Hermann Höllenreiner, genannt Mano, war neun Jahre alt, als er am 13. März 1943 gemeinsam mit seiner Familie nach Auschwitz-Birkenau kam und elf, als er den Todesmarsch aus Sachsenhausen überlebte. Als einer der letzten Zeitzeugen der Sinti berichtet er von der Verfolgung in der NS-Diktatur. Die Autorin Anja Tuckermann hat auf Grundlage von Mano Höllenreiners Erzählungen das Buch „Mano – Der Junge, der nicht wusste, wo er war“ verfasst.
Im Gespräch mit Anja Tuckermann berichtet Hermann Mano Höllenreiner am Mittwoch, 30. November, im Auditorium des NS-Dokumentationszent- rums München, Brienner Starße 34, von seiner Zeit im Nationalsozialismus und der Zeit danach. Die Einführung über die Großfamilie Höllenreiner in Bayern gibt Oberstudienrat Peter Poth um 19 Uhr.
Die Großeltern von Hermann Höllenreiner, Johann Baptist und Ottilie, hatten vier Töchter, fünf Söhne und etwa 20 Enkelkinder. Anfang der 1930er-Jahre lebte die Großfamilie im Münchner Osten. Schon früh erlebten die Kinder Vorurteile, Diskriminierung und Ausgrenzung. 1943 wurde die Familie nach Auschwitz-Birkenau deportiert. 36 Mitglieder der Familie Höllenreiner überlebten den Krieg nicht.
Nach der Befreiung 1945 wurde der elfjährige Mano völlig entkräftet von Französinnen auf der Straße aufgelesen. In Frankreich gab er seine deutsche Identität nicht preis, aus Angst, es könnte ihm etwas angetan werden. Er durchlief mehrere Stationen, wurde von einer französischen Familie liebevoll aufgenommen, doch die Erinnerung an die Grausamkeiten in den Lagern und die Trauer um seine Familie ließen ihn nicht los. Die Veranstaltung ist Teil des Begleitprogramms zur Sonderausstellung „Die Verfolgung der Sinti und Roma in München und Bayern 1933-1945“. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.