Natalie Buchholz und Kilian Leypold erhalten die diesjährigen Arbeitsstipendien für Münchner Autor*innen. Mit den zwei mit jeweils 8.000 Euro dotierten Stipendien fördert die Stadt jährlich Autor*innen, die sich mit ihrem Werk bereits literarisch ausgewiesen haben und im Literaturbetrieb in Erscheinung getreten sind. Die Vergabe hat jetzt der Kulturausschuss des Stadtrats auf Empfehlung einer Jury beschlossen.
Natalie Buchholz wird mit dem Stipendium für ihr Prosaprojekt „Das Kamel“ ausgezeichnet. Kilian Leypold erhält das Stipendium für sein (Jugend-)Romanprojekt „Das schwarze Papier“.
Aus den Jurybegründungen:
„Natalie Buchholz schürft aus Familienlegenden, vernebelten Halbwahrheiten und Themen, an die sich eigentlich niemand mehr so richtig erinnern will, ein mehrdimensionales Relief, das weit über den eigenen biografischen Horizont hinausreicht. Das bizarr-schöne Bild von den im Gartenteich eingefrorenen Goldfischen kann durchaus als Metapher für die eingefrorene Familienvergangenheit gelten. Man vertraut sich der Sprache der Erzählerin gerne an, die elegant zurückhaltend und unprätentiös sorgfältig ist, mit subtilen Mitteln die Spannung aufbaut, die aus der Familiengeschichte ein vielschichtiges Psychogramm macht.“
„Äußerst spannend ist es, wie Kilian Leypold sich der Welt des Wortes von einer ganz unerwarteten Seite nähert, nämlich der des Papiers als Träger von Gedanken. Dabei geht es um ein besonderes Papier: das, auf das Zaubersprüche geschrieben werden. … Inspiriert von Otfried Preußlers ‚Krabat‘, legt Leypold kein Klassiker-Remake vor, sondern erzählt eine neue Geschichte. Schon auf den bisher vorliegenden Seiten stürzt man ohne Vorwarnung tief hinein in ein beunruhigend-faszinierendes Szenario. Wer das Papier hat, hat die Macht…“
Ausführliche Jurybegründungen und weitere Informationen zu den Arbeitsstipendien sind abrufbar unter www.muenchen.de/literatur.