Wettbewerb Energiesparen bei den städtischen Dienststellen und den
Mitarbeitenden
Antrag Stadtrats-Mitglieder Sonja Haider, Tobias Ruff und Johann Sauerer (ÖDP) vom 28.2.2020
Antwort Stephanie Jacobs, Referentin für Gesundheit und Umwelt:
Sie beantragen die Auslobung eines Energiespar-Wettbewerbs für die städtischen Dienststellen/Mitarbeitenden durch die Landeshauptstadt München.
Als Begründung führen Sie aus:
„Die Landeshauptstadt München hat sich zum Ziel gesetzt bis zum Jahr 2030 weitestgehend klimaneutral zu agieren. Sie schreibt selbst auf einer Website zum Klimaschutzprogramm: ‚Um dieses Ziel erreichen zu können, ist es erforderlich, den Ausstoß an Treibhausgasen schon jetzt deutlich schneller zu reduzieren und die Anstrengungen im Klimaschutz auszubauen.‘ Daher erscheint es sinnvoll, die fast 37.000 Beschäftigten der LH München auf das Energiesparen und den Klimaschutz einzustimmen. Begonnen werden kann damit bereits am Arbeitsplatz.
Dazu soll ein Konzept erstellt werden und eine Bestandsaufnahme des bisherigen Energieverbrauchs gemacht werden. Für Bürgerinnen und Bürger gab es bereits die Stromsparprämie aus der Kampagne Cool City, wobei Einsparungen mit einer Prämie belohnt wurden. Für die Mitarbeitenden der LH München soll ebenso ein Bonussystem erarbeitet werden und ein Ranking der teilnehmenden Dienststellen erstellt werden. Die Motivation der Teilnehmenden soll durch den Wettbewerb gestärkt werden. Energiespar-Maßnahmen könnten sein: Heizkörper im Urlaub herab zu regulieren, Standby-Geräte und Licht auszuschalten, Verbesserungsvorschläge erarbeiten, etc.“
Zu Ihrem Antrag vom 28.2.2020 darf ich Ihnen mitteilen, dass Ihrem Anliegen bereits mit der Beauftragung durch den Stadtrat, die städtischen Dienststellen durch die Einführung eines Umweltmanagementsystems bis 2030 klimaneutral zu stellen, entsprochen wird (Sitzungsvorlage Nr. 14-20/V 16525 vom 18.12.2019). Weiterhin sind schon jetzt klimaschutzrelevante, bewusstseinsbildende Angebote für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landeshauptstadt München etabliert, die unter anderem für das Energiesparen sensibilisieren und motivieren. Dies darf ich im Folgenden näher erläutern.Die Kommunikationskampagne zum Klimaschutz München Cool City, gestartet im September 2018, adressiert ihre Aktionen und Events, regelmäßigen Newsletter, Informationen zu Klimaschutz und Energiesparen auf www.coolcity.de an alle Münchnerinnen und Münchner, dies schließt die städtischen Beschäftigten selbstverständlich mit ein. München Cool City informiert hier insbesondere auch über das gesamtstädtische Intranet und über die Rathaus Umschau zu kampagneneigenen Aktionen und Events, wie beispielsweise zum großen Münchner Klima-Quiz oder zum groß angelegten Stromsparwettbewerb „Münchner Stromsparprämie“ sowie zu umfangreichen Energiespar-Dossiers. Insbesondere die erfolgreiche Münchner Stromsparprämie, die selbstverständlich auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter miteinbezogen hatte, schaffte mit ihren Prämienzahlungen einen wichtigen Anreiz für ein klimafreundliches, umweltbewusstes Handeln und Leben. Die Aktion trug damit zur Bewusstseinsbildung innerhalb der städtischen Verwaltung bei.
Seit Juli 2019 gibt es darüber hinaus im städtischen Wilma-Portal eine eigene Seite zum Thema „Klimaschutz und Nachhaltigkeit“, die referatsübergreifend bearbeitet wird und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der LH München Informationen zum Thema Klimaschutz bietet. Etwa alle zwei Wochen wird dort ein neuer Klimaschutztipp veröffentlicht. Ziel ist auch, dass verschiedene Beiträge von anderen Wilma-Seiten zu Nachhaltigkeit und Klimaschutz dort geteilt und damit einer größeren Nutzergruppe zur Verfügung gestellt werden.
Zusätzlich unterstützt Pro Klima – Contra CO2, das Energiesparprogramm für die städtische Verwaltung, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beim Einsparen von Strom und Heizenergie. Mitmachen können alle Dienststellen, die in städtischen Verwaltungsgebäuden untergebracht sind. Das Programm sensibilisiert und motiviert für einen verantwortlichen Umgang mit Ressourcen. Dabei lohnt sich der aktive Einsatz für den Klimaschutz, denn einen Teil der jährlich eingesparten Energiekosten erhält die teilnehmende Dienststelle als Prämie zur freien Verfügung, z.B. für Exkursionen oder Feiern. Das Programm ist als Maßnahme 8.2.3 („Fortführung Pro-Klima – Contra CO2“) im Rahmen des Integrierten Handlungsprogramms Klimaschutz in München (IHKM) aufgeführt, vgl. Sitzungsvorlage Nr. 14-20/ V 11745 vom 24.10.2018.
Im Rahmen der IHKM-Maßnahme 8.2.4 (Sitzungsvorlage Nr. 14-20/V 11745 vom 24.10.2018) „Klimaschutz in der Verwaltung“ wurde ein Klimaschutz-Notizbuch, Auflage 16.000 Exemplare, für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der LHM konzipiert. Mit dem Notizbuch steht den Beschäf-tigten ein schön gestaltetes Buch mit zahlreichen Klimaschutztipps zur Verfügung, das jede und jeden Einzelnen und Einzelne für den Klimaschutz und eine nachhaltige Lebensweise sensibilisiert und dazu anregt, einen eigenen kleinen Beitrag zu leisten – auch und gerade im Berufsalltag. Mittlerweile wurde das Notizbuch an alle Referate verteilt und insbesondere im Rahmen von klimaschutzrelevanten Veranstaltungen im Baureferat, im Referat für Bildung und Sport sowie im Referat für Gesundheit und Umwelt an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgegeben.
Die Vollversammlung des Münchner Stadtrats hat in ihrer Sitzung am 18. Dezember 2019 meinem Vorschlag zugestimmt, dass die Münchner Stadtverwaltung bereits bis 2030 klimaneutral wird (Sitzungsvorlage Nr. 14-20/V 16525 „Bayerisches Versöhnungsgesetz II/Grundsatzbeschluss zur Klimaneutralen Stadtverwaltung 2030 und weitere Maßnahmen zur Erreichung der Klimaneutralität München 2050“). Im Zuge der Beauftragung durch den Stadtrat in der o.g. Beschlussfassung zum Bayerischen Versöhnungsgesetz soll das seit 1998 etablierte Umweltmanagementsystem ÖKOPROFIT auch dafür genutzt werden, die Standorte der städtischen Dienststellen bis 2030 klimaneutral zu stellen. Eine bislang feste Größe bei ÖKOPROFIT ist immer auch die Einbindung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowohl in das betriebliche Umweltmanagement als auch die Sensibilisierung der Beschäftigten in Umweltfragen.
Ein Umweltmanagementsystem dient dem systematischen Aufbau relevanter Management- und Monitoringprozesse in allen umwelt- und klimarelevanten Bereichen wie z.B. in den klassischen Feldern Abfall, Wasser, Energie, aber auch neueren Entwicklungen in den Feldern Mobilität, Biodiversität und Nachhaltigkeit. Darüber hinaus schafft ein Umweltmanagementsystem Transparenz über die Umweltdaten und Verbräuche des jeweiligen Standortes. Daraus lassen sich CO2-Reduktionspotenziale und entsprechende Maßnahmen systematisch ableiten. Aktuell sind in Deutschland insbesondere die folgenden Umweltmanagementsysteme
weit verbreitet: das lokale Managementsystem ÖKOPROFIT, das bereits 80 Prozent der Anforderungen der internationalen Umweltmanagementsystemnorm DIN EN ISO 14001 abdeckt und das europäische Umweltmanagementsystem EMAS (Eco-Management and Audit Scheme),
das wiederum allen Anforderungen der DIN EN ISO 14001 entspricht. Da es sich bei den städtischen Referaten, Eigen- und Regiebetrieben der Stadtverwaltung sowie auch großteils bei den städtischen Beteiligungsgesellschaften um Liegenschaften in München handelt, ist es naheliegend, das lokale Instrument ÖKOPROFIT an deren Standorten als Umweltmanagementsystem zu etablieren, soweit nicht bereits dieses oder ein ande-res System wie EMAS oder DIN EN ISO 14001 in der Vergangenheit eingeführt wurde und weitergeführt werden soll.
Das Referat für Gesundheit und Umwelt verweist in diesem Zusammenhang auch auf die Beantwortung des ÖDP-Antrages Nr. 14-20/A 06871, „ÖKOPROFIT für städtische Dienststellen“ vom 28.2.2020, durch das Referat für Arbeit und Wirtschaft.
Um Kenntnisnahme von den vorstehenden Ausführungen wird gebeten. Wir gehen davon aus, dass die Angelegenheit damit abgeschlossen ist.