zum Herbst 2015 realisiert werden. Das Pavillonprogramm für 2016 ist nach heutigem Wissensstand mit 28 Anlagen die Spitze des Bedarfs. Zug um Zug werden die Pavillonanlagen in den Folgejahren durch Festbauten ersetzt werden.