Unter dem Motto „Legal, einfach, fair – für eine Neuregelung des Schwangerschaftsabbruchs in Deutschland“ findet vom 21. bis 28. September eine deutschlandweite Aktionswoche anlässlich des Safe Abortion Days am 28. September statt. Der internationale Aktionstag für sicheren und legalen Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen fordert das Selbstbestimmungsrecht ungewollt schwangerer Frauen, bessere reproduktive Gesundheitsversorgung und umfassende Unterstützung von Familien.
Bürgermeisterin Verena Dietl: „In Deutschland wird das Thema Schwangerschaftsabbruch nach wie vor sehr kontrovers und emotional diskutiert. Ungewollt schwangere Frauen brauchen unsere uneingeschränkte Unterstützung und Solidarität. Schwangere als auch Fachkräfte müssen freien Zugang zu sachlichen Informationen über einen Schwangerschaftsabbruch haben, und es müssen ausreichende Angebote für die Betroffenen zur Verfügung stehen.“
Schwangerschaftsabbrüche sind in Deutschland nach § 218 Strafgesetzbuch grundsätzlich verboten. Das stigmatisiert ungewollt schwangere Frauen und Ärzt*innen, die bereit sind, einen Abbruch vorzunehmen. Bislang hat das strafrechtliche Verbot keineswegs zu einer Verringerung der Anzahl von Schwangerschaftsabbrüchen geführt, wohl aber zu einer Verschlechterung der gesundheitlichen Lage für die betroffenen Frauen. Aufgrund des Straftatbestands sind Schwangerschaftsabbrüche kein Bestandteil des Medizinstudiums und der fachärztlichen Ausbildung. Das birgt Gefahren für das Leben und die Gesundheit der betroffenen Frauen.
Nicole Lassal, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt München: „Frauen, die ungewollt schwanger sind, befinden sich in einer Notsituation. Sie benötigen vorurteilsfreie Beratung und Unterstützung sowie eine verbesserte und ausgebaute Gesundheitsversorgung. Eine Entkriminalisierung ist dafür eine wichtige Grundlage und stärkt das Selbstbestimmungsrecht der Frauen.“
Das Gesundheitsreferat der Stadt unterstützt auch in diesem Jahr den Safe Abortion Day. Am 25. September werden in einer Fachveranstaltung ausgewählte Ergebnisse der ELSA-Studie zur Situation ungewollt Schwangerer sowie die Empfehlungen der Kommission vorgestellt. Danach sollen gewollte Schwangerschaftsabbrüche unter bestimmten Voraussetzungen außerhalb des Strafgesetzbuchs geregelt werden, was im Einklang mit den Forderungen des diesjährigen Mottos der Aktionswoche steht.
Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek: „Die neusten Forschungsergebnisse der ELSA-Studie zeigen eindrücklich, dass die Versorgung mit Schwangerschaftsabbrüchen in Bayern nicht ausreichend ist. Betroffene Frauen sind darauf angewiesen, die Versorgungsstruktur in München zu nutzen. Ich unterstütze die Empfehlungen der Kommission zur reproduktiven Selbstbestimmung und Fortpflanzungsmedizin hinsichtlich der Änderung der §§ 218-218a im Strafgesetzbuch, um die Versorgung von ungewollt schwangeren Frauen zu verbessern.“
Die staatlich anerkannte Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen im Münchner Gesundheitsreferat bietet Schwangerschaftskonfliktberatung an und ist telefonisch unter 233-47871 oder via E-Mail an schwangerschaftsberatung.gsr@muenchen.de zu erreichen. Eine Übersicht der staatlich anerkannten Beratungsstellen in München ist einsehbar unter
https://schwangerinmuenchen.de.