Intersektionelle Bildungsarbeit – Verpflichtende Freistellung an Münchner Schulen Intersektionelle Bildungsarbeit – Teamstrukturen und Synergien nutzen
Intersektionelle Bildungsarbeit – Qualifizierte Sexualpädagogik
Intersektionelle Bildungsarbeit – Status quo feministischer Bildungsarbeit
Anfrage und Anträge Stadtrats-Mitglieder Marie Burneleit, Stefan Jagel, Thomas Lechner und Brigitte Wolf (DIE LINKE. / Die PARTEI Stadtratsfraktion) vom 29.6.2021
Antwort Stadtschulrat Florian Kraus:
Für die gewährte Fristverlängerung bedanke ich mich.
Ihr Einverständnis vorausgesetzt, beantworte ich Ihre Anfrage nach §68 GeschO Stadtrat sowie Ihre Anträge zu oben genanntem Betreff mit diesem Schreiben gesamt.
Zu Ihren Anträgen kann ich Ihnen Folgendes mitteilen:
1. Intersektionelle Bildungsarbeit – Verpflichtende Freistellung an Münchner Schulen
„Die Mädchen*- und Jungen*beauftragten an Münchner Schulen werden nicht mehr nur auf freiwilliger Basis, sondern verpflichtend für ihre Arbeit als Mädchen*- und Jungen*beauftragten freigestellt. Die beauftragten Personen* werden dazu verpflichtet ihre Beratungstätigkeiten und Projekte im Rahmen ihrer pädagogischen Gleichstellungstätigkeiten zu dokumentieren und einmal jährlich der zuständigen Fachkraft im Referat für Bildung und Sport zu übermitteln.“
Antwort:
Um die Arbeit der Mädchen*- und Jungen*beauftragten an allen Einrichtungen noch besser unterstützen zu können, sieht das RBS den Aufbau einer weiterentwickelten Teamstruktur vor, die in der Beantwortung des zweiten Antrags näher erläutert wird. Zudem hat das RBS bereits eine entsprechende Beschlussvorlage zur Berücksichtigung von Anrechnungsstunden für Mädchen*- und Jungen*beauftragte über die BV Istanbul-Konvention (Sitzungsvorlage Nr. 20-26/V 07896) formuliert. Die Anrechnungsstunden für schulisches Personal wurden vom Geschäftsbereich Allgemeinbildende Schulen im Eckdatenbeschluss 2024 eingebracht. Sie werden dem Bildungsausschuss am 20.9.2023 in einer entsprechendenBeschlussvorlage, die die noch ausstehenden Bedarfe darstellt, erneut zur Entscheidung vorgelegt. Die Anrechnungsstunden für schulisches Personal werden durch den Geschäftsbereich Berufliche Schulen im Eckdatenbeschluss 2025 eingebracht.
2. Intersektionelle Bildungsarbeit – Teamstrukturen und Synergien nutzen
„Die Landeshauptstadt München erarbeitet für die Münchner Schulen eine Teamstruktur, die die Bereiche Antirassistische Arbeit, Mädchen* & Jungen*beauftragte, Sexualpädagogik, Inklusion & Teilhabe, LGBTQI* an den einzelnen Schulen abdeckt. Die Arbeit der Teams sollte in verpflichtender Freistellung geregelt werden. Die beauftragten Personen* werden dazu verpflichtet, ihre Beratungstätigkeiten und Projekte im Rahmen ihrer pädagogischen Gleichstellungstätigkeiten zu dokumentieren und einmal jährlich der zuständigen Fachkraft im Referat für Bildung und Sport zu übermitteln. Dem Stadtrat wird einmal im Jahr über die Arbeit der Teams an den Schulen ein Bericht vorgelegt.“
Antwort:
Um die Arbeit der Mädchen*- und Jungen*beauftragten an allen Einrichtungen noch besser unterstützen zu können, wurden bereits Maßnahmen zur Umsetzung formuliert. Dazu gehört der Aufbau einer weiterentwickelten im Folgenden beschriebenen Teamstruktur für Mädchen*- und Jungen*beauftragten zur besseren Vernetzung und Dokumentation der Tätigkeiten. Die Teamstruktur deckt die Bereiche Mädchen*- und Jungen*arbeit, rassismuskritische Bildung, LGBTIQ* und eine inklusive Bildung im Hinblick auf psychische und physische Beeinträchtigungen sowie sozioökonomische Benachteiligungen im Sinne diskriminierungskritischer Bildung auch intersektional betrachtet ab.
Im Hinblick auf die Prävention und Intervention von Diskriminierung an Schulen und im Sinne einer intersektionalen diskriminierungskritischen Schulentwicklung ist es notwendig, an den Schulen „multiperspektivische Teams“ aufzubauen, die in der Lage sind, Themen von Diskriminierung und Ausgrenzung an der Schule intersektional zu erfassen und zu bearbeiten. Entsprechend wird die Zusammenarbeit der Mädchen*- und Jungen*beauftragten, der Beauftragten für Familien- und Sexualerziehung, der Lehrkräfte mit der Zusatzqualifikation „Schule der Vielfalt – diskriminierungskritische Pädagogik und Schulentwicklung“ des PI-ZKB und der Lehrkräfte, die für das Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ zuständig sind, sowie der Schulpsycholog*innen, Sozialpädagog*innen und Inklusionskoordinator*innen vom PI-ZKB besonders unterstützt. Entsprechende Maßnahmen (z.B. Fortbildungen und Zusatzqualifikationender Fachdienste) werden untereinander abgestimmt und konzeptionell aufeinander bezogen, um im Sinne von Intersektionalität den Aufbau und das Zusammenwirken „multiperspektivischer Teams“ an den Schulen zu unterstützen. Hier sollten bestehende Strukturen wie Präventionsteams an der Schule zur Zusammenarbeit genutzt werden. Supervisionen für Gruppen von Lehrkräften sowie Teamentwicklungsmaßnahmen für schulische Teams können über das PI-ZKB beantragt werden.
Die Anforderungen an Inklusion nach der UN-Behindertenrechtskonvention und Teilhabe im Sinne des SGB sind zu umfangreich, um sie durch die Mädchen*- und Jungen*-beauftragte abzudecken. Daher ist die Umsetzung der Inklusion in einem eigenen Prozess beschrieben (Stufenkonzept Inklusion) und wird im Rahmen der inklusiven Schulentwicklung an jährlich drei städtischen weiterführenden Schulen begonnen. Durch den Stadtrat wurden hierfür Mittel bereitgestellt (Sitzungsvorlage Nr. 20-26/V 07536, Stadtratsbeschluss vom 9.11.2022).
Durch den weiten Inklusionsbegriff des RBS (Umgang mit Vielfalt und Diversität), der auch die Grundlage für das Stufenkonzept Inklusion bildet, sind Anknüpfungspunkte an die verschiedenen, hier bereits genannten, Differenzkategorien gegeben.
3. Intersektionelle Bildungsarbeit – Qualifizierte Sexualpädagogik
„Die Landeshauptstadt München entwickelt ein intersektionelles, inklusives, geschlechtergerechtes und sexpositives Konzept der Sexualpädagogik für die Schulen. Supervision und Weiterbildung der Lehrkräfte wird implementiert. Zusätzlich wird das bereitgestellte Bildungsmaterial des Kultusministeriums geprüft und auf Falschaussagen bezüglich Anatomie und biologischer Korrektheit geprüft und auf eine Ausbesserung durch das Kultusministerium hingewirkt.“
Antwort:
Die Einhaltung der Richtlinien für die Familien- und Sexualerziehung obliegt der Schulleitung. Diese ernennt eine*n Beauftragte*n für die Familien- und Sexualerziehung.
Die zuständigen Abteilungen vertrauen auf die Eigenverantwortung der Schulen bei der Umsetzung gem. der konkreten Situation vor Ort. Im Sinne der Reduzierung des Verwaltungsaufwands der Schulen wird von kleinteiligen Abfragen zur Überprüfung pädagogischer oder organisatorischer Richtlinien abgesehen.
Als flankierende Sicherheitsmaßnahme zu einer gelingenden Pädagogik bezüglich sexueller Bildung gehört auch die organisationsbezogene Ge-staltung von Strukturen und Vereinbarungen gegen sexuelle Gewalt, wie die seit langem in Kraft gesetzte Handreichung des RBS zum Vorgehen bei Fällen der Verletzung des sexuellen Selbstbestimmungsrechts von Schülerinnen* und Schülern*, die wesentliche Verbindlichkeiten im Krisenfall festschreibt.
Zum handlungssicheren Einsatz sollte für die Lehrkräfte eine regelmäßige Informations- und Schulungsstruktur vorgehalten sein. Im Geschäftsbereich KITA gelingt dies bereits seit langem mit einer verpflichtenden Schulung zum Thema „Umgang mit sexualisierter Gewalt in Kindertageseinrichtungen“. Ein entsprechend effektives Schulungskonzept bestehend aus Grundschulungs- und Auffrischungseinheiten wird vom Fachdienst Kulturelle Bildung, Soziale Bildung, geschlechtergerechte Pädagogik des PI-ZKB auch zum Handbuch „War doch nur Spaß“ angeboten. „War doch nur Spaß“ ist ein Handbuch zum Umgang mit Grenzverletzungen und Alltagsgewalt gegen Mädchen* in der Schule und ist ein Kooperationsprojekt der Gleichstellungsstelle für Frauen und des PI-ZKB.
Zum Sachverhalt, der Ihrer Anfrage „4. Intersektionelle Bildungsarbeit – Status quo feministischer Bildungsarbeit“ zugrunde liegt, schildern Sie Folgendes:
„Ist-Zustand der feministischen Bildungsangebote für Jungen*, Mädchen* und Personen weiterer Geschlechter darstellen und gleichstellungspolitische Bedarfe in der städtischen schulischen sowie der außerschulischen Bildungsarbeit feststellen und Angebote entwickeln“ Sie begründen die Anfrage wie folgt: „Feministische und gleichstellungsorientierte Bildungsarbeit sollte mit geschlechtsspezifischen Angeboten gleichermaßen Mädchen*, Jungen* sowie Kinder und Jugendliche aller weiteren Geschlechter erreichen. Im Sinne einer anzustrebenden Geschlechtergerechtigkeit für alle Bürger*innen und damit auch insbesondere für alle Kinder und Jugendliche steht die Landeshauptstadt München in der Verantwortung, gleichstellungsorientierte Angebote für alle Geschlechter zu fördern, anzubieten und weiter zu entwickeln.“
Zu den von Ihnen gestellten Fragen kann ich Ihnen Folgendes mitteilen:
Frage 1:
Wie viele Angebote an feministischer Jungen*- und Mädchen*arbeit gibt es in München derzeit? Bitte einzeln aufschlüsseln nach der Summe der Förderung und der Frage, ob diese Angebote in der Regel- oder Projektförderung sind. Bitte aufschlüsseln nach Angeboten für Jungen* und Mädchen*. Bitte weiterhin aufschlüsseln nach umgesetzten Stunden an den städtischen Schulen und Einrichtungen.
Frage 2:
Wie viele gleichstellungsorientierte Bildungsangebote gibt es für Kinder* und Jugendliche* aller weiteren Geschlechter, wie z.B. für nichtbinäre/ intersexuelle/trans*- und queere Kinder* und Jugendliche*? Bitte einzeln aufschlüsseln nach der Summe der Förderung und der Frage, ob diese Angebote in der Regel- oder Projektförderung sind. Bitte aufschlüsseln nach Angeboten.
Antwort:
Das RBS und das Sozialreferat fördern und entwickeln im Rahmen der intersektionellen Bildungsarbeit gleichstellungsorientierte Angebote für Kinder und Jugendliche aller geschlechtlichen und sexuellen Identitäten. Da die meisten der einzelnen Institutionen und Projekte sowohl Angebote für Jungen* und Mädchen* als auch für Kinder und Jugendliche aller weiteren Geschlechter ermöglichen, erfolgt die Antwort aus den beiden Fragen zusammengefasst.
Im Folgenden finden Sie die jeweiligen Bereiche, die Angebote zu intersektioneller Bildungsarbeit umsetzen. Grundsätzlich arbeiten diese alle intersektional und in zielführenden Kooperationen.
Bei den Angeboten des RBS wird eine Unterscheidung in Regel- oder Projektförderung nicht vorgenommen. Es handelt sich um Angebote, die die Schulen von sich aus organisieren, und/oder die jeweiligen Projekte und Maßnahmen werden strukturell gefördert. Daher ist eine Aufschlüsselung nach der Summe der einzelnen Förderungen nicht möglich. Das Pädagogische Institut – Zentrum für Kommunales Bildungsmanagement (PI-ZKB) des RBS bietet vielfältige Unterstützungsangebote, die Maßnahmen für Kinder und Jugendliche aller sexuellen und geschlechtlicher Identitäten wie auch die Fortbildung und fachliche Unterstützung von pädagogischem Personal betreffen.
Der Fachdienst Kulturelle Bildung, Soziale Bildung, geschlechtergerechte Pädagogik des Pädagogischen Instituts-Zentrum für Kommunales Bildungsmanagement arbeitet an geeigneten Qualifizierungsmaßnahmen und an der fachlichen Vernetzung zum Thema Gleichstellung. Zusätzlich zur Mädchen*- und Jungen*förderung wird vermehrt die Situation von trans*, inter*geschlechtlichen und nicht-binären Kindern und Jugendlichen sowie generell von LGBTIQ*-Schüler*innen mit einbezogen. Ein konkretes Projekt ist hier das Lernpaket „LGBTIQ* Leben“, das Lehrkräften und Schulsozialarbeiter*innen mit Arbeitsmaterialien und Anwendungs-Beratung hilft, die Auseinandersetzung der Schüler*innen mit sexuellen und geschlechtlichen Identitäten zu fördern. Oft wird die Arbeit anhand des Lernpakets mit dem Besuch von Teamer*innen des „Aufklärungsprojekt München e.V.“ und/oder von „diversity@school“ verbunden. Aus den Schulen und insbesondere durch das „Aufklärungsprojekt München e.V.“ und diversity@school gibt es verstärkt Berichte von schwierigen Dynamiken in Schulklassen sowie queerfeindlichen Vorfällen bei den Schulbesuchen. Die Vorfälle speisen sich aus gesellschaftlichen Narrativen, welche LGBTIQ* Lebensweisen herabwürdigen und als nicht gleichwertig betrachten. Die Schulaufklärungsprojekte sind dadurch stark belastet. Es müssen perspektivisch weitere Unterstützungs- und Interventionsmöglichkeiten entwickelt werden. In den beschriebenen Maßnahmen müssen diese Narrative aufgefangen werden und geeignete Maßnahmen zur Wahrung einer menschenfreundlichen vielfaltsoffenen Bildungskultur gefördert werden. Das RBS und das Sozialreferat unterstützen ferner finanziell und qualitätssichernd Schulprojekte zu geschlechtergerechten Themen. Mädchen*- und Jungen*beauftragte sowie engagierte Lehrkräfte können für Schüler*innen externe Projekte an den Schulen zu den Themen Geschlecht, geschlechtliche und sexuelle Vielfalt, sowie Berufswahl, Sexualerziehung und mehr organisieren. Das Sozialreferat fördert dies ebenso wie das RBS. Das PI-ZKB unterstützt zudem bei der Planung und Durchführung der einzelnen Projekte. Es wird hier neben den oben genannten Institutionen „Aufklärungsprojekt München e.V.“ und „diversity@school“ unter anderem mit folgenden Institutionen und Vereinen in München gearbeitet: IMMA e.V., goja – Fachstelle Jungen*arbeit, amanda – für Mädchen* und junge Frauen*, mira Mädchen*bildung, LesCommunity e.V., Sub e.V., T*I*B- Trans*Inter*Beratungsstelle. Anfragen zu Veranstaltungen von weiteren Institutionen und Vereinen zu geschlechtergerechten Themen werden darüber hinaus qualitätssichernd geprüft und nach erfolgreicher Begutachtung ebenso unterstützt. Aktuell wächst die Nachfrage zu Schulprojekten im Bereich Jungen*arbeit stetig, weshalb Angebote hier meist langfristig ausgebucht sind. Des Weiteren wächst der Bedarf an Auseinandersetzung mit/Information zu trans*, inter*geschlechtlichen und nicht-binären Themen. Es wird hier bereits reagiert und zusätzliche Veranstaltungen zum Thema werden entwickelt und organisiert. In allen Bereichen ist mehr Bedarf vorhanden, als derzeit bearbeitet werden kann. Der Fachdienst entwickelt zudem stetig bedarfsorientierte Projekte und stellt ein breites Angebot an Fortbildungen für Lehrkräfte und Schulkollegien sowie Zusatzqualifikationen zum Thema Gleichstellung, Geschlechtergerechtigkeit und geschlechtliche Identitäten und Elternabende zur Verfügung. Außerdem istdie Vernetzungsarbeit der Mädchen*- und Jungen*beauftragten im Fachdienst Kulturelle Bildung, Soziale Bildung, geschlechtergerechte Pädagogik des PI-ZKB angesiedelt. Es wird dafür zweimal im Jahr der Jour Fixe der Beauftragten organisiert. Ferner werden von ihm die Maßnahmen des RBS in Zusammenhang mit EU-Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern und dem hier enthaltenen zweiten Aktionsplan gegen geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen und Mädchen in Kooperation mit der örtlichen Gleichstellungsbeauftragten des RBS und der Gleichstellungsstelle für Frauen umgesetzt. Des Weiteren war der Fachdienst Kulturelle Bildung, Soziale Bildung, geschlechtergerechte Pädagogik beteiligt an dem Handbuch „War doch nur Spaß“, zum Umgang mit Grenzverletzungen und Alltagsgewalt gegen Mädchen* an der Schule. Dieses Handbuch ist ein Kooperationsprojekt der Gleichstellungsstelle für Frauen und des PI-ZKB.
Im Fachdienst Politische Bildung werden aufgrund der intersektionellen Herangehensweise auch die Themen Geschlechtergerechtigkeit und Sexismus und die Bereiche geschlechtliche und sexuelle Vielfalt nicht nur bei einzelnen Veranstaltungen mitgedacht, sondern auch konkret thematisiert. Dies geschieht in Form von Fortbildungen (z.B. aktuell „Doing Gender? Argumentieren gegen antifeministische Äußerungen“), der Zusatzqualifikation zu diskriminierungskritischer Pädagogik und Schulentwicklung (Zusatzqualifikation „Schule der Vielfalt“), wie im Rahmen des Schüler*innenprogramms und in den Angeboten als Regionalkoordination von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ (z.B. Workshops zu Sexismus und LGBTIQ*-Feindlichkeit bei den jährlichen Vernetzungstagen) sowie in Ausstellungen am PI-ZKB, etwa zu Körperbildern und Schönheitsvorstellungen (Lookismus/Bodyismus) oder LGBTIQ* in der Schule – jeweils mit Begleitprogrammen für Besucher*innen.
Der Zentrale Schulpsychologische Dienst (ZSPD) ist eine zentrale, schulartübergreifende schulpsychologische Beratungsstelle für die gesamte Schulfamilie sowie ein schulpsychologischer Fachdienst – zuständig für die städtischen weiterführenden Schulen in München. Die angesprochenen Themen finden sowohl in Beratungsgesprächen Raum und werden bei der Erstellung von Fortbildungsangeboten mitgedacht. Als Fachdienst ist der ZSPD für die Fach- und Dienstbesprechungen der Schulpsycholog*innen an städt. Schulen zuständig. Im Rahmen der letzten Fach- und Dienstbesprechung für Schulpsycholog*innen an städtischen Schulen wurde z.B. die Thematik „Trans* und Inter* in der schulpsychologischen Beratung“ intensiv behandelt. In der schulischen Teamarbeit ist die*der Schulpsycholog*in als qualifizierte Beratungsfachkraft bedeutsam. Regelmäßiger Austausch, insbesondere Supervisionen, bietet Fachkräften die Möglichkeit zur Reflexion des eigenen Verhaltens und gibt Anregungen für neue Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten einer gendersensiblen und gleichstellungsorientierten Beratung.
Für den Geschäftsbereich KITA ist das Querschnittsthema Geschlechtergerechtigkeit und die damit verbundenen Anforderungen an Gleichstellung im Bereich der Pädagogik bei der Abteilung Fachberatung als strategisches Grundsatzthema „Geschlechtergerechte Pädagogik und Genderstrategie“ angesiedelt. Der Fachbereich KITA plant zusätzlich zu den regelmäßigen Angeboten der Beratung, Prozessbegleitung und Fortbildung und den Fortbildungsangeboten des PI-ZKB-FB2.1 Kindertageseinrichtungen und externen Anbieter*innen eine zentrale Fortbildungsveranstaltung zum Thema Schutzkonzept in Verbindung mit geschlechtergerechter Pädagogik sowie ein wissenschaftlich fundierter Vortrag aus dem Bereich Genderstudies mit Fokus auf Situation und Bedarfslage von Kindertageseinrichtungen. Das Projekt „Geschlechtsensibel arbeiten in der Kita“ verfolgt das Ziel der Qualitätssicherung.
Darüber hinaus ist in der Stabstelle Recht des Referats für Bildung und Sport der „Koordinator LGBTIQ* Schule und Sport“ angesiedelt. Er bildet eine zentrale Ansprechstelle für städtische Schulen und vernetzt und bündelt die Arbeit in diesem Bereich. Hierzu zählt die Beratung, Weitergabe von Informationen und Kontaktherstellung zu entsprechenden Fach- und Beratungsstellen. Zudem unterstützt und berät er die Abteilungen und Fachbereiche des RBS bei Fragen zur sexuellen und geschlechtlichen Vielfalt und beteiligt sich bei den Themen zu Antidiskriminierungsarbeit, Gleichstellung, Sexualerziehung und Gewaltprävention. Hierzu zählt die Unterstützung bei der Konzeption und Umsetzung von Fort- und Weiterbildungsangeboten für Lehrkräfte sowie die Realisierung von Maßnahmen zur Umsetzung LGBTIQ*-relevanter Themen. Im Rahmen der intersektionellen Bildungsarbeit im Kontext von LGBTIQ* geht es um die Anerkennung und Berücksichtigung verschiedener sozialer Identitäten, wie eben Geschlecht und sexuelle Orientierung. Ziel ist hierbei die vielfältigen Erfahrungen und Herausforderungen von LGBTIQ* Personen innerhalb unterschiedlicher sozialer Kontexte zu verstehen und anzusprechen. Dies fördert ein umfassendes Verständnis und unterstützt inklusive Bildungsansätze. Für den Geschäftsbereich KITA gibt es eine eigene Stelle Koordination LGBTIQ* KITA mit vergleichbaren Aufgaben.
Die vom Sozialreferat aufgeführten Angebote befinden sich in der Regelförderung und beziehen sich auf die Abteilung Kinder, Jugend und Familie imStadtjugendamt. Diese geschlechts-, gewalt- und zielgruppenspezifischen Projekte im Stadtjugendamt werden – je nach Bedarf der Schüler*innen und Klassen – von Lehrkräften oder Schulsozialarbeit/Jugendsozialarbeit an Schulen angefragt. Damit sind diese Projekte nicht regelhaft im Sinne eines Lehrplans an den Schulen vertreten, sondern werden individuell, modulweise und bedarfsorientiert angefragt. Folgende Angebote sind gegeben:
Amanda – für Mädchen* und junge Frauen*
Träger von Amanda ist der Verein für psychosoziale Initiativen e.V. Amanda bietet mädchen*spezifische Seminare an Schulen und anderen Einrichtungen an, darüber hinaus Beratungen sowie Fortbildungen für Fachkräfte. Der Schwerpunkt liegt auf dem breit gefächerten Angebot an Schulseminaren, das sowohl geschlechtsspezifische, sexualpädagogische und gewaltpräventive Seminare beinhaltet wie auch Seminare zu Medienpädagogik und Klassengemeinschaft.
Die Fördersumme gemäß ZND 2023 beträgt 375.696 Euro.
Goja – Fachstelle für genderorientierte Jungen*arbeit
Träger von Goja ist die Diakonie München und Oberbayern – Innere Mission München e.V.
Goja bietet jungen*spezifische Seminare an Schulen und anderen Einrichtungen an, darüber hinaus Beratungen sowie auch Fortbildungen für Fachkräfte. Der Schwerpunkt liegt auf dem breit gefächerten Angebot an Schulseminaren, das sowohl geschlechtsspezifische, sexualpädagogische und gewaltpräventive Seminare beinhaltet wie auch Seminare zu Medienpädagogik und Klassengemeinschaft.
Die Fördersumme gemäß ZND 2023 beträgt 341.679 Euro.
mira Mädchen*bildung
Mira Mädchenbildung bietet seit 1996 schulische und außerschulische inklusive Bildungsprojekte für Mädchen und junge Frauen in den Bereichen politische Bildung, berufliche Orientierung, Kultur und Medienpädagogik an. Die praktische Arbeit leitet sich aus Erkenntnissen der feministischen Forschung ab. Ziel der Arbeit ist es, Mädchen* und junge Frauen* durch spezifische Bildungsangebote bei der Gestaltung ihres Lebens zu unterstützen und ihnen bei der Bewältigung immer differenzierterer Anforderungen und Aufgaben konkrete Hilfestellungen anzubieten.
Die Fördersumme gemäß ZND 2023 beträgt 259.589 Euro.
Zora Gruppen und Schulprojekte für Mädchen* und junge Frauen* Träger von Zora ist IMMA e. V.Zora bietet mädchen*spezifische Gewaltprävention für alle Schulformen, schulanalogen Einrichtungen und Einrichtungen der Jugend- und Behindertenhilfe an. Ziel der Projekte ist die Prävention, Wege aus der Gewalt und Hilfsangebote in München aufzuzeigen sowie Mädchen* und junge Frauen* zu stärken und zu empowern.
Außerschulisch finden u.a. Trainings für Gewalt ausübende Mädchen* und junge Frauen* statt sowie Angebote für junge LBTIQ*.
Die Fördersumme gemäß ZND 2023 des Trägers IMMA e.V. beträgt 1.927.525 Euro.
Mit dieser Fördersumme werden insgesamt vier Projekte des Trägers in der Jugendsozialarbeit gefördert. Diese sind in einem Vertrag mit IMMA e.V. zusammengefasst, so dass eine separate Nennung der Fördersumme von „Zora Gruppen und Schulprojekte für Mädchen* und junge Frauen*“ nicht möglich ist.
LesCommunity e.V. betreibt die LeTra Beratungsstelle, den Treffpunkt, Fach- und Beratungsstelle Regenbogenfamilien und das LeZ -lesbisch- queeres Zentrum. Zielgruppe sind hier Erwachsene.
Strong! ist eine bei Sub e.V. angesiedelte und vom Sozialministerium zu 2/3 geförderte Fachstelle gegen Antidiskriminierung und Gewalt bei der bayernweit Diskriminierung und Übergriffe auf LGBTIQ* anonym online gemeldet werden können und daraus ein Beratungskontakt entstehen kann. 1/3 wird von S-II-KJF/A (Angebote für Familien Frauen und Männer) gefördert. Zielgruppe sind Erwachsene.
Das Aufklärungsprojekt München e.V. bietet Bildungsveranstaltungen (Schulprojekte, Fortbildungen, Multiplikator*innenschulungen) zu lesbischen, schwulen, bisexuellen, asexuellen, trans*, inter* und queeren* Menschen für Schulklassen und pädagogische Fachkräfte an. Damit soll eine Sensibilisierung für Vielfalt erreicht werden, um der nach wie vor vorhandenen Ablehnung Diskriminierung zu begegnen. Die individuell vorbereiteten Bildungsveranstaltungen werden überwiegend von einem ehrenamtlichen Team unterschiedlichen Alters, verschiedener sexueller Identität und geschlechtlicher Identität durchgeführt.
Die geschlechts-, gewalt- und zielgruppenspezifischen Schulprojekte im Stadtjugendamt werden – je nach Bedarf der Schüler*innen und Klassen – von Lehrkräften oder Schulsozialarbeit/Jugendsozialarbeit an Schulen angefragt. Damit sind diese Projekte nicht regelhaft im Sinne eines Lehrplans an den Schulen vertreten, sondern werden individuell, modulweise und bedarfsorientiert angefragt.
Die Fördersumme gemäß ZND 2023 beträgt 140.802 Euro.diversity@school ist ein Aufklärungsprojekt von diversity München e.V. mit dem Ziel, Vorurteile und Diskriminierung abzubauen sowie Vielfalt zu fördern und für eine offene Gesellschaft zu werben. In den interaktiven Workshops wird mit vielseitigen Methoden gearbeitet, um Berührungsängste zu nehmen, Wissen zu vermitteln und Akzeptanz gegenüber queeren Identitäten zu fördern.
diversity@school umfasst derzeit mehr als 40 ehrenamtliche Aufklärer*innen, welche direkt die Schüler*innen, Jugendliche und junge Erwachsene sowie Multiplikator*innen mit ihren persönlichen Fragen an Schulen und in Jugendeinrichtungen erreichen.
Träger des Sexualpädagogischen Projektes ist seit 2013 der pro familia Ortsverband München e.V.
Die sexualpädagogische Arbeit unterstützt junge Menschen darin, die sexuellen und reproduktiven Rechte als Menschenrechte für sich und andere wahrzunehmen und zu respektieren. Im Fokus des überregional ausgerichteten Angebotes steht die sexualpädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, einhergehend mit der Förderung von Eigenverantwortlichkeit und Handlungskompetenz. Durch Wissensvermittlung, Diskussionen und der Bearbeitung konkreter Alltagssituationen, werden Kinder und Jugendliche darin unterstützt, sich altersgerecht mit Fragen zur Entwicklung, Geschlechtergerechtigkeit, sexueller und geschlechtlicher Identität sowie Partnerschaftsgestaltung auseinanderzusetzen. Sexualpädagogische Gruppenveranstaltungen finden in Schulen, in Einrichtungen der offenen Kinder und Jugendhilfe, in anderen stationären Institutionen oder in den Beratungsräumen von pro familia statt. Ebenso werden wissensvermittelnde Angebote für Eltern und pädagogische Fachkräfte aus dem Münchner Stadtgebiet angeboten.
Die Fördersumme gemäß ZND 2023 beträgt 215.489 Euro.
Die gewaltpräventiven Projekte von Amanda, Goja und Zora wurden mit Beschluss der Vollversammlung des Stadtrates vom 21.12.2022 (Maßnahmen des Sozialreferats/Stadtjugendamt für Kinder, Jugendliche und deren Familien, Sitzungsvorlage Nr. 20-26/V 06587) um jeweils 0,5 VZÄ ausgebaut. Ein umfassender Ausbau der Jungen*arbeit in München ist mit dem Beschluss „Jungen*arbeit als Bereich der Jugendarbeit in München aufbauen“ geplant.
Die federführende Stelle im Sozialreferat/Stadtjugendamt ist GIBS (Querschnitt Gender, Interkult, Behinderung, sex. Identität)Daneben finden im Sozialreferat im Amt für Wohnen und Migration, Abteilung Migration, Integration, Teilhabe Trainings zur Geschlechtergerechtigkeit von IMMA e.V. statt.
Zielgruppe: Klassen mit Schüler*innen mit Migrationsgeschichte oder Fluchthintergrund an beruflichen Schulen und Mittelschulen, bei schulähnlichen Angeboten und Kursträgern für Jugenddeutschkurse.
Zudem ist das Projekt „Heroes gegen Gewalt im Namen der Ehre für Gleichberechtigung“ der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband München-Stadt e.V. zu nennen. Dort werden Jungen* und junge Männer* mit Migrationszuschreibung zwischen 15 und 21 Jahren in einer einjährigen Ausbildung zu Multiplikatoren ausgebildet. Danach können die Jugendlichen unterstützt durch eine sozialpädagogische Fachkraft in Schulen und Jugendeinrichtungen Workshops zu den Themen Gleichberechtigung, Ehre, Rollenzuschreibungen, Rassismus und Diskriminierung für andere Jugendliche peer-to-peer anleiten.
Außerhalb des Referats für Bildung und Sport und Sozialreferats ist zusätzlich als Anlaufstelle bei Diskriminierung und rechtem Hass an Münchner Schulen die Fachstelle für Demokratie (FgR) bei Vorfällen mit menschenfeindlichen und/oder volksverhetzenden Hintergründen an Münchner Schulen bzw. allgemein bei den Themen Rassismus, Antisemitismus und weiteren Formen Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit bei Fragen und für Unterstützung im Umgang mit Vorfällen ansprechbar. Seit Februar 2022 sind nach der Referatsverfügung „Handreichung zum Vorgehen bei Vorfällen bei menschenfeindlichen und volksverhetzenden Hintergründen im schulischen Bereich“ Münchner Schulen angehalten, entsprechende Vorfälle dort zu melden.
Struktur in den Bildungseinrichtungen
Die städtischen Bildungseinrichtungen setzen die Angebote in folgender Struktur um:
Im Geschäftsbereich KITA sind Horte, KinderTagesZentren sowie Einrichtungen des Kooperativen Ganztags Orte der Ganztagsbildung von Schulkindern. Die Mitarbeiter*innen der regionalen Fachberatung KITA unterstützen Träger, Einrichtungen und Fachkräfte sowie Einzelpersonen bei geschlechtergerechten und genderstrategischen Themen im Bereich der frühen Bildung durch Beratung, Prozessbegleitung und Fortbildungsangebote.Im Geschäftsbereich Allgemeinbildende Schulen werden die Querschnittsthemen Geschlechtergerechte Pädagogik, Gleichstellung, Gewaltprävention und Sexualpädagogik durch die Münchner Serviceagentur für Ganztagsbildung, Schulentwicklung und Inklusion, A-MSI auf strategischer Ebene koordiniert. Die Abteilung Grund-, Mittel-, Förderschulen und Tagesheime thematisiert für Kinder und Jugendliche von 6 bis 10 Jahren Rollenverständnisse an ihren Einrichtungen in eigener Trägerschaft gem. des Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplans mit dem pädagogischen Personal an der Heilpädagogischen Tagesstätte, an den städtischen Tagesheimen und Einrichtungen des Kooperativen Ganztags (KoGa). Kinder aller geschlechtlichen Identitäten werden bei der Entwicklung ihrer Geschlechtsidentität unterstützt durch geschlechtersensible Angebote und geschlechtergerechte Materialien. In den Abteilungen Gymnasien sowie Realschulen und Schulen besonderer Art sind verantwortliche Personen aus der Verwaltung für das Angebot für Kinder und Jugendliche von 11 bis 17 Jahren benannt und koordinieren auf operativer Ebene die an den städtischen Allgemeinbildenden Schulen eingesetzten Mädchen*- und Jungen*beauftragten. Mädchen*- und Jungen*beauftragte sind für die Umsetzung von Maßnahmen im Unterricht und im Schulalltag sowie für die Beratung von Schüler*innen, Kolleg*innen und Eltern zuständig. Sie arbeiten an der jeweiligen Bildungseinrichtung zusammen und richten sich nach dem jeweiligen Bedarf des Standorts aus. Die schulübergreifende Vernetzung der Beauftragten sowie die Entwicklung gemeinsamer fachlicher Standards werden durch die Fachkoordination Qualitätsmanagement der Abteilung Gymnasien u.a. in regelmäßigen Dienstbesprechungen und als Anlaufstelle für genderbezogene Fragen der Mädchen* und Jungen*beauftragten organisiert.
Die Fachliche Qualitätssicherung (FQS) entwickelte für die städtischen Realschulen und Schulen besonderer Art für den Bereich geschlechtergerechte Pädagogik zusammen mit den Mädchen*- und Jungen*beauftragten Standards für eine Geschlechtergerechte Schule. Es finden jährlich eine Auftaktveranstaltung für neu bestellte Mädchen*- und Jungen*beauftragte statt sowie regelmäßige Dienstbesprechungen.
An mindestens der Hälfte der städtischen Allgemeinbildenden Schulen findet im Pflichtunterricht (vorwiegend in MINT-Fächern) phasenweise geschlechtergetrennter Unterricht statt. Im Bereich des Wahlunterrichts werden für Mädchen* wie für Jungen* an mindestens einem Drittel der Schulen geschlechtergetrennte Angebote gemacht. An einem Drittel der städtischen Allgemeinbildenden Schulen gibt es Sportangebote für Mädchen* oder Jungen* als geschlechtergetrennte Angebote.Auch an allen städtischen Beruflichen Schulen werden Mädchen*- und Jungen*beauftragten (bzw. hier Beauftragte für junge Frauen* und junge Männer*) berufen. Deren Aufgaben entsprechen denen der Beauftragten an den Allgemeinbildenden Schulen, zum Beispiel die Umsetzung von Maßnahmen im Unterricht und im Schulalltag oder auch Beratung von Schüler*innen und Kolleg*innen. Innerhalb der Beruflichen Schulen bestehen interdisziplinäre Beratungs-Teams (Sozialforum), die mit verschiedenen unterstützenden Lehrkräften aus den Kollegien, Schulpsycholog*innen und Fachkräften der Schulsozialarbeit an Beruflichen Schulen besetzt sind (Beratungslehrkräfte, Schulpsychologie, Beauftragte für junge Frauen* und junge Männer*). Geschlechtergerechtigkeit, geschlechtergerechte Gewaltprävention, sowie Gleichstellung sind richtungsweisende Themen des Gremiums. So können auch intersektionale Diskriminierungen konsequenter aufgedeckt und angegangen werden. Die Zuständigkeit für den Bereich geschlechtergerechte Pädagogik liegt bei den damit beauftragten pädagogischen Mitarbeiter*innen im Geschäftsbereich Berufliche Schulen. Beauftragte für junge Frauen* und junge Männer* und engagierte Lehrkräfte können auch hier Veranstaltungen und Projekte für die Schüler*innen u.a. über externe Anbieter*innen zu relevanten Themen für eine geschlechtergerechte Schule organisieren. Im Rahmen des Stadtratsbeschlusses „Ausweitung der Bedarfsorientierten Budgetierung auf ausgewählte städtische Berufliche Schulen mit Schwerpunkt Heterogenität“ (Sitzungsvorlage Nr. 14-20/V 12713, vom 10.10.2018) können aktuell in 22 Beruflichen Schulen gezielt auch junge Frauen* gefördert werden, um Chancengleichheit zu gewährleisten.
Schulartübergreifend
Jede bayerische Schule ist dazu verpflichtet, Beauftragte für Familien- und Sexualerziehung an der Schule zu benennen. Diese Beauftragten haben die Aufgabe, die Umsetzung der aktuellen Richtlinien für Familien- und Sexualerziehung an den bayrischen Schulen zu unterstützen. Hierzu gehört die Auseinandersetzung mit Geschlechterrolle und Geschlechtsidentität sowie die Stärkung der sozialen und personalen Kompetenzen aller Schüler*innen. In den städtischen Schulen wird die enge Zusammenarbeit der Beauftragten für Familien- und Sexualerziehung mit den Beauftragten für Mädchen* und den Beauftragten für Jungen* empfohlen, damit Synergie und eine gute Abstimmung die Sichtbarkeit und Wirksamkeit verbessern.
Frage 3:
Gibt es aktuell Planungen, im Referat für Bildung und Sport sowie im Sozialreferat neue gleichstellungsorientierte Bildungsangebote und -formate für Kinder* und Jugendliche* aller Geschlechter zu entwickeln, zu fördern und zu etablieren? Bitte je nach Referat einzeln aufschlüsseln.
Antwort:
Die einzelnen Angebote werden teilweise fortgeführt, teilweise weiterentwickelt. Zudem hat das RBS bereits entsprechende Beschlussvorlagen zu einzelnen Bedarfen formuliert.
Hierzu zählt die BV-Istanbul-Konvention (Sitzungsvorlage Nr. 20-26/V 07896). Die Anrechnungsstunden für schulisches Personal konnten angesichts vorhandener Beschränkungen nicht eingebracht werden. Im Beschluss erfolgte unter anderem eine Beauftragung, die zur Umsetzung der dargestellten Maßnahmen noch ausstehenden Bedarfe erneut dem Stadtrat zur Entscheidung vorzulegen. Dies soll wie oben unter 1. beschrieben 2024 geschehen.
Weiterhin wurde am 5. Juli 2023 die Beschlussvorlage „Projekte und Maßnahmen der LGBTIQ*-Aufklärungsarbeit im Schul- und Bildungsbereich. Die LGBTI-Arbeit im Bildungsbereich stärken I – Aufklärungsarbeit im Bildungsbereich“ (Antrag Nr. 14-20/A 06062 der SPD Stadtratsfraktion/ Sitzungsvorlage Nr. 20-26/V 09839) im Bildungsausschuss vorgelegt und beschlossen.
Ferner wurden mehrere dieser Bedarfe in der 163. Empfehlung der Stadtratskommission zur Gleichstellung von Frauen zur Förderung der und Umsetzungsvereinbarung zur geschlechtergerechten Pädagogik der Schul- und Ganztagsbildung (Sitzungsvorlage Nr. 20-26/V 09156) formuliert und es wurde festgelegt, im kommenden Jahr ein umfassendes Gesamtkonzept zu entwickeln, das alle Aspekte geschlechtergerechter Pädagogik referats-übergreifend inkludiert.
Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit sind die Leitziele des Referats für Bildung und Sport (RBS). Gleiche Bildungschancen und Inklusion sind untrennbar verknüpft mit diskriminierungskritischer Bildungsarbeit. Insofern haben Gleichstellung und diskriminierungskritische Bildungsarbeit einen besonders hohen Stellenwert im RBS. Unterschiedliche Diskriminierungsformen können nicht einzeln betrachtet werden, es muss immer die Überschneidung und das Zusammenwirken von mehreren Diskriminierungsformen einbezogen und analysiert werden. Durch die Analyse können Maßnahmen im Bildungsbereich optimiert werden. Ziel ist eine Sichtbarmachung von Diskriminierung, um ein Bildungsangebot zu schaffen, das die Vielfalt im Bildungsbereich abbildet und fördert.
Um Kenntnisnahme der vorstehenden Ausführungen wird gebeten. Ich gehe davon aus, dass die Angelegenheit damit abgeschlossen ist.