Die Schulkinder der Klasse 2a der Grundschule an der Aubinger Allee 152 (Freiham) beschäftigen sich im Rahmen der Aktion „Grünes Klassenzimmer“ mit dem Leben der Südlichen Binsenjungfer, einer bayernweit gefährdeten Libellenart. Am Donnerstag, 24. Oktober, geht es auf Exkursion ins Aubinger Moos nordöstlich von Lochhausen. Dort besichtigen die Kinder den nur temporär wasserführenden Tümpel, in dem sich diese Libellenart seit Jahren fortpflanzt. Die Exkursion wird vom Umsetzungsteam des BayernNetzNatur-Projekts Aubinger Moos im Auftrag des Referats für Klima- und Umweltschutz organisiert.
Vor seiner Kultivierung und Entwässerung war das Aubinger Moos für die Südliche Binsenjungfer ein idealer Lebensraum. Viele Tümpel, Weiher, Flutmulden, Senken, Sümpfe, Verlandungs- und Überschwemmungszonen mit wechselnden Wasserständen oder regelmäßiger sommerlicher Austrocknung standen der Art als Fortpflanzungsgewässer zur Verfügung. Inzwischen sind die Tümpel selten geworden, denn nicht nur im Aubinger Moos wurden vor langer Zeit die Niedermoor- und Sumpfwiesen entwässert. Die seltene Libellenart pflanzt sich nun in einer sonnigen Wiesenmulde fort. Diese Mulde war im Rahmen des städtischen Ökokontos ursprünglich für den Kiebitz angelegt worden und dient in trockenen Jahren sogar der Feldlerche als Brutplatz. Steigt im späten Frühjahr das Grundwasser infolge ergiebiger Regenfälle, füllt sich die Mulde mit Wasser, die Eier werden überstaut und die Larven schlüpfen. Die Larven der Südlichen Binsenjunger besitzen die Fähigkeit, ihre Entwicklung in nur acht Wochen zu durchlaufen. Das zeitweise Trockenfallen des Gewässers verhindert dabei, dass die Larven von Fischen gefressen oder von konkurrenzstärkeren Libellenlarven mit mehrjährigem Larvenzyklus verdrängt werden.
Im Jahr 2001 wurde das erste Münchner BayernNetzNatur-Projekt im Aubinger Moos ins Leben gerufen, um damit für die Natur wertvolle Gebiete gezielt fördern zu können. Die Trägerschaft für das Projekt hat die Stadt München übernommen, die fachliche Betreuung erfolgt durch den Geschäftsbereich Naturschutz und Biodiversität im Referat für Klima- und Umweltschutz.
(Siehe auch unter Terminhinweise)