An seinem Todestag am 11. November gedenkt die Stadt München des Arztes Dr. Fritz Zieglwallner und setzt an dessen ehemaligem Wohnort ein Erinnerungszeichen. Die Gedenkveranstaltung beginnt um 11 Uhr im Maximiliansaal der Regierung von Oberbayern, Maximilianstraße 39. Grußworte sprechen Stadtrat Andreas Voßeler (Fraktion Die Grünen – Rosa Liste) in Vertretung des Oberbürgermeisters, Dr. Konrad Schober, Regierungspräsident von Oberbayern, Ellen Presser von der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Dr. Marianne Röbl-Mathieu, Regionale Vorstandsbeauftragte für München der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns, sowie Priv.-Doz. Dr. Karin Schnebel vom Bezirksausschuss 1 (Altstadt-Lehel). Musikalisch begleitet wird die Veranstaltung von Esther Schöpf an der Violine. Professor Dr. Thomas Neuhann, Ziegelwallners Enkelsohn und Münchner Augenarzt, spricht für die Angehörigen und verliest die Biografie.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten entzog die Stadt München Dr. Fritz Zieglwallner seine Bestellung als Schularzt. 1937 wurde seine kassenärztliche Zulassung zum Ruhen gebracht – beides ohne Begründung. Die Verdrängung aus seinem Beruf lässt sich direkt auf die jüdische Herkunft seiner christlich getauften Mutter zurückführen. Nach seinem erfolglosem Einspruch gegen den beruflichen Ausschluss brach Dr. Zieglwallner tot zusammen.
Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung wird gegen 12 Uhr das Erinnerungszeichen am ehemaligen Wohnort in der Seitzstraße 3, heute Karl-Scharnagl-Ring gegenüber der Bürkleinstraße, angebracht.
Über die Erinnerungszeichen
Erinnerungszeichen werden seit 2018 an Orten angebracht, an denen Menschen lebten, die von den Nationalsozialisten verfolgt und ermordet wurden. Die Erinnerungszeichen bestehen aus gebürstetem Edelstahl und sind vergoldet. Es gibt sie als Wandtafeln an der Fassade und als Stelen auf öffentlichem Grund. Sie enthalten die wichtigsten Lebensdaten, Angaben zum Schicksal und – falls vorhanden – ein Bild.
Weitere Informationen unter www.erinnerungszeichen.de und www.map.erinnerungszeichen.de.
(Siehe auch unter Terminhinweise)