Im NS-Dokumentationszentrum München, Max-Mannheimer-Platz 1, stellen am Donnerstag, 21. November, 19 Uhr, Ernst Grube und Hannah Brinkmann das Buch „Zeit heilt keine Wunden“ vor. Das Buch aus der Feder der Comic-Künstlerin Hannah Brinkmann setzt die Lebenslinien von Ernst Grube und Kurt Weber kontrastierend in Beziehung. Die Graphic Novel ist eine Hommage an den Zeitzeugen Ernst Grube, dessen Lebensweg zeigt, dass es Verletzungen gibt, die nicht heilen. Sie erinnern daran, dass die Vergangenheit Teil der Gegenwart ist.
„Mischlinge ersten Grades“ – so wurden nach den „Nürnberger Gesetzen“ Kinder genannt, die ein jüdisches Elternteil haben. So auch Ernst Grube. Seine Familie befand sich während der Herrschaft der Nationalsozialisten im ständigen Kampf ums Überleben. Anfang 1945 wurde er als Junge mit einem der letzten Transporte nach Theresienstadt deportiert und schließlich von der Roten Armee befreit. Nach dem Krieg engagierte sich Ernst Grube in der kommunistischen Bewegung. In den 1950er Jahren wurde er wegen seiner politischen Aktivität verurteilt und inhaftiert. Vor dem Bundesgerichtshof stand Ernst Grube dem Richter Kurt Weber gegenüber, einst Erster Staatsanwalt unter den Nationalsozialisten. Er ist Vertreter einer Justiz, durch deren Antikommunismus in der noch jungen Bundesrepublik unverhältnismäßige Urteile gefällt wurden. Die Teilnahme ist kostenfrei. Es ist keine Anmeldung notwendig. Infos zur Barrierefreiheit unter unter nsdoku.de/barrierfreiheit.