Die Stadt München setzt am Mittwoch, 16. Oktober, ein Erinnerungszeichen für Alexander Schmorell. Zu Ehren des Mitglieds der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ findet im Albert-Einstein-Gymnasium ab 15 Uhr eine Gedenkfeier statt. Es sprechen Stadtrat Sebastian Weisenburger (Fraktion Die Grünen – Rosa Liste) in Vertretung des Oberbürgermeisters, Markus Schmorell für die Familie, Dr. Ludwig Spaenle, Beauftragter der Bayerischen Staatsregierung für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, für Erinnerungsarbeit und geschichtliches Erbe, Rektorin Marion Freytag und Schüler*innen des Albert-Einstein-Gymnasiums, Dr. Anais Schuster-Brandis, Mitglied des Bezirksausschusses 18 (Untergiesing-Harlaching) sowie Dr. Hildegard Kronawitter, Erste Vorsitzende der Weiße Rose Stiftung e.V.
Das Erinnerungszeichen für Alexander Schmorell wird im Anschluss ab 16.30 Uhr am Schmorellplatz angebracht.
Zur Person Alexander Schmorell
Der in Russland geborene Alexander Schmorell wuchs in München auf, wo er bereits am Neuen Realgymnasium seinen Freund und Mitstreiter Christoph Probst kennenlernte. Als Medizinstudent wurde er in die Wehrmacht eingezogen, wo er als Sanitätsunteroffizier Hans Scholl kennenlernte. Im Sommer 1942 verfassten sie gemeinsam die ersten vier Flugblätter der Widerstandsgruppe „Die weiße Rose“. Nachdem die Medizinstudenten an der Ostfront Zeugen der deutschen Kriegsverbrechen wurden, erweiterten sie nach ihrer Rückkehr den Kreis der am aktiven Widerstand Beteiligten. Sophie Scholl, Willi Graf, Professor Kurt Huber und Christoph Probst wurden Teil der Weißen Rose. Im Februar 1943 wurde Alexander Schmorell verhaftet, im April 1943 zum Tode verurteilt und am 13. Juli 1943 in München-Stadelheim ermordet.
Seine letzten Worte schrieb er an seine Eltern: „[Ich] gehe hinüber in dem Bewusstsein, meiner tiefen Überzeugung und der Wahrheit gedient zu haben. Dies alles lässt mich mit ruhigem Gewissen der nahen Todesstunde entgegensehen.“
Über die Erinnerungszeichen
Erinnerungszeichen werden seit 2018 an Orten angebracht, an denen Menschen lebten, die von den Nationalsozialisten verfolgt und ermordet wurden. Die Erinnerungszeichen bestehen aus gebürstetem Edelstahl und sind vergoldet. Es gibt sie als Wandtafeln an der Fassade und als Stelen auf öffentlichem Grund. Sie enthalten die wichtigsten Lebensdaten, Angaben zum Schicksal und – falls vorhanden – ein Bild.
Weitere Informationen unter www.erinnerungszeichen.de und www.map.erinnerungszeichen.de.
(Siehe auch unter Terminhinweise)