Das Jobcenter München hat heute im Sozialausschuss des Stadtrats seinen Halbjahresbericht 2024 vorgestellt. In der Landeshauptstadt München sind demnach derzeit 52.316 (Datenstand März 2024) erwerbsfähige Menschen in 39.212 Bedarfsgemeinschaften auf das Bürgergeld angewiesen. Die Anzahl der Bedarfsgemeinschaften verzeichnet im März (aktuellster, revidierter Wert) eine gleichbleibende Tendenz gegenüber den Vormonaten und ist im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Prozent, die der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten um 0,9 Prozent angestiegen. Aktuell sind 22.154 Arbeitslose im Rechtskreis SGB II in München gemeldet; dies entspricht einem Anstieg um 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Rund 31.000 erwerbsfähige Menschen mit ausländischem Pass beziehen in München Bürgergeld, davon 6.487 Geflüchtete aus der Ukraine in einem Alter von über 15 Jahren (März 2024 aktuellster, revidierter Wert). Der Anteil an Frauen beträgt hierbei 71 Prozent. Das Jobcenter München berät und unterstützt beim Eintritt in den Arbeits- oder Ausbildungsmarkt. Der zu Beginn des Jahres von der Bundesregierung ins Leben gerufene Job-Turbo zur Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten startete zur rechten Zeit. Das Jobcenter München erkennt, trotz der konjunkturell schwierigen Rahmenbedingungen, bei der Arbeitsmarktintegration geflüchteter Menschen eine positive Entwicklung. Insgesamt konnten durch die Unterstützung des Jobcenters seit Beginn 2015 (bis Februar 2024) 24.720 Personen mit Staatsangehörigkeit der acht Asylherkunftsländer in den Arbeitsmarkt integriert werden. Gerade die Integration der Geflüchteten aus der Ukraine stellt für das Jobcenter aktuell eine große Herausforderung dar. Seit Anfang 2022 konnten 1.406 Ukrainerinnen und Ukrainer durch das Jobcenter in den Arbeitsmarkt integriert werden (Datenstand bis Februar 2024).
Anette Farrenkopf, Geschäftsführerin des Jobcenter München: „Den meisten zugewanderten Menschen fehlen jedoch die Grundlagen, um als Fachkraft im Arbeitsmarkt durchzustarten: Über 50 Prozent der Geflüchteten in München haben keine Berufsausbildung und benötigen sprachlich noch mehr Unterstützung. Genau hier setzen die seit Februar 2024 und im Rahmen des Job-Turbo eingeführten Berufssprachkurse (Job-BSK) an, die gezielter auf den konkreten Bedarf am Arbeitsplatz ausgerichtet sind. Aufbauend auf den Integrationskursen bereitet der Job-BSK die Menschen mit Migrationsgeschichte sowie Geflüchtete auf das Erwerbsleben in Deutschland vor.“
Seit April 2024 hat das Jobcenter München mit einer eigenen App sein digitales Angebot erweitert. Die App erleichtert den flexiblen Zugang zu Angeboten und Dienstleistungen des Jobcenters. Push-Nachrichten informieren in Echtzeit über wichtige Ereignisse, Neuigkeiten oder Veranstaltungen, gleichzeitig bietet die App eine direkte Anbindung an die digitalen Angebote unter www.jobcenter.digital. Hier können Anträge auf Bürgergeld eingereicht, das Mitteilen einer Veränderung erledigt oder ein Weiterbewilligungsantrag gestellt werden.
Im Juni 2024 wurde das Jobcenter München im Rahmen eines Festaktes in Berlin mit dem deutschen Excellence-Preis der Initiative Ludwig-Erhard-Preis e. V. (ILEP) ausgezeichnet. Diesen Preis erhalten Organisationen und Unternehmen in Deutschland als Anerkennung überzeugender und vorbildlicher Leistungen im Qualitätsmanagement. „Über die Auszeichnung mit dem Ludwig-Erhard-Preis freuen wir uns sehr und ich bin stolz auf unsere Organisation sowie auf unsere Mitarbeitenden“, sagt Anette Farrenkopf. „Diesen Erfolg werden wir zum Anlass nehmen, unsere zu Beginn gemeinsam erarbeiteten Qualitätsansprüche weiter zu entwickeln – alles darauf ausgerichtet, den Erwartungen unserer Kundinnen und Kunden fortwährend gerecht zu werden“.