Der Vorstand des Gesundheitsbeirats der Landeshauptstadt München hat ein Positionspapier zur „Gesundheitsversorgung von Flüchtlingen“ erarbeitet. Das Papier beinhaltet Empfehlungen zur Sicherung und Verbesserung der notwendigen Gesundheitsvorsorge und -versorgungsleistungen für Flüchtlinge.
Der Gesundheitsbeirat hebt außerdem das bereits vorhandene breite Angebot zur medizinischen Versorgung von Flüchtlingen in München hervor: - Da ist zum einen das freiwillige Angebot zu einem medizinischen Erstscreening bei der Ankunft, das im Auftrag des Referats für Gesundheit und Umwelt (RGU) durchgeführt wird.
- Darüber hinaus gibt es eine verpflichtende medizinische Untersuchung nach § 62 Asylgesetz. Sie wird bei den in München verbleibenden Asylbewerberinnen und Ayslbewerbern vom RGU durchgeführt, das
gegebenenfalls auch eine entsprechende medizinische Behandlung der Untersuchten veranlasst.
- Zusätzlich zu den Untersuchungen findet eine mehrsprachige Aufklärung und Beratung über empfohlene Impfungen statt.
- Das RGU unterhält außerdem einen aufsuchenden Dienst von Familienhebammen sowie Gesundheits- und Krankenpflegerinnen/Krankenpfle-
gern für Kinder und Erwachsene. Dieser aufsuchende Dienst besucht Familien in den Unterkünften und stellt eine wichtige Brücke in die medizinische Regelversorgung dar.
- Das RGU finanziert einen Dolmetscherdienst, der den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, aber auch allen vom RGU bezuschussten Einrichtungen kostenfrei zu Verfügung steht.
Gesundheitsreferentin Stephanie Jacobs, die auch Vorsitzende des Gesundheitsbeirats ist, erklärt: „Der erste Schritt ist geschafft. Die Versorgung bei der Ankunft und für die erste Zeit der Asylsuchenden hier in München steht. Jetzt müssen wir uns darum kümmern, die mittel- und längerfristigen Aufgaben anzugehen und eine stabile und verlässliche Versorgung über längere Zeit garantieren.“
Angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen empfiehlt der Gesundheitsbeirat, die Kapazitäten in den Einrichtungen auch weiterhin entsprechend anzupassen. Das RGU reagiert bereits. Im Januar soll das freiwillige Impf- angebot in der Bayernkaserne weiter ausgebaut werden. Außerdem soll das Team des aufsuchenden Dienstes entsprechend der gestiegenen Zahl an untergebrachten Flüchtlingen aufgestockt und um einen Arzt ergänzt werden.
Der Gesundheitsbeirat empfiehlt weiterhin, die Verfügbarkeit und Zugänglichkeit zur medizinischen Versorgung – insbesondere für chronisch und psychisch Kranke – zu verbessern. Mittels Dolmetscherdiensten, Fort- und Weiterbildungen des medizinischen Personals und der Anstellung von medizinisch geschulten Migrantinnen und Migranten können Barrieren abgebaut und die Zugänglichkeit zur Gesundheitsvorsorge verbessert werden. Dafür sind ein vereinfachtes Anerkennungsverfahren von ausländischen Abschlüssen und ein schneller Zugang zu Deutschkursen wichtig. Letzteres ist „eine Forderung, die ich ausdrücklich unterstütze, auch im Hinblick auf den Pflegenotstand, der in Deutschland herrscht. Hier können Migrantinnen und Migranten mit entsprechender Fachausbildung zu einer wichtigen personellen Ressource für unser Pflege- und Gesundheitssystem werden“, betont Jacobs.
Das vollständige Papier kann unter www.gesundheitsbeirat-muenchen.de eingesehen werden.