Oberbürgermeister Dieter Reiter übersendet Glückwünsche an Professor Dr. Michael Brenner zum bevorstehenden 60. Geburtstag: „Vor Kurzem hatte ich die Gelegenheit, Sie zu Ihrem Kulturellen Ehrenpreis der Landeshauptstadt München zu beglückwünschen. Heute gratuliere ich Ihnen im Namen der Mitglieder des Stadtrats der Landeshauptstadt München und auch persönlich sehr herzlich zu Ihrem 60. Geburtstag. Was Ihr wissenschaftliches Werk und seine große Bedeutung angeht, werde ich kaum treffendere Worte finden als die Jury des Kulturellen Ehrenpreises: ,Angesichts der aktuellen Ereignisse in Nahost, eines weltweit wiedererstarkenden Antisemitismus‘ sowie schon länger anhaltender Anfechtungen der Wissenschaften als aufklärerischem Fundament der Demokratie ist Michael Brenners erhellende, stets besonnene historische Stimme wichtiger denn je.´
In München haben Sie 1997 den Lehrstuhl für Jüdische Geschichte und Kultur an der Ludwig-Maximilians-Universität gegründet und Ihre großen Forschungsarbeiten vorangetrieben – von der Spaltungsgeschichte der jüdischen Gemeinschaft im (nach)revolutionären München bis zu Ihren meisterhaften Synthesen jüdischer Geschichtsschreibung, um nur zwei Aspekte zu nennen. Seit 2013 sind Sie zudem Direktor des Centers for Israel Studies an der American University in Washington D.C. und bereichern weltweit Kuratorien, Institutionen und wissenschaftliche Beiräte, etwa als Vorsitzender des Franz Rosenzweig Minerva Institut in Jerusalem oder als Internationaler Präsident des Leo Baeck Instituts.
Es freut mich, dass man Sie trotz all dieser Aufgaben und Erfolge, wie die Jury schreibt, immer noch ,regelmäßig mit dem Fahrrad durch den Englischen Garten radeln sehen kann´, meist auf dem Weg zu Ihrem Institut, das kürzlich 25-jähriges Jubiläum gefeiert hat. Die Stadt München kann sich stolz und glücklich schätzen, dass sie zu einem zentralen Ort Ihres Schaffens und Wirkens geworden ist.
Lassen Sie mich noch etwas Persönliches hinzufügen: Natürlich auch weil mich der 7. Oktober 2023 und seine Folgen so erschüttert haben und es immer noch tun, habe ich gerade über die Adventszeit Ihre Kleine Jüdische Geschichte gelesen. So konzise und lehrreich erweitern Sie darin den gängigen Blick, lassen auch Risse und Brüche zu, anstatt simple Muster zu liefern, und erzählen dabei derart spannend, dass auch geschichtswissenschaftlich nicht geschulte Leserinnen und Leser gefesselt werden und – das kann ich für mich wirklich sagen – tief berührt von den wichtigen, ganz unaufgeregt hergestellten Bezügen zur Gegenwart.
Für die kommenden Jahre wünsche ich Ihnen vor allem Gesundheit, persönliches Wohlergehen und neben viel Erfolg bei all Ihren Vorhaben weiterhin ungebrochene wissenschaftliche Neugier sowie Sprach- und Diskussionslust – sie sind unentbehrlich.“