Im Rahmen der Fortschreibung der Digitalisierungsstrategie hat das IT-Referat (RIT) einen wegweisenden Datenethikkodex erarbeitet. Darin wird den Werten Verantwortung, Fairness und Transparenz bei der Gestaltung datengetriebener Technologien – wie Künstlicher Intelligenz (KI) – ein wesentlicher Stellenwert beigemessen. Die Stadt München setzt damit einen positiven Maßstab, der über die gesetzlichen Anforderungen hinausgeht. Gestern wurde der Kodex in der Sitzung des IT-Ausschusses des Stadtrats bekanntgegeben.
Der Datenethikkodex sensibilisiert für relevante ethische Fragestellungen im Kontext datengetriebener Technologien und soll befähigen, souverän mit diesen Fragestellungen umzugehen. Außerdem wird besonderer Wert auf die Vermeidung von Diskriminierung und die Berücksichtigung der Privatsphäre der Bürger*innen gelegt. Durch den verantwortungsvollen Umgang mit Daten und die Reflexion über gesellschaftliche Debatten und technologische Entwicklungen soll ein verantwortungsvolles Handeln sichergestellt und das Vertrauen der Bürger*innen in die Verwaltung gestärkt werden.
Der Stadtrat hatte das IT-Referat mit der Erstellung des Datenethikkodex beauftragt, um sicherzustellen, dass die Werte Verantwortung, Fairness und Transparenz bei der Verarbeitung von Daten im Mittelpunkt stehen. Im Zuge dieser Initiative wurden bestehende Kodizes anderer Organisationen sowie aktuelle Debatten um die verantwortliche Gestaltung von Technologien gesichtet und auf ihre Anwendbarkeit für München geprüft, um dann im Austausch mit Partnern aus verschiedenen Bereichen der Stadt, aber auch aus der Wissenschaft, das nun vorliegende Ergebnis zu erarbeiten. Der Kodex wurde zudem bereits anhand von zwei Anwendungsfällen verwaltungsintern erprobt.
Die abstrakt formulierten Werte können mithilfe verschiedener Methoden in die Praxis überführt werden. So bietet das RIT eine verwaltungsinterne, niedrigschwellige Datenethik-Sprechstunde an, um die jeweils passende Vorgehensweise gemeinsam mit den beteiligten Akteuren aus den Fachbereichen und IT festzulegen. Ein weiteres Beispiel ist, dass mithilfe eines Ethics Canvas die Implikationen systematisch reflektiert und eine Übersetzung der Werte in Normen und weiter in Funktionalitäten ermöglicht werden. IT-Referentin Dr. Laura Dornheim sicherte in der Sitzung zu, dass das Prinzip der Datensparsamkeit natürlich auch in diesem Kontext gelte.
Bürgermeister Dominik Krause: „Daten und datengetriebene Technologien bieten ein großes Potenzial für die Landeshauptstadt München, um schnelle und passgenaue Entscheidungen zu treffen, die den Menschen in der Stadt zugutekommen. Mit dem Datenethikkodex gehen wir einen weiteren Schritt, um Daten und darauf basierende Technologien bewusst zu gestalten und zu nutzen – und damit das Vertrauen in das Handeln der Verwaltung zu stärken.“
IT-Referentin Dr. Laura Dornheim: „Die digitale Transformation bietet für uns alle enorm viele Chancen. Aber zu unserer Verantwortung gehört es auch, die Risiken zu betrachten und zu adressieren. Mit dem Datenethikkodex setzen wir ein starkes Zeichen: Als Stadtverwaltung gehen wir verantwortlich, fair und transparent mit den uns anvertrauten Informationen um. Das gilt insbesondere auch für Daten im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz.“
Der vollständige Datenethikkodex ist im RatsInformationsSystem unter https://risi.muenchen.de/risi/dokument/v/8765395 zu finden.