Bürgermeisterin Verena Dietl hat zusammen mit dem Referenten für Arbeit und Wirtschaft, Clemens Baumgärtner, sowie Vertreterinnen und Vertretern der Münchner Hochschulen den diesjährigen Hochschulpreis der Stadt München überreicht. Die Landeshauptstadt zeichnet mit dem Preis seit 1993 Abschlussarbeiten an der Hochschule München, der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Technischen Universität München aus. Der Hochschulpreis ist mit jeweils 5.000 Euro dotiert. Bürgermeisterin Dietl: „Der Hochschulpreis der Landeshauptstadt München wird seit über 30 Jahren vergeben und ist ein Zeichen für die traditionell enge Verbindung der Stadt München mit den Münchner Wissenschaftseinrichtungen.“
Clemens Baumgärtner: „Gerade die große Bandbreite der prämierten Arbeiten stellt erneut eindrucksvoll die Tiefe der in München ansässigen unversitären Forschungslandschaft unter Beweis.“
Der Hochschulpreis an der Hochschule München wurde an Regina Kirchlechner für ihre Bachelorarbeit „Auswirkung von Belastungen durch Straßenbahnen auf Abwasserkanäle in München“ verliehen. Die Arbeit entwickelt ein System zur Messung und Analyse der Belastungen, die von Trambahnen auf das Abwassersystem ausgelöst werden können. Neben dem innovativen Ansatz zur Entwicklung eines Messsystems und der für eine Bachelorarbeit herausragenden wissenschaftlichen Qualität wurde die Arbeit auch wegen der hohen Relevanz für die Münchner Stadtentwässerung ausgezeichnet. Abwasserkanäle wurden oft mittig unter den Straßen verlegt. Die Fragestellung, welche Auswirkungen auf das Kanalsystem querende Trambahnen verursachen, ist im Zuge der aktuellen Straßenbahnausbaupläne von zentraler Bedeutung.
Der Hochschulpreis an der Ludwig-Maximilians-Universität München wird in diesem Jahr an zwei Arbeiten gleichberechtigt vergeben. Sabrina Keil erhält den Preis für ihre Dissertation „Evaluation of Ground Motion and Optimum Seismic Monitoring at an Inner-City Deep Geothermal Power Plant“, in der sie die Abschätzung und das Management seismischer Risiken untersucht. Durch innovative Messverfahren und maschinelles Lernen wird ein verbessertes seismisches Überwachungsnetz entwickelt. So können die Sicherheit und die Akzeptanz der Geothermie als wesentlicher Beitrag zum Ziel einer CO₂-neutralen Wärmeversorgung gefördert werden. Cordula Bauer erhält den Preis für ihre Dissertation „Die alltägliche Konstruktion des Hofes: Handwerker und Diener am kurbayerischen Hof (1650-1726)“. Sie erforscht die Lebens- und Arbeitsbedingungen von über 1.000 Handwerkern und Dienern am frühneuzeitlichen Hof. Neben neuen Erkenntnissen, wie der Hof organisiert war und wie über die Handwerker die Verbindung zur Stadtgesellschaft bestanden hat, zeigt die Arbeit auch, wie der Hof und die Bediensteten mit politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Umbrüchen und Krisen umgingen.
Den Hochschulpreis an der Technischen Universität München erhielt Leonie Kratzner für ihre Masterarbeit „The future of the single house – Potentials and challenges of densification in single-family house neighborhoods for sustainable living“. Die Arbeit setzt sich mit dem Nachverdichtungspotenzial für Einfamilienhäuser auseinander. Neben dem Ziel, neuen Wohnraum zu schaffen, verbindet Kratzner mit ihrem Ansatz soziale, ökonomische, rechtliche und stadtgestalterische Aspekte. Die Arbeit wird wegen der hohen fachlichen Qualität und Relevanz ausgezeichnet. Sie bietet eine gute Grundlage für eine konzeptionelle Nachverdichtung von Einfamilienhaus-Siedlungen. Mit einem Bestand von rund 16 Millionen Einfamilienhäusern in Deutschland kommt der Betrachtung und Entwicklung dieses Gebäudetypes in den Städten eine wesentliche Bedeutung zu. Weitere Informationen zum Hochschulpreis unter https://stadt.muenchen.de/infos/hochschulpreis.html.