Bierrevolution ehren: Maßpreis über den Stadtrat definieren
Bierrevolution ehren: Bierpreisbremse „al banco“
Bierrevolution ehren: Bier-Deputat
Anträge Stadträtin Marie Burneleit (Die PARTEI) vom 30.4.2024
Antwort Clemens Baumgärtner, Referent für Arbeit und Wirtschaft:
Da es sich bei den drei hier vorliegenden Anträgen erkennbar um satirische Beiträge mit Vorschlägen zur Bereicherung der Münchner Bierkultur handelt, erlaube ich mir, Ihre Anträge anstelle einer Stadtratsvorlage mit diesem Schreiben zu beantworten.
Erlauben Sie mir vorab die Bemerkung, dass es angesichts dringlicherer Aufgaben meinem Team kaum zuzumuten ist, solche Anträge zu bearbeiten. Für die dadurch ausgelösten Kosten stehen die Münchner Steuerzahler gerade.
Im Einzelfall erkenne ich bei Ihren Anträgen jedoch folgende Schwierigkeiten:
- Nachdem Sie in Ihrem Antrag „Maßpreis über den Stadtrat definieren“ nicht die Anzahl der zu verwendenden Würfel angegeben und kein Regelwerk beigegeben haben, kann das Verfahren des Auswürfelns Begehrlichkeiten wecken, die von Ihnen bei der Antragstellung offenbar nicht vorhergesehen wurden. Preise bis zu 18 oder gar 24 Euro wären so ohne Weiteres möglich. Unklar bleibt auch, wie oft man nach Ihrem Konzept würfeln muss, bis man sich schließlich festlegt.
- Am ehesten werden sich Biertrinkerinnen und -trinker wohl für von der Stadtkämmerei subventionierte Stehausschankpreise begeistern können, wie im Antrag Nr. 20-26/A 04804, „Bierrevolution ehren: Bierpreisbremse ‚al banco‘“ gefordert. Dieser ähnelt im Kern jedoch Ihrem bereits ablehnend behandelten Antrag Nr. 20-26/A 03061 aus dem Jahr 2022. Aus Gründen der Arbeitsökonomie verweisen wir auf unsere schriftliche Antwort vom 29.8.2023 und empfehlen die erneute Lektüre. Ich darf zusätzlich darauf hinweisen, dass der Ausschank „Al Banco“ im italienischen Sinne wie beim Genuss von Espresso am Tresen zu Sturztrunk im Stehausschank führt. Das Münchner Bier wäre es aber allemal wert, im Sitzen und in der königlich bayerischen Ruhe eines gemütlichen Zirbelstüberls genossen zu werden.
- Was schließlich das an die Mitglieder des Münchner Stadtrats auszureichende Bier-Deputat anbelangt, so darf vermutet werden, dass es sich bei einem gestandenen Stadtrat gar nicht erst lohnt, bei 40 Litern anzufangen. Ein Wegfall der Technikpauschale kann den Stadträten einesHigh-Tech-Standorts wie München sicherlich nicht zugemutet werden und brächte die Standortqualität in Gefahr.
Wir teilen Ihre hohe Wertschätzung für die Münchner Biertraditionen, fürchten aber, dass die von Ihnen vorgeschlagenen Maßnahmen zu Unruhen bei den Steuerzahlern führen könnten. Eine dadurch ausgelöste zweite Bierrevolution wäre sicher das Letzte, was unsere Stadt im Moment braucht.
Ich bitte Sie, von den vorstehenden Ausführungen Kenntnis zu nehmen, und gehe davon aus, dass Ihre Anträge hiermit als erledigt gelten dürfen.