Zukunft des Amateureissportes in München VI Dameneishockey in München fördern
Antrag Stadtrats-Mitglieder Sabine Bär, Anja Burkhardt, Kristina Frank, Ulrike Grimm, Heike Kainz und Johann Sauerer (CSU-Fraktion) vom 21.6.2018
Antwort Stadtschulrätin Beatrix Zurek:
Nach § 60 Abs. 9 GeschO dürfen sich Anträge ehrenamtlicher Stadtratsmitglieder nur auf Gegenstände beziehen, für deren Erledigung der Stadtrat zuständig ist. Bei den von Ihnen mittels Antrag vom 21.6.2018 vorgebrachten Anregungen handelt es sich jedoch um eine laufende Angelegenheit, die für die Stadt München keine grundsätzliche Bedeutung hat und auch keine erhebliche Verpflichtung erwarten lässt. Daher obliegt deren Besorgung nach Art. 37 Abs. 1 GO und § 22 GeschO dem Oberbürgermeister, weshalb eine Beantwortung auf diesem Wege erfolgt.
Wir bedanken uns für die genehmigte Fristverlängerung und bitten, das verspätete Antwortschreiben zu entschuldigen.
In Ihrem Antrag baten Sie darum, dass die Landeshauptstadt München den ESC Eissportclub München e.V. beim Aufbau einer Damenmannschaft unterstützt mit dem Ziel, Bundesliganiveau zu erreichen. Zu Ihrem Antrag teilen wir Ihnen in Abstimmung mit der Olympiapark München GmbH Folgendes mit:
Zur grundsätzlichen Erklärung möchte ich voranstellen, dass die Nachfrage nach Trainingszeiten in Eissportanlagen seit vielen Jahren höher ist als das vorhandene Angebot.
Um eine gerechte Verteilung vorzunehmen, gibt es festgelegte Kriterien. Hier ist wiederum zu unterscheiden zwischen dem Leistungssport und dem Breitensport.
Breitensportliche Nutzungen werden in den drei unüberdachten Eissportanlagen vorgesehen.
In den Eissportzentren Ost und West erfolgt die Vergabe direkt durch das Referat für Bildung und Sport, im Prinzregentenstadion bezuschussen wir die Anmietung beim dortigen Betreiber (Stadtwerke München GmbH).
Das Olympia-Eissportzentrum hingegen ist vorrangig dem Leistungssport vorbehalten, da es die einzige überdachte Einrichtung ist. Dort trainieren insbesondere der EHC Red Bull München inklusive seiner Nachwuchsteams beim EHC München e.V. Hier fördert das Referat für Bildung undSport die Vereine mit einer anteiligen Übernahme der Mietkosten gegen-über dem Betreiber der Anlage (Olympiapark München GmbH).
Der ESC München hatte 2018 angegeben, ein Damenteam einrichten zu wollen. Das Sportamt ist seit vielen Jahren mit dem Verein in gutem Austausch. Die Landeshauptstadt München kann grundsätzlich dahingehend Unterstützung leisten, Trainingszeiten finanziell zu unterstützen. Die Aufgabe der ausreichenden Mittelfinanzierung beispielsweise durch Mitgliedsbeiträge oder Sponsoren obliegt ebenso dem Verein wie auch die Zusammenstellung des sportlichen Kaders.
Die Kriterien und Fördervoraussetzungen für eine Bezuschussung leistungssportlichen Trainings müssen für einen effizienten Mitteleinsatz erfüllt sein. Insbesondere die Struktur des Teams (Alter, Wohnort, Kaderzugehörigkeit) und das Nachwuchskonzept sind für eine finanzielle Unterstützung ausschlaggebend. Leider lagen bei der Einreichung des Belegungsantrages die notwendigen Unterlagen nicht vor, so dass eine Förderung gegenüber dem Verein und der Olympiapark München GmbH nicht bestätigt werden konnte. Entsprechende Unterlagen wurden auch auf Nachfrage nicht eingereicht.
Es wurde gleichzeitig empfohlen, ggf. Antrag auf Trainingszeiten in den breitensportlichen Einrichtungen zu stellen, falls ein leistungssportlicher Nachweis nicht gelingt.
Das Referat für Bildung und Sport würde eine leistungssportorientierte Damenmannschaft in der Sportart Eishockey in München grundsätzlich begrüßen. Bis zum Ablauf der Saison 2018/2019 war der ESC München e.V. Träger eines entsprechenden Teams, hat aber seinen Spiel- und Trainingsbetrieb im Fraueneishockey zur Saison 2019/2020 eingestellt. Die Gründe liegen laut dem Verein ESC München in der fehlenden Finanzierung für den Spiel- und Trainingsbetrieb und der zu geringen Kaderstärke, um alle Spieltermine fristgerecht durchzuführen. Über diese Damenmannschaft hinaus gab es beim ESC München keinerlei Nachwuchsteams unterer Altersklassen, so dass auch die Perspektive für eine dauerhafte Entwicklung fehlte. Neben dem ESC München gibt es noch den Hobbyeishockeyverein VfR Angerlohe, welcher ehemals Dameneishockey angeboten hatte. Auch dieser Verein meldete ab der Saison 2018/19 keine Damen-Eishockeymannschaft zum Ligaspielbetrieb an und bittet interessierte Spielerinnen, mit dem Partnerverein ESC Geretsried, der eine Frauenmannschaft stellt, Kontakt aufzunehmen.Im Ergebnis ist ein Bedarf, um Ihrem Antrag zu entsprechen, entfallen.
Um Kenntnisnahme der vorstehenden Ausführungen wird gebeten. Wir gehen davon aus, dass die Angelegenheit damit abgeschlossen ist und bedanken uns herzlich für Ihr Engagement für den Sport.