Der Vorfall hatte Ende Februar diesen Jahres für große öffentliche Aufmerksamkeit gesorgt. Bei einem Termin am 23. Februar in der Ausländerbehörde Neuburg-Schrobenhausen wurde der 26-jährige Pflegeschüler der MÜNCHENSTIFT, Daniel Mangala, völlig überraschend in Abschiebehaft genommen. Bereits für den darauffolgenden Montag war die Abschiebung in den Kongo – das Land, aus dem er fünf Jahre zuvor geflüchtet war – geplant. Nachdem der Sachverhalt bekannt geworden war, intervenierte Bürgermeisterin Verena Dietl, die auch Aufsichtsratsvorsitzende der MÜNCHENSTIFT GmbH ist, beim Bayerischen Innenministerium. Mit Erfolg: Die Abschiebung wurde ausgesetzt.
Bürgermeisterin Dietl: „Die menschliche Tragödie hatte mich in diesem besonderen Fall sehr berührt. Vor dem Hintergrund des akuten Mangels an Fachkräften war es für mich zudem nicht nachvollziehbar, warum ein gut integrierter und von allen Kolleginnen und Kollegen geschätzter Mitarbeiter abgeschoben werden soll. Abgeschoben trotz bester Zukunftsperspektiven. Für mich war es daher selbstverständlich, umgehend das Bayerische Staatsministerium für Inneres, Sport und Integration zu kontaktieren und mich für Herrn Mangala einzusetzen.“
Daniel Mangala lebt seit 2019 in Deutschland und konnte verschiedene Sprachkurse und die Mittelschule erfolgreich abschließen. 2023 begann er eine Ausbildung zum staatlich anerkannten Pflegefachhelfer bei der MÜNCHENSTIFT, die Ende August abgeschlossen ist. Daniel Mangala hat bereits jetzt das Angebot für eine weiterführende dreijährige Pflegeausbildung. Aktuell besteht noch eine Aufenthaltsduldung, für die Zukunft wird aber eine Aufenthaltsgenehmigung angestrebt.
Heute konnte Bürgermeisterin Dietl Daniel Mangala persönlich im Rathaus begrüßen
und zum bisherigen Ausbildungsverlauf gratulieren. Begleitet wurde er von David Strobel, der bei der MÜNCHENSTIFT die Auszubildenden betreut. Er hatte sich zusammen mit der Geschäftsführung dafür eingesetzt, dass eine Abschiebung verhindert werden kann und Daniel Mangala in diesem schwierigen Prozess begleitet.
Bürgermeisterin Verena Dietl: „Ich danke Herrn Strobel für sein Engagement bei allen Belangen der Auszubildenden und im Besonderen für seinen herausragenden und maßgeblichen Einsatz in diesem ganz besonderen Fall. Herrn Mangala wünsche ich viel Erfolg für seinen weiteren Werdegang und die Ausbildung in der Pflege. Wir werden über den von mir geleiteten Lenkungskreis Pflege noch in diesem Jahr eine Resolution verfassen, in der auf die Probleme Geflüchteter in der Pflegeausbildung eingegangen wird und Forderungen für eine Verbesserung der Situation formuliert werden.“
Achtung Redaktionen: Das Foto (© LHM) zeigt Bürgermeisterin Verena Dietl mit Daniel Mangala und David Strobel.