Das NS-Dokumentationszentrum München, Max-Mannheimer-Platz 1, zeigt am Dienstag, 2. Juli, 16.30 Uhr, im Rahmen des am Samstag beginnenden Filmfests München den Film „Empfänger Unbekannt“ von Sohrab Shahid Saless, einem der wichtigsten Filmemacher des Irans.1974 verließ er sein Heimatland und setzte seine Arbeit im bundesdeutschen Exil fort. Gegen Ende der 70er Jahre begann er, in seinen Filmen den deutschen Umgang mit der NS-Vergangenheit zu reflektieren. Am 28. Juni wäre Saless 80 Jahre alt geworden.
„Empfänger Unbekannt“ ist ein Film über Rezession, Arbeitslosigkeit und Rassismus. Er erzählt von Marianne, die ihre Familie verlässt und nach West-Berlin zieht. Dort lernt sie den arbeitslosen türkischen Architekten Umran kennen, der skeptisch auf die Bundesrepublik blickt. Die beiden ziehen zusammen und Marianne wird das erste Mal in ihrem Leben mit Rassismus und Diskriminierung konfrontiert. In Briefen an ihren Ehemann verarbeitet Marianne ihre neue Lebensrealität, stellt ihr bisheriges Leben in Frage und beginnt, an der Kälte ihrer Landsleute zu verzweifeln. Im Anschluss an die Vorführung findet ein Filmgespräch mit dem Autor Dr. Behrang Samsami und Daniel Wiegand, Assistenzprofessor für Filmwissenschaft der Universität Zürich, statt.
Die Teilnahme ist kostenfrei. Es ist keine Anmeldung notwendig. Infos zur Barrierefreiheit unter https://www.nsdoku.de/barrierfreiheit.