Das Baureferat wird erfolgreiche Maßnahmen zur Energieeinsparung bei der Verwaltung fortsetzen und erweitern. Angesichts der zur Mitte des Jahres 2022 drohenden Energieknappheit hatte Oberbürgermeister Dieter Reiter die Stadtverwaltung im Juli letzten Jahres beauftragt, kurzfristig wirksame Maßnahmen zur Energieeinsparung umzusetzen. Die daraufhin gegründete Projektgruppe Energiemangel unter Leitung des Baureferats hat Möglichkeiten gesammelt, geprüft und umgesetzt, um bei der Stadtverwaltung Energie einzusparen und die damals gültigen Bundesverordnungen zum Energiesparen einzuhalten. Zusätzlich wurde im Mai 2023 ein Sofortprogramm für weitere Energiespar-Maßnahmen vom Stadtrat beschlossen. Infolge der verschärften Energiesituation und der damit verbundenen Dringlichkeit, durch fossile Energieträger erzeugten Strom und Wärme einzusparen, hat das Baureferat kurz- und mittelfristige Maßnahmen zur Energieeinsparung und Dekarbonisierung geprüft. Alle Maßnahmen der Stadtverwaltung beziehen sich auf den städtischen Gebäudebestand, der zirka drei Prozent aller Gebäude in München umfasst. Baureferentin Dr.-Ing. Jeanne-Marie Ehbauer: „Durch das Sofortprogramm und die schon im letzten Winter umgesetzten Maßnahmen konnten wir deutliche Energieeinsparungen im stadteigenen Gebäudebestand und bei der Verkehrsinfrastruktur im Strom- und Wärmebereich erreichen. Es ist das Richtige, diesen Weg weiterzugehen. So tragen wir zur Versorgungssicherheit, zur schnelleren Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern und zum Klimaschutz bei. Außerdem hat München als Landeshauptstadt eine nicht zu unterschätzende Vorbildfunktion beim Thema Energiesparen. Dem wollen wir mit unserem Engagement auch bei den stadteigenen Gebäuden und der Verkehrsinfrastruktur gerecht werden.“
Das Ergebnis der vergangenen Heizperiode im Zeitraum September 2022 bis Mai 2023 hat nennenswerte Energieeinsparungen erbracht: Im Bereich Wärmeenergie konnten in den rund 2.100 vom Baureferat betreuten städtischen Gebäuden 44,8 Gigawattstunden Energie im Vergleich zu den letzten Jahren eingespart werden – das entspricht dem Jahresverbrauch von etwa 1.800 Vier-Personen-Haushalten. Der Stromverbrauch konnte im selben Zeitraum um 8,2 Gigawattstunden gesenkt werden, was dem Jahresverbrauch von etwa 1.850 Vier-Personen-Haushalten entspricht.
Auch die im Mai dieses Jahres eingeführten Maßnahmen des Sofortprogramms zeigen bereits Wirkung. So können unter anderem durch das Intensivieren des Energiesparprogramms sowie des technischen Monitorings zur Erhöhung der Energieeffizienz im Gebäudebestand oder dem Nachrüsten städtischer Gebäude mit Solaranlagen zahlreiche Einsparungen erzielt werden. Im Jahr 2023 entsprechen diese dem Verbrauch von 260 (Wärme) und 303 (Strom) Vier-Personen-Haushalten. Außerdem wird durch drei laufende Projekte für die beschleunigte Dekarbonisierung der Wärmeversorgung der Gasverbrauch von 830 Vier-Personen-Haushalten durch andere Energieträger ersetzt.
Für 2024 plant das Baureferat zum Beispiel sechs weitere Projekte zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung. Das gesamte Potential der Erdgassubstitution entspricht nach vollständiger Umsetzung der Maßnahmen dem Wärmeverbrauch von 23.300 Vier-Personen-Haushalten. Auch das laufende Umrüsten der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik oder die geplante Nachrüstung von 13 Solaranlagen auf städtischen Gebäuden senkt den Energiebedarf. Im kommenden Jahr wird sich so der städtische Verbrauch um zusätzlich zirka 5,75 Gigawattstunden reduzieren, was dem jährlichen Verbrauch von 625 (Strom) und 260 (Wärme) Vier-Personen-Haushalten entspricht.