„Man muß jetzt mit Allem rechnen – daß der Kaiser und der Kronprinz abdanken müssen, daß vielleicht Papa und der Kaiser Karl abdanken müssen, daß es Revolution gibt ...“, notierte Prinzessin Wiltrud am 17. Oktober 1918 in ihr Tagebuch. Und tatsächlich: Als in der Nacht vom 7. auf den 8. November 1918 Kurt Eisner den Freistaat Bayern ausrief, stürzte die Monarchie in Bayern. König Ludwig III. floh mit seiner Familie und Bediensteten aus München. Sie fürchteten, einem ähnlichen Schicksal anheimzufallen wie die russische Zarenfamilie, die wenige Wochen zuvor ermordet worden war.
Die Münchner Autorin und Regisseurin Christiane Böhm hat im geheimen Hausarchiv der Wittelsbacher die Tagebücher der Königstochter Wiltrud entdeckt und durch Berichte ihrer Schwestern ergänzt. Aus dem 2018 erschienenen Band „Eben noch unter Kronleuchtern. Die Revolution aus Sicht der bayerischen Königstöchter“ lesen Constanze Fennel und Florian Schwarz am Dienstag, 2. April, um 19 Uhr, in der Monacensia im Hildebrandhaus, Maria-Theresia-Straße 23. Musikalisch begleitet werden sie von Rupert Bopp. Der Eintritt ist frei. Einlass ab 18.30 Uhr über den Eingang an der Siebertstraße 2. Eine Anmeldung per E-Mail an monacensia.programm@ muenchen.de ist erforderlich.
Eine Veranstaltung im Begleitprogramm zur Ausstellung „Dichtung ist Revolution. Kurt Eisner, Gustav Landauer, Erich Mühsam, Ernst Toller“, die noch bis 30. Juni in der Monacensia im Hildebrandhaus zu sehen ist. Weitere Infos unter www.muenchner-stadtbibliothek.de/monacensia. Das Projekt „Dichtung ist Revolution“ ist Teil des stadtweiten Programms „1918/2018. Was ist Demokratie?“. Informationen unter www.muenchen.de/wasistdemokratie.