Im VS, dem Interimsquartier des Museums Villa Stuck in der Goethestraße 54, werden am Mittwoch, 11. Dezember, um 19 Uhr die neuen Ausstellungen „Ilit Azoulay. Stopover“ und „Wie geht es Dir? Zeichner*innen gegen Antisemitismus, Hass und Rassismus“ eröffnet. Michael Buhrs, Direktor des Museums Villa Stuck, begrüßt die Gäste. Stadtrat Dr. Florian Roth (Fraktion Die Grünen – Rosa Liste) eröffnet die Ausstellungen in Vertretung des Oberbürgermeisters. Die Kuratorinnen Dr. Helena Pereña und Anne Marr führen in die Kunstprojekte ein.
Die Künstlerin Ilit Azoulay ist eine Meisterin des fotografischen Erzählens und baut Werke, die eine ebenso sinnliche wie intellektuelle Wirkung entfalten. Für die Ausstellung folgt Azoulay der Einladung, mit einem eigens dafür entwickelten Kunstprojekt auf die Geschichte der Villa Stuck und des neuen Ortes zu reagieren. Beide Häuser wurden im selben Jahr erbaut. Während die Villa Stuck eines der herausragenden Künstlerhäuser Europas ist, diente das Gebäude in der Goethestraße zunächst als bürgerliches Wohnhaus. Hildegard Musch gründete hier 1932 eine Pension als sogenanntes Fremdenheim. Wenig später diente das Gebäude als Zwangsunterkunft für enteignete jüdische Personen.
Azoulay erzählt die Geschichte von Musch mit einem Interview, das sie mit der Shoah-Überlebenden Eve Slatner gedreht hat. In weiteren Werken der Ausstellung treffen historische Archivalien auf Objekte unklarer Herkunft, die 2023 beim Umbau für die Interimsnutzung in der Goethestraße gefunden wurden. Darüber hinaus werden das gesamte Archiv der Künstlerin sowie – teilweise unfertige – Collagen ausgestellt. All das soll nach der Rückkehr ins Museum Villa Stuck erneut und verändert präsentiert werden. Die Ausstellung läuft bis 2. März 2025.
Das Projekt „Wie geht es dir? Zeichner*innen gegen Antisemitismus, Hass und Rassismus“ wurde zu Beginn des Jahres 2024 von den Künstler*innen Hannah Brinkmann, Nathalie Frank, Michael Jordan, Julia Kleinbeck, Moritz Stetter, Birgit Weyhe und Barbara Yelin, begleitet von Véronique Sina und dem Internationalen Comic-Salon Erlangen, ins Leben gerufen. 48 Zeichner*innen haben seitdem mit 60 Menschen gesprochen, die von Antisemitismus, Hass und Rassismus betroffen sind oder sich mit menschenfeindlichen Ideologien auseinandersetzen – darunter auch Prominente wie Meron Mendel oder Seyran Ateş. Die Gespräche wurden auf jeweils einer Comicseite festgehalten und wöchentlich veröffentlicht. Sie spiegeln eine komplexe Lage wider – Angst und Frustration, aber auch Hoffnung und Dialogbereitschaft. In der Ausstellung im Interimsquartier der Villa Stuck sind die Comicseiten bis 26. Januar 2025 zu sehen.
Nähere Angaben zu beiden Ausstellungen unter www.villastuck.de.
(Siehe auch unter Terminhinweise)