Mehr digitale Souveränität und Sicherheit durch Open Source: BundesMessenger testen
Antrag Stadtrats-Mitglieder Delija Balidemaj, Judith Greif, Thomas Niederbühl, Dr. Florian Roth, David Süß, Andreas Voßeler (Fraktion Die Grünen – Rosa Liste) und Nikolaus Gradl, Roland Hefter, Lars Mentrup, Felix Sproll, Micky Wenngatz (SPD/Volt-Fraktion) vom 28.3.2024
Antwort IT-Referentin Dr. Laura Dornheim:
In Ihrem Antrag wird das IT-Referat gebeten, den für die Kommunikation in der öffentlichen Verwaltung entwickelten BundesMessenger zu testen und ihn auf sinnvolle Einsatzmöglichkeiten hin zu prüfen. Dabei ist ein Vergleich zu Bestandstools (insb. Webex) und Alternativen auf dem Markt in Bezug auf Wirtschaftlichkeit, Datenschutz und sonstige relevante Faktoren zu ziehen.
Ihr Einverständnis vorausgesetzt, erlaube ich mir, Ihren Antrag als Brief zu beantworten.
Das IT-Referat beobachtet die Entwicklungen im Bereich Open Source aufmerksam und mit großem Interesse. Daher haben wir uns bereits vor dem Antrag intensiv mit dem Bundesmessenger beschäftigt. So wurde in unserem Rechenzentrum eine eigene Instanz installiert und ausgiebig getestet. Typische Chat-Funktionen wie Einzelchats, Gruppenchats und Umfragen im Chat sind verfügbar und lassen sich intuitiv bedienen. Leider erfüllt der Bundesmessenger derzeit noch nicht unseren Anforderungen an den Funktionsumfang einer Unified Communications und Collaboration Plattform, so fehlen zum Beispiel Videokonferenz- und weitergehende Kollaborationsmöglichkeiten. Der Bundesmessenger bietet zudem nicht die notwendige Integration in Geschäftsprozesse und Workflows, wie zum Beispiel in das bestehende Kalendersystem, wie es die derzeitige Videokonferenzlösung ermöglicht.
Die durch die Landeshauptstadt München derzeit genutzte Lösung wurde eingehend durch interne und externe Sicherheitsorganisationen überprüft und bei Bedarf angepasst und erfüllt die Anforderungen an den Datenschutz. So wird beispielsweise das Schlüsselmaterial für die Chats im eigenen Rechenzentrum gehalten, um unbefugten Zugriff Dritter auf Chatverläufe zu unterbinden.Um dennoch die Möglichkeit zu haben, aktuelle Entwicklungen und neue Funktionen des Bundesmessengers zu beobachten und zu erproben, bleibt die Testumgebung weiterhin bestehen.
Wir möchten noch darauf hinweisen, dass wir uns in der Planung für eine Ausschreibung für eine Kommunikationslösung mit den Inhalten Telefonie, Videokonferenz und Teamkollaboration befinden. Hierbei versichern wir, dass der Markt auf Open Source Alternativen zu den bestehenden Systemen und Anwendungen überprüft wird, um die beste Lösung für die Bedürfnisse der Landeshauptstadt München zu finden.
Um Kenntnisnahme von den vorstehenden Ausführungen wird gebeten. Wir gehen davon aus, dass die Angelegenheit damit abgeschlossen ist.