Das Valentin-Karlstadt-Musäum am Isartor eröffnet am Donnerstag, 12. Dezember, um 11 Uhr die neue Hofausstellung „Liesl Karlstadt und Karl Valentin. Durch Nacht und Nebel“ mit persönlichen Worten von Hans Well und einer Einführung durch die Direktorin des Valentin-Karlstadt-Musäums, Sabine Rinberger. Die Ausstellung ist bis 29. April 2025 am Isartor zu sehen.
München in den 1920er Jahren: Liesl Karlstadt und Karl Valentin etablierten sich als Starduo der Münchner Volkssängerszene auf den Brettlbühnen der Stadt. Ihre Auftritte entwickelten sich vom Geheimtipp zum Pflichtprogramm, sie begeisterten immer mehr Menschen – zum klassischen Volkssängerpublikum gesellten sich Intellektuelle und die Münchner Kunstszene. Der Sprung vom Brettl auf die Theaterbühne war nicht mehr weit. Das Stück „Die Raubritter vor München“ von Karl Valentin und Liesl Karlstadt entstand 1924 für die Münchner Kammerspiele. Die Ausstellung holt es an seinen Originalschauplatz zurück – das Isartor.
Umgeben werden die Ausstellungsstationen zu Brettl und Bühne von exemplarischen Großfotos mit Zitaten der zahlreichen Bewunderer des Komikerduos. Darunter sind auch Lion Feuchtwanger und Bertolt Brecht. In seinem großen München-Roman „Erfolg“ von 1930 verewigte Lion Feuchtwanger Karl Valentin in der Figur des Komikers Balthasar Hierl. Anschaulich beschrieb er die Stimmung in den Bierkellern bei den Aufritten von Valentin und Karlstadt. Als junger Dramaturg holte Bert Brecht Karlstadt und Valentin an die Münchner Kammerspiele. Am Tag nach der Premiere von Brechts Stück „Trommeln in der Nacht“ (1922) waren sie Teil der kommentierenden Mitternachtsvorstellung „Die rote Zibebe“. Liesl Karlstadt trat in der Revue des ersten Teils neben einer illustren Künstlerschar als Loreley auf. Den zweiten Teil bestritt das Paar alleine mit „Durch Nacht und Nebel“ und dem „Christbaumbrettl“.
Die beiden Brettl-Stars Valentin und Karlstadt sorgten nun regelmäßig an den Kammerspielen für ein gefülltes Haus. Ihr Stück „Die Raubritter vor München“ feierte 1924 Premiere an diesem Theater, war anschließend aber auch in ihrem Repertoire für die Volkssängerbühnen. Die Ausstellung zeigt Liesl Karlstadt und Karl Valentin im Kreise ihrer Bewunderer, von Feuchtwanger, über Thomas, Heinrich und Erika Mann bis hin zu Carl Zuckmayer. Das demonstriert die grenzenlose Strahlkraft des Duos.
Ausführliche Informationen unter www.valentin-karlstadt-musaeum.de.
(Siehe auch unter Terminhinweise)