Den Höhepunkt der närrischen Zeit markiert in München der „Tanz der Marktweiber“ am Faschingsdienstag, 13. Februar. Um 9.30 Uhr ist Startschuss des Faschingstreibens auf dem Viktualienmarkt. Die Münchner Faschingsgesellschaft Narrhalla heizt den Gästen mit einem Warm-up auf der Bühne im Biergarten ein. Das Bühnenprogramm beginnt offiziell um 10 Uhr mit der Begrüßung durch Bürgermeister Dominik Krause und Kommunalreferentin Kristina Frank. Anschließend folgt der Auftritt des Narrhalla-Prinzenpaars samt Prinzengarde. Um 11 Uhr bittet Kommunalreferentin Frank die „Tanzenden Marktweiber“ auf die Bühne. Im Anschluss geht es bis 19 Uhr stimmungsvoll mit Musik, Speisen und Getränken an den Ständen weiter.
Die Besucher*innen werden dringend gebeten, keine Glasflaschen und Gläser mitzubringen. Scherben bringen zwar angeblich Glück, aber bei einem ausgelassenen Faschingstreiben bringen sie auch Müll und die Gefahr von Verletzungen. Die Stadt legt zudem großen Wert auf die Einhal- tung der Sicherheitsvorschriften. Sie überarbeitet daher jedes Jahr das Veranstaltungskonzept zusammen mit den Münchner Sicherheitsbehörden. Gerade Familien mit Kindern soll es möglich sein, mit Freude und Begeisterung am Faschingstreiben teilzunehmen.
Zur Geschichte des Faschingsdienstags auf dem Viktualienmarkt
Um ihren schlechten Ruf als „grantelnde Marktweiber“ aufzupolieren, begannen Marktfrauen vor über 100 Jahren, zur Faschingszeit zwischen den Ständen herumzutanzen. Der Tanz, die Faschingsmusik und nicht zuletzt der Gratis-Schnaps ließ manch grantelnde Marktfrau ihren sonst üblichen Zwist mit der Nachbarin vergessen.
In den 50er- und 60er-Jahren war der Tanz der Marktweiber noch ein Geheimtipp, wurde aber nach und nach zu einer großen Traditionsveranstaltung, bis die Tänzerinnen schließlich den gepflasterten Bereich des Biergartens in Beschlag nahmen und seit 1987 unter großem Medieninteresse auf einer Bühne am Maibaum/Biergarten tanzen.
Im Laufe der Jahre wurden sowohl Darbietung als auch die Kostüme der Damen immer professioneller. Die Proben beginnen schon viele Monate vor der Veranstaltung und werden von einem ausgebildeten Tanzlehrer geleitet. Für ihr Kostüm ist jede Marktfrau selbst zuständig. Einige setzen sich selbst an die Nähmaschine, andere beauftragen einen Schneider. Im „richtigen Leben“ arbeite(te)n viele tanzende Damen beispielsweise als Bäckerin, Honigverkäuferin oder Blumenhändlerin auf dem Viktualienmarkt. (Siehe auch unter Terminhinweise)