Auf der Tagesordnung der morgigen Vollversammlung des Stadtrats steht das neue Wohnungsbauprogramm „Wohnen für Alle“, mit dem durch planerische und bauliche Sofortmaßnahmen erheblich mehr zusätzliche geförderte Wohnungen errichtet werden sollen. Ab 2016 sollen innerhalb von vier Jahren zirka 3.000 Wohneinheiten entstehen – zusätzlich zu den im Rahmen der wohnungspolitischen Handlungsprogramme ohnehin bereits geplanten Fertigstellungen. Die Landeshauptstadt München begegnet damit aktiv dem rasant steigenden Bedarf an gefördertem Wohnraum für einkommensschwache Gruppen.
Kern des Programms ist das Prinzip der Münchner Mischung: Die einzelnen Wohnungsbauprojekte werden dezentral und integrierend über das Stadtgebiet verteilt auf städtischen und privaten Flächen verwirklicht. Die dadurch entstehenden geförderten Wohnungen werden allen berechtigten Haushalten verschiedener Einkommensstufen zu Gute kommen, die es auf dem hochpreisigen Münchner Wohnungsmarkt besonders schwer haben. „Wohnen für Alle“ ist somit ein ambitioniertes städtisches Projekt zur Schaffung zusätzlicher Wohnungen vor allem für Familien mit geringem Einkommen, für Auszubildende und junge Berufstätige sowie für anerkannte Flüchtlinge. Im Sinne einer sozial stabilen Stadtentwicklung sollen Wohn- und Aufenthaltsqualitäten geschaffen und die Bedarfe an Infrastruktur und Freiraum sichergestellt werden. Ein wichtiger Fokus liegt dabei auf der Integration – etwa durch räumliche Einbindung der Wohngebäude in die jeweiligen Quartiere sowie durch die Einrichtung von Bewohnertreffs und sozialen Hausverwaltungen.
Neben den städtischen Wohnungsbaugesellschaften ist auch die private Wohnungswirtschaft ausdrücklich angesprochen, sich als Träger an diesem Programm zu beteiligen. Durch private Investoren sollen mindestens 1.500, d.h. die Hälfte der geplanten Wohneinheiten errichtet werden. Für die Finanzierung des Projekts stellt die Landeshauptstadt München zusätzlich zu den staatlichen Wohnraumfördermitteln, die zuletzt durch den „Wohnungspakt Bayern“ deutlich aufgestockt wurden, städtische Wohnraumfördermittel in Form von Darlehen in Höhe von 188,4 Millionen Euro zur Verfügung, davon 53,4 Millionen Euro für die städtischen Wohnungsbaugesellschaften und 135 Millionen Euro für die private Wohnungswirtschaft.
In einem ersten Schritt errichten die städtischen Wohnungsbaugesellschaften GEWOFAG und GWG München in den Jahren 2016 und 2017 als Sofortmaßnahme insgesamt zirka 1.500 Wohneinheiten auf eigenen Flächen und städtischen Grundstücken. Ziel ist es, bis Ende 2016/Anfang 2017 möglichst 1.000 Wohneinheiten fertigzustellen. Hierfür wird auf Modulbauweise und Erfahrungen aus anderen Projekten, aber auch auf innovative Ansätze im Wohnungsbau zurückgegriffen.
Oberbürgermeister Dieter Reiter: „Dieses Sofortprogramm ist ein wohnungspolitischer Paukenschlag. Politik, Verwaltung, städtische Wohnungsgesellschaften und private Bauträger ziehen alle an einem Strang, um in Rekordzeit dringend benötigte Wohnungen für unterschiedliche soziale Gruppen zu schaffen – und das zusätzlich zu dem ohnehin bereits beschlossenen Wohnungsbauprogramm mit den bislang höchsten Münchner Zielzahlen. Ich freue mich, dass wir mit ,Wohnen für Alle‘ nun auch neue Wege beschreiten, um das drängendste Münchner Problem – den Mangel an bezahlbarem Wohnraum – gemeinsam anzugehen.“
Visualisierung: GEWOFAG