Den Achtklässler*innen der Städtischen Willy-Brandt-Gesamtschule ist ein Riesenerfolg gelungen. Mit ihrem Podcast zum Thema „Ziviler Ungehorsam für den Klimaschutz: Wie weit darf der Protest gehen?“ haben die Mittelschüler*innen den 1. Platz im bundesweiten Schüler*innen-Wettbewerb der Bundeszentrale für Politische Bildung belegt. Ihr Preis: eine fünftägige Klassenreise nach Berlin, wo Bundeskanzler Olaf Scholz sie persönlich im Bundeskanzleramt empfangen wird.
Entstanden ist der Podcast als Projektarbeit im Fach GPG (Geschichte/ Politik/Geographie) unter Leitung der Lehrkraft Adelina Maloku. Der Beitrag konnte sich im Wettbewerb gegen 1.900 weitere Einsendungen
durchsetzen. Für den Auswahlprozess zeichnete eine 38-köpfige Jury mit Vertreter*innen aus Schulen, Ministerien, Universitäten, Jugendvereinen, Bildungsinstitutionen und Mediennetzwerken verantwortlich.
Schulstreiks, Klimakleber*innen, Waldbesetzer*innen – um die mediale Aufmerksamkeit auf die eigenen Themen zu lenken, greifen Klimaaktivist*innen mitunter heftig in das öffentliche Leben ein. Wie weit darf der Protest gehen, fragen die Schüler*innen der Klasse 8H der Städtischen Willy-Brandt-Gesamtschule in ihrem preisgekrönten Podcast. Um hier zu einer belastbaren Haltung zu kommen, betrieben sie sechs Wochen lang umfangreiche Recherchen, interviewten Menschen in ihrem sozialen Umfeld, sprachen mit Aktivist*innen der Letzten Generation und befragten Politiker*innen und Journalist*innen. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse schärften die Schüler*innen die Argumente für und gegen den Einsatz von zivilem Ungehorsam bei Klimaschutz-Protesten und entwickelten im Rahmen einer Pro-Contra-Debatte ihre abschließende Haltung. Zwei Positionslinien im eigenen Klassenzimmer markierten, wie stark sich diese Haltung im Verlauf der Recherchen veränderte. Diesen Meinungsbildungsprozess zeichnet der siebenminütige Podcast nach.
Der Schülerwettbewerb zur politischen Bildung ist der größte Wettbewerb zur politischen Bildung im deutschsprachigen Raum. Träger ist die Bundeszentrale für politische Bildung, die ihn seit 1971 mit jährlich wechselnden Aufgabenstellungen zu aktuellen gesellschaftlichen Themen durchführt. Der Wettbewerb richtet sich schulformübergreifend an die Jahrgangsstufen 4-12 mit zwei unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden für die Klassenstufen 4-8 und 8-12. Seit Beginn des Wettbewerbs haben bereits mehr als drei Millionen Schülerinnen und Schüler daran teilgenommen, jährlich sind es zirka 60.000 junge Menschen.
Stadtschulrat Florian Kraus: „Der Erfolg der Mittelschüler*innen von der Städtischen Willy-Brandt-Gesamtschule freut mich ungemein und ich gratuliere allen Jugendlichen und allen Lehrkräften, die sich mit voller Energie in diesem Projekt engagiert haben. Die Auseinandersetzung mit demokratischer Willensbildung liegt mir sehr am Herzen. Daher verstehe ich diese Auszeichnung auch als Bestätigung unseres Engagements, Demokratiebildung an den Städtischen Schulen in München zu fördern.“ Schulleiterin Annette Antesberger: „Es ist uns ganz allgemein wichtig, politische Bildung und Partizipation der Schüler*innen und Schüler im Schulalltag zu integrieren. Dafür stehen Formate wie der wöchentliche Klassenrat, regelmäßige Sitzungen des Schüler*innenparlaments oder die Aktionen als UNESCO-Projektschule. Die Teilnahme unserer Schule an dem Schülerwettbewerb der Bundeszentrale für politische Bildung ist Ausdruck dieser Kultur und ich freue mich für die Klasse über den fantastischen Erfolg.“