Der Ausschuss für Arbeit und Wirtschaft des Stadtrats hat heute das Münchner Beschäftigungs- und Qualifizierungsprogramm (MBQ) mit knapp 17 Millionen Euro Fördermitteln ausgestattet. Wichtigstes Ziel des Programms bleibt der Abbau von Arbeitslosigkeit und die Integration in den Arbeitsmarkt durch Beratung, Qualifizierung und öffentlich geförderte Beschäftigung.
Mit den Beschlüssen zur Programmfortschreibung der Sozialen Betriebe des MBQ und des Verbundprojekts Perspektive Arbeit (VPA) können die bewährten kommunal geförderten Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekte 2025 fortgeführt werden. Insgesamt wird damit die Beschäftigungsförderung in 26 Sozialen Betrieben sowie die Förderung von 19 Projekten des Qualifizierungsverbunds VPA sichergestellt. Konsolidierungsbedingte Kürzungen der jeweiligen Förderbudgets konnten vermieden werden, sodass die Budgets auf dem Niveau von 2024 bleiben.
Zudem hat der Ausschuss für Arbeit und Wirtschaft die Weiterförderung von drei MBQ-Projekten beschlossen, die 2024 neu in das Programm kamen. Damit kann sich das MBQ auch den Herausforderungen der aktuellen Transformationsprozesse am Arbeitsmarkt stellen. 2024 wurden erstmals innovative Projekte zur Fachkräftegewinnung unter anderem bei Geflüchteten und zur gezielten Förderung junger Menschen in zukunftsorientierten Berufsfeldern unterstützt, die nun fortgeführt werden können:
„socialbee“ – Neue Talente für Logistik und Retail
„socialbee“ richtet sich vor allem an volljährige Geflüchtete, Migrantinnen oder Migranten und umfasst alle Bestandteile, die für eine erfolgreiche langfristige Arbeitsmarktintegration notwendig sind. Das beginnt bei qualifiziertem Recruiting offline und online, gestützt auf ein Netzwerk aus Unternehmen, Hochschulen und NGOs. Zum Basis- und Fachwissen, etwa im Bereich Logistik oder Retail, kommen Schulungen zu Kommunikation, Zeitmanagement und Verhalten am Arbeitsplatz. Im ersten Berufsjahr bleibt „socialbee“ für alle Teilnehmenden ein verlässlicher Ansprechpartner, um den langfristigen Integrationserfolg zu gewährleisten. Im Jahr 2024 wurden bereits 185 Personen unterstützt, 31 qualifiziert und 13 (davon sieben Frauen) in eine langfristige und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung integriert.
„MINTmakers“
Der Little Lab e.V. engagiert sich im Münchner Westen seit über zehn Jahren speziell in der Arbeit mit benachteiligten Kindern und Jugendlichen. Zusammen mit dem MBQ fördert und aktiviert das Little Lab junge Menschen bei vielfältigen MINT-Aktivitäten. MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Es werden gezielte Bildungsimpulse in berufsrelevanten Feldern gesetzt, die im üblichen schulischen Curriculum nicht enthalten sind. Dazu gehören Maker-Workshops, in denen Jugendliche zum Beispiel lernen, Gegenstände mit 3D-Software zu entwerfen und mit 3D-Druckern herzustellen. Spezielle MINT-Workshops mit Freiwilligen aus Unternehmen versorgen den potenziellen Fachkräfte-Nachwuchs mit Praxistipps und Infos aus dem beruflichen Alltag. Die MINTmakers planen für 2025 zusätzliche Ferienprogramme, die direkt in den Betrieben stattfinden. Dafür bauen sie ihr Unternehmensnetzwerk weiter aus und suchen weitere betriebliche Partner.
„Solarcamp München“ – Neue Arbeitskräfte für die Klimaneutralität
Für die bauliche Umsetzung der Klimaziele fehlt es akut an Personal. Ziel des Solarcamps München ist es, innerhalb von zwei Wochen Interessierte zu Hilfskräften für die Photovoltaik-Montage anzulernen und Impulse zur beruflichen Orientierung in klimarelevanten Tätigkeitsfeldern zu geben. Das Solarcamp München ist im Sommer 2024 mit über 30 Teilnehmenden erfolgreich gestartet und hat dabei auch Zielgruppen erreicht, die von Handwerksbetrieben sonst kaum adressiert werden, wie Berufsabbrecher, Arbeitslose und Umstiegswillige, die sich beruflich neu orientieren wollen. Informationen zu den Programmen und Projekten des MBQ, Münchner Beschäftigungs- und Qualifizierungsprogramms unter muenchen.de/mbq.