Brachfläche seit mehr als zwei Jahren: Warum ist der Schulsportplatz an der Josephsburgstraße noch immer nicht nutzbar?
Anfrage Stadträte Fabian Ewald und Jens Luther (Stadtratsfraktion der CSU mit FREIE WÄHLER) vom 11.10.2024
Antwort Stadtschulrat Florian Kraus:
Auf Ihre Anfrage vom 11.10.2024 nehme ich Bezug.
Sie haben Ihrer Anfrage folgenden Text vorausgeschickt:
„Rund acht Jahre lang war der zur Grundschule an der Berg-am-Laim-Straße gehörende Schulsportplatz an der Josephsburgstraße mit Schul- containern als Vorläuferschule für die neu errichtete Grundschule an der St.-Veit-Straße zum Schuljahresbeginn 2022/2023 nicht mehr genutzt. Der Umzugs- und Eröffnungstermin der neuen Grundschule war vorher langfristig bekannt.
Bis heute – mehr als zwei Jahre nach Beendigung der Nutzung der Container – kann der Schulsportplatz aber noch nicht wieder durch die Grundschule an der Berg-am-Laim-Straße betreten und für den Schulsport verwendet werden. Das bedeutet erhebliche Einschränkungen für den Sportunterricht, aber auch bei Veranstaltungen wie beispielsweise den Bundesjugendspielen. Es ist absolut unverständlich, dass es sich die Stadt München offenbar aufgrund von Verwaltungsversagen leistet, dringend be- nötigte Sportflächen so lange brach liegen zu lassen.“
Zu den von Ihnen gestellten Fragen kann ich Ihnen Folgendes mitteilen:
Frage 1:
Warum hat es die Stadtverwaltung in den mehr als zwei Jahren seit September 2022 nicht geschafft, den Sportplatz wieder der Grundschule für den Schulsport zur Verfügung zu stellen?
Antwort:
Auf dem Rasenspielfeld der Freisportanlage der Grundschule an der Bergam-Laim-Straße 142 mit der Adresse Josephsburgstraße 41 wurde ab 2014 eine mobile Raumeinheit (MRE) für die Bedarfsdeckung und Interimsnutzung als Vorläuferschule der damals in der Planung befindlichen neuen Grundschule an der St.-Veit-Straße 46 erstellt.
Die MRE wurde nach Fertigstellung und Inbetriebnahme der Grundschule an der St.-Veit-Straße 46 im Sommer 2022 außer Betrieb genommen und sollte anschließend als weitere Interimsnutzung für das Neubauprojekt Grundschule Weißenseestraße Wiederverwendung finden. Durch den Um-stand, dass die MRE nicht abzubrechen, sondern wiederzuverwenden war, bedurfte es eines deutlich schonenderen Umgangs mit dem Bauwerk. Dies zeichnet sich in der Darstellung der Zeitschiene entsprechend ab. Nach dem Umzug der MRE und Inbetriebnahme an der Weißenseestraße im Sommer 2023 wurde das Gelände an der Josephsburgstraße 41 seitens des Baureferats bis Herbst 2023 für die ursprüngliche Nutzung als Schulsportanlage wiederhergestellt. Diese Wiederherstellung beinhaltete lediglich ein stark verkleinertes Rasenspielfeld im Vergleich zum ursprünglichen Zustand, eine Laufbahn sowie einen Allwetterplatz mit angrenzender Weitsprunggrube. Ein Betriebsgebäude mit Sanitäranlagen ist derzeit nicht vorhanden.
Alle technischen Leitungen und die Fundamente der MRE wurden zurückgebaut, die Baugrube mit Kies verfüllt und verdichtet, die Zugänge geebnet sowie durch Pflasterarbeiten ergänzt. Darüber hinaus erfolgte eine Rasenansaat. Die Mängelbeseitigung und der Rückbau der Baustelleneinrichtung und der Lagercontainer wurden abgeschlossen.
Seit Anfang 2024 befindet sich das Referat für Bildung und Sport gemeinsam mit dem Baureferat, Gartenbau-Neubau im Abstimmungsprozess über die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands der Schulsportanlage. Eine zügigere Bearbeitung der Planungen ist bedingt durch die personellen und finanziellen Ressourcen nicht umsetzbar gewesen.
Frage 2:
Wann wird die offenbar erforderliche Sicherheitsprüfung durch das Baureferat durchgeführt, wann wurde diese durch das Referat für Bildung und Sport angefordert?
Antwort:
Auf aktuelle Nachfrage des Referats für Bildung und Sport beim Baureferat, Gartenbau-Unterhalt wurde mitgeteilt, dass sich die durch das Baureferat gepflegten Flächen in einem verkehrssicheren Zustand befinden. Das Referat für Bildung und Sport erachtet die weiteren, nicht abgetrennten Grundstücksflächen derzeit als nicht verkehrssicher (Zuwegungen, ehemaliger Lehrerparkplatz, ehemaliger Standort MRE sowie Gerätehütte) und damit nicht für schulische Zwecke nutzbar.
Frage 3:
Wann übergibt das Zentrale Immobilienmanagement des Referats für Bildung und Sport den Sportplatz der Schule endlich wieder zur Nutzung?
Antwort:
Im Rahmen der bereits stattgefundenen und weiteren Ortstermine erarbeitet das Referat für Bildung und Sport gemeinsam mit dem Baureferat und der Schulfamilie ein Nutzungskonzept für die baldige Betriebsaufnahme der Schulsportanlage. Ziel ist, dass die Schüler*innen der Grundschule spätestens zwischen Ostern und Pfingsten 2025 die vorhandenen, verkleinerten Sportflächen wieder nutzen können. Parallel läuft der Planungsprozess für die Sanierung bzw. weitere Ertüchtigung der übrigen Bereiche der Schulsportanlage.
Frage 4:
Werden etwaige Sanierungsarbeiten/Umbaumaßnahmen an einzelnen Anlagenteilen (z.B. Laufbahn, etc.) so geplant und durchgeführt, dass dafür nicht erneut der komplette Sportplatz gesperrt werden muss?
Antwort:
Das Referat für Bildung und Sport wird diese Anforderung im laufenden Planungsprozess an das Baureferat kommunizieren und um entsprechende Berücksichtigung der dann bestehenden Teilnutzung bitten.
Frage 5:
Wie werden Referat für Bildung und Sport und Baureferat in Zukunft verhindern, dass dringend benötigte Sportflächen über Jahre hinweg nicht genutzt werden können?
Antwort:
Zunächst darf auf die Projektzeitschiene, siehe Antwort zu Frage 1, verwiesen werden. Das Referat für Bildung und Sport arbeitet gemeinsam mit dem Baureferat intensiv daran, die für eine uneingeschränkte Nutzbarkeit notwendigen Arbeiten an der Schulsportanlage bis zum Frühjahr 2025 abzuschließen.