Im Filmmuseum München, St.-Jakobs-Platz 1, findet am Donnerstag, 12. Dezember, 19 Uhr, das nächste „Zuschauerkino“ statt. Der vom Freundeskreis des Filmmuseums, dem Münchner Filmzentrum e.V. (MFZ), organisierte Kurzfilmabend bietet allen Filmbegeisterten zwei Mal jährlich die Gelegenheit, ihre Werke auf der Kinoleinwand zu präsentieren. Einzige Vorgabe: Die Filme dürfen höchstens zwölf Minuten lang sein und die geladenen Filmemacher*innen müssen ihren Film im Kino persönlich vorstellen. Aus allen eingereichten Filmen hat das MFZ ein abwechslungsreiches Programm mit zehn Kurzfilmen und einer Laufzeit von rund 77 Minuten zusammengestellt.
Einige Beispiele: „Künstlerort Honeur“ ist eine Reisereportage, die einen charmanten Küstenort in der Normandie vorstellt. Die Geburtsstätte des Komponisten Erik Satie gilt nicht nur als eine der Wiegen des Impressionismus, sondern zieht seither auch Musiker*innen, Fotograf*innen und Schriftsteller*innen an, darunter Charles Baudelaire und Françoise Sagan. „Adufe“ entführt die Zuschauer*innen nach Portugal, wo man einen der letzten Instrumentenbauer bei der Herstellung eines ungewöhnlichen Schlaginstruments beobachten kann. Die traditionelleTrommel wird seit jeher ausschließlich von Frauen gespielt, während sie dazu im Chor singen. „Das Lager“ lässt die Betrachter*innen in die faszinierende Welt des Papiers eintauchen. Der Blick geht hinter die Kulissen einer ungewöhnlichen Papeterie im Herzen Schwabings, deren liebevoll gestaltete Produkte in der ganzen Welt gefragt sind.
Gleich drei Filme des Programms erzählen persönliche Lebens- und Familiengeschichten. „Spinel“ stellt in einer Collage den ukrainischen Maler, Grafiker und Szenografen lossif Spinel (1892-1980) vor, der mehr als 80 sowjetische Kinofilme ausstattete, darunter vier für Sergei Eisenstein. Die Musik komponierte sein Enkel Vladimir Genin, der auch im Kino zu Gast sein wird. In „Totenbatsch“ erinnern sich drei Schwestern an ihre gemeinsame, vaterlose Kindheit, die von gemeinschaftlichen Singspielen und einer strengen katholischen Erziehung geprägt war. Für „Roots in Motion“ haben zwei Brüder jahrzehntealtes 8mm-Archivmaterial aus dem Nachlass der Großeltern zusammengestellt und mit Musik versehen: eine Zeitreise in die 1960er Jahre, als der Großvater für die Botschaft in Kolumbien tätig war. Mit dem Kurzfilm „20 Jahre Zuschauerkino“ beschließt das MFZ diese Jubiläumsveranstaltung.
Nach der Filmvorführung lädt das MFZ zu einem Get-Together mit Umtrunk im 1. Stock des Filmmuseums ein.
Der Eintritt kostet 4 Euro beziehungsweise 3 Euro bei Mitgliedschaft im Förderverein MFZ. Der Kartenvorverkauf ist online oder an der Abendkasse möglich, die 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn öffnet. Es gibt keine Reservierungen. Das Kino des Filmmuseums ist rollstuhlgerecht zugänglich und mit einer Induktionsschleife für Hörgeschädigte ausgestattet.