Verstimmungen im Rathaus beseitigen
Antrag Stadtrats-Mitglieder Nikolaus Gradl, Roland Hefter, Anne Hübner, Marian Offman, Klaus Peter Rupp, Christian Vorländer (SPD/Volt-Fraktion), Ulrike Grimm, Heike Kainz, Hans-Peter Mehling (Stadtratsfraktion der CSU mit FREIE WÄHLER), Sonja Haider, Dirk Höpner, Nicola Holtmann, Tobias Ruff (Fraktion ÖDP/München-Liste) und Professor Dr. Jörg Hoffmann, Gabriele Neff, Richard Progl, Fritz Roth (FDP BAYERNPARTEI Stadtratsfraktion) vom 14.3.2024
Antwort Baureferentin Dr.-Ing. Jeanne-Marie Ehbauer:
Sie haben am 14.3.2024 Folgendes beantragt: „Die Stadtverwaltung wird gebeten, das weltberühmte Glockenspiel im Turm des Neuen Münchner Rathauses baldmöglichst stimmen zu lassen“.
Nach § 60 Abs. 9 GeschO dürfen sich Anträge ehrenamtlicher Stadtratsmitglieder nur auf Gegenstände beziehen, für deren Erledigung der Stadtrat zuständig ist. Der Inhalt Ihres Antrages betrifft jedoch eine laufende Angelegenheit i. S. von Art. 37 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 GO und § 22 GeschO, deren Erledigung dem Oberbürgermeister obliegt. Eine beschlussmäßige Behandlung der Angelegenheit im Stadtrat ist daher rechtlich nicht möglich.
Zu Ihrem Antrag vom 14.3.2024 teilt das Baureferat aber Folgendes mit:
Die Glocken des Münchner Glockenspiels wurden im Jahr 2007 durch niederländische Spezialisten letztmalig ausgeschliffen und die korrekte Glockenstimmung wieder hergestellt. Durch den im Rahmen der aktuellen Modernisierungsarbeiten hinzugezogenen Sachverständigen wurde nochmals bestätigt, dass die Glocken nach wie vor sehr gut gestimmt sind.
Die bisherigen tonalen Schwankungen in den Liedern basierten auf der historischen, mechanischen Ansteuerung der Glocken, die konstruktionsbedingt sehr anfällig für Störungen war. Die Ansteuerung erfolgte dabei über ein Walzenspielwerk sowie einen Spieltisch und wurde über mehrere Meter lange Stahlzüge, die sich je nach Temperatur ausgedehnt oder verkürzt haben, auf Glockenklöppel übertragen, welche die Glocken anschlagen. Dies hatte entsprechende Auswirkungen auf die melodische Qualität zur Folge.
Nach der aktuell durchgeführten Modernisierungsmaßnahme werden die Glocken seit Anfang Juli automatisiert angesteuert. Dabei werden elektrische Impulse direkt von der Steuerung an die neuen Magnethämmer der Glocken gegeben, um die oben beschriebene Anfälligkeit zu beheben.
Dank der neuen Technik wurde nun ein sehr gutes Gesamtergebnis erzielt, wie vom hinzugezogenen Sachverständigen ebenfalls bestätigt wurde. Nach einem mehrwöchigen Probebetrieb, bei dem unter anderem die Liedlängen und Hammergeschwindigkeiten auf den Figurenumlauf abgestimmt wurden, kann das Glockenspiel jetzt wieder „live“ erlebt werden.
Um Kenntnisnahme von den vorstehenden Ausführungen wird gebeten. Wir gehen davon aus, dass der Antrag damit abschließend behandelt ist.