Deutschlands größtes kommunales Bildungsbauprogramm schreitet weiter voran: Das Baureferat kann in Zusammenarbeit mit dem Referat für Bildung und Sport heuer die Arbeiten für zahlreiche weitere Schul- und Kitabauprojekte abschließen.
Oberbürgermeister Dieter Reiter: „Auch in finanziell schwierigen Zeiten setzen wir unser ambitioniertes Schul- und Kitabauprogramm fort. Ein gutes Lernumfeld ist schließlich eine wichtige Grundlage für gute Bildung. Nach dem Gymnasium in der Messestadt Riem dürfen sich beispielsweise auch die Schülerinnen und Schüler der fünfzügigen Elly-Heuss-Realschule gegenüber freuen, das neue Schuljahr im neuen Haus zu starten. Aber auch die Sanierungen der älteren Schulgebäude haben für mich hohe Priorität. Und weil Bildungsgerechtigkeit für mich nicht nur ein Wort ist, haben wir trotz der aktuell angespannten städtischen Haushaltssituation den Ausbau und die Modernisierung unserer Schulen, Kitas und Sportstätten fortgesetzt. Wir investieren somit weiter in die besten Voraussetzungen für die Entwicklung unserer Münchner Kinder.“
Baureferentin Dr.-Ing. Jeanne-Marie Ehbauer: „Es ist ein Privileg, Deutschlands größtes Schul- und Kitabauprogramm umsetzen zu dürfen. Neben dem Ziel, die bestmöglichen Räume für gutes, gesundes Leben, Lernen und Arbeiten zu schaffen, liegt unser besonderes Augenmerk auf nachhaltigem, klimagerechtem Bauen und Ressourcenschutz. Ein außergewöhnliches Projekt ist der Neubau des Wilhelm-Hausenstein-Gymnasiums im Bogenhausener Klimapark. Mit seiner organischen Architektur, Biodiversitätsdächern, Photovoltaikanlagen sogar im Ballfangzaun und begrünten Fassaden ist hier – auch durch die aktive Einbindung der Bürgerinnen und Bürger – ein Vorzeigebeispiel nachhaltigen Schulbaus entstanden.“
Stadtschulrat Florian Kraus: „Ich freue mich, dass wir zum neuen Schuljahr wieder zahlreiche moderne Schulgebäude in Betrieb nehmen: für eine moderne Pädagogik vom Lernhauskonzept bis zum stetigen Ausbau der Ganztagsversorgung. Das Fundament der Bildungsgerechtigkeit ist der Schul- und Kitabau und die Errungenschaften der Münchner Bildungsbauoffensive sind daher von großer Bedeutung für unsere Stadtgesellschaft. Ich bedanke mich bei allen Kolleg*innen im Referat für Bildung und Sport und im Baureferat für ihren großen Einsatz in den letzten Monaten.“
Am Salzsenderweg in Bogenhausen konnte das Baureferat nun die 2021 begonnenen Bauarbeiten für den neuen Standort des Wilhelm-Hausenstein-Gymnasiums abschließen. Zum Schuljahresbeginn können die 1.350 Schüler*innen in das neue Gebäude einziehen. Die äußere Form des Schulbaus nimmt die organischen Formen und Materialien des umgebenden Klimaparks auf und verzahnt sich harmonisch mit den angrenzenden Frei- und Grünflächen. Drei Bauteile liegen auf einem verbindenden Sockel auf, in dem die gemeinschaftlichen Funktionsbereiche Aula, Mensa sowie die Sporthalle untergebracht sind. Die Anordnung der Nutzungen um den zentralen Eingangs- und Aulabereich ermöglicht kurze Wege und direkte Verbindungen. Die genehmigten Projektkosten betragen 121 Millionen Euro.
Die sechszügige Verbandsgrundschule Karlsfeld inklusive Mensa entstand in Kooperation mit der Gemeinde Karlsfeld, um den schulischen Bedarf der beiden Kommunen im Bereich der Stadtgrenze zu decken.
Auf dem Gelände der ehemaligen Bayernkaserne bezieht die Förderschule Rothwiesenstraße das neue Grundschulgebäude Neufreimann Süd als Interimsstandort. Zum kommenden Schuljahr 2025/26, wenn ein Teil der Wohnungen in dem Neubaugebiet bezugsfertig sein wird, startet dort die neue Grundschule Neufreimann Süd. Das Gebäude besteht aus sechs Lernhäusern sowie einer Zweifachsporthalle, zwei Räumen für ganztägige Betreuung, zwei Inklusionsräumen und einem Kreativbereich.
Ebenfalls in Neufreimann Süd nimmt in diesem September ein Haus für Kinder mit drei Krippen- und drei Kindergartengruppen den Betrieb auf. Für die Grundschule Mariahilfplatz 18 in der Au hat das Baureferat im dritten Bauabschnitt einen Erweiterungsbau errichtet mit Räumen für die Ganztagsbetreuung, einer Mensa und zwei Einfachsporthallen, von denen eine zeitversetzt fertiggestellt wird. Der Bestandsbau wurde bereits saniert.
Um den Neubau der Grundschule und des Sonderpädagogischen Förderzentrums am Theodor-Heuss-Platz in Neuperlach starten zu können, werden zum Schuljahresbeginn Interimsstandorte zur Verfügung gestellt. Für die Grundschule steht nun der Interimsstandort auf der Böglwiese bereit und für das Sonderpädagogische Förderzentrum wird der Interimsstandort an der Staudingerstraße (Pavillon Strehleranger) weiter genutzt.
An der Erich-Kästner-Realschule im Hasenbergl wurde eine Dreifach-Sporthalle im Rahmen des ersten Bauabschnitts fertiggestellt. In einem zweiten Bauabschnitt errichtet das Baureferat einen vierzügigen Neubau mit Mensa und Tiefgarage.
Auch der erste Bauabschnitt für den neuen Standort der Fachoberschule für Sozialwesen in Milbertshofen, deren Umzug aus Freiham erfolgt, ist realisiert.
Die Willy-Brandt-Gesamtschule wird mit der Fertigstellung des zweiten Bauabschnittes vom Standort Paul-Hindemith-Allee zum Schuljahr 2025/26 in die neuen Räumlichkeiten in Milbertshofen wechseln.
Der neu errichtete Mittelbau mit Einfachsporthalle und Lernhaus und der generalsanierte, denkmalgeschützte Ostflügel in der Plinganserstraße 28 in Sendling geht in Betrieb und wird durch die Dieter-Hildebrandt-Wirtschaftsschule genutzt.
Noch im Jahr 2024 werden weitere Bildungsbauprojekte abgeschlossen. Der Hort Kreuzerweg 28 in Trudering startet seinen Betrieb mit drei Gruppen. Außerdem werden das neue Haus für Kinder Josef-Wirth-Weg in Freimann mit drei Kinderkrippengruppen und ein integratives Haus für Kinder in der Quiddestraße 1-3 in Perlach mit drei Hort-, zwei Kindergarten- und zwei Kinderkrippengruppen sowie einer Mütterberatungsstelle fertiggestellt. Der Betrieb startet jeweils 2025.
Flächenschonend und klimafreundlich
Innerstädtische Lagen erfordern eine kompakte, oft auch gestapelte Bauweise und einen geschickten Umgang mit knapp bemessenen Flächen und engen Grundstückgrenzen. Immer häufiger werden Dächer als Sport- und Pausenflächen genutzt. Weitere Anforderungen wie Baum- und Lärmschutz kommen hinzu. Trotz der Größe der Schulen wird durch die baulich gut organisierte innere Gebäudestruktur und die in sich abgeschlossenen Lernhäuser eine schüler*innenfreundliche Atmosphäre geschaffen. Daneben entstehen attraktive Pausenhof-, Spiel- und Aufenthaltsbereiche, die durch Baumpflanzungen und vielfältige Grünbereiche geprägt sind. Besonderes Augenmerk legt das Baureferat auf die Umsetzung des
Schwammstadtprinzips sowie die Energieeffizienz. Auf allen Neubauten wurden Dachbegrünungen ausgeführt. Durch die Errichtung von Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von circa 1.150 kWp können jährlich circa 860 Tonnen CO₂ eingespart werden. Aufgrund ihrer energieeffizienten Gebäudehülle und des Einsatzes erneuerbarer Energien im Strom und Wärmebereich wird bei den Neubauten in der Regel der Effizienzgebäude (EG) 40 Standard erreicht.
Einen besonderen Beitrag zur Gestaltung leistet QUIVID, das Kunstam-Bau-Programm der Landeshauptstadt München. Die Kunstwerke entstehen eigens für die jeweiligen Orte und deren Nutzer*innen. Be- merkenswert ist dabei die künstlerische Bandbreite, die von malerischen und skulpturalen Arbeiten bis hin zu architektonischen Gesamtentwürfen reicht. Georgia Creimer hat für die unterirdische Fahrradgarage des Thomas-Mann-Gymnasiums ein räumliches Szenario mit Landschaftsbezug geschaffen, das einen Kontrast zur städtischen Umgebung bildet. Der Künstler Christian Schwarzwald lädt in seiner malerischen Gestaltung der 40 Meter langen Betonwand im Haus für Kinder im Korbmacherweg die Nutzer*innen dazu ein, in ein Spiel aus Farben und Formen einzutauchen. Ilse Haiders Kunst-am-Bau-Projekt „Zwei Eschen“ zeigt die lebensgroßen fotografischen Darstellungen zweier Eschen, realisiert auf zwei jeweils zehn mal sechs Meter großen Wänden der Innenhöfe der Grundschule Karlsfeld.