Bürgermeisterin Verena Dietl hat heute mit Sozialreferentin Dorothee Schiwy, Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek und Andrea Betz, Vorstandssprecherin der Diakonie München und Oberbayern, den Neubau des Übernachtungsschutzes für obdachlose Personen in der Lotte-Branz-Straße 5 und die medizinischen Räume für Geflüchtete im Nachbargebäude vorgestellt. Der Standort wird am 6. Mai mit 730 Plätzen und einer Einrichtung zum Tagesaufenthalt eröffnet.
Bürgermeisterin Verena Dietl: „Der Übernachtungsschutz in Trägerschaft des Evangelischen Hilfswerks München gGmbH ist ein deutschlandweit einmaliges niederschwelliges Angebot für obdachlose Menschen, insbesondere auch für obdachlose EU-Bürger*innen, die keinen gesetzlichen Anspruch auf Sozialleistungen haben. Die Unterbringung sowie die Versorgung obdachloser Menschen haben wir mit diesem Neubau weiter verbes- sert. Das Gebäude ist barrierefrei errichtet und kann unter anderem auch von Rollstuhlfahrenden genutzt werden. Wir setzen damit ein deutliches Signal als humanitäre und soziale Stadt.“

Stellten den Übernachtungsschutz vor (v.l.): Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek, Sozialreferentin Dorothee Schiwy, Bürgermeisterin Verena Dietl und Andrea Betz, Vorstandssprecherin der Diakonie München und Oberbayern. (Foto: Michael Nagy/Presseamt München)
Im Neubau wird es künftig Vierbett-Zimmer statt bislang Zehn- bis Zwölfbett-Zimmer geben. Dazu kommen ausreichend zusätzliche Räume für bestimmte Zielgruppen, auch solche mit besonderem Schutzbedarf, wie beispielsweise LGBTIQ-Personen. Auch eine Unterbringung von obdachlosen Menschen mit Hunden ist möglich.
Der Neubau ist für eine sehr flexible Nutzung angelegt, um auf künftige Bedarfsänderungen reagieren zu können. So können bei den einzelnen Zielgruppen Männer, Frauen oder Familien und wechselnden Belegzahlen die Unterbringungstrakte vergrößert oder verkleinert werden. Neben den Zimmern für die obdachlosen Menschen gibt es auch deutlich mehr Beratungs-, Service- und Funktionsräume, um mehr Betreuung und Unterstützung bieten zu können.
Auch seitens des Gesundheitsreferats (GSR) gibt es ein breites Angebot in der Lotte-Branz-Straße: Asylerstuntersuchungen, Röntgenuntersuchungen und ein Impfangebot. Der vom GSR verfolgte integrierte Ansatz verzahnt diese Angebote. Ein großer Vorteil ist dabei die räumliche Nähe zu den betroffenen Personen in der Erstaufnahmeeinrichtung der Regierung von Oberbayern. Auf diese Weise wird ein niederschwelliger Zugang auch in die erste gesundheitliche Versorgung und Vorsorge geschaffen.
Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek: „Die Angebote des Gesundheitsreferats in der Lotte-Branz-Straße stellen für die Betroffenen eine wichtige Hilfestellung für den Start ins Leben in Deutschland dar – denn die Basis dafür ist ihre Gesundheit. Somit wird nicht nur Unterstützung für den Gesundheitsschutz des Einzelnen gewährleistet, sondern auch für die gesamte Gesellschaft.“
Der Umzug vom bisherigen Standort Bayernkaserne in den Neubau ermöglicht es, das bisherige integrierte Konzept in einem optimalen Rahmen fortzuführen, um so weiterhin flexibel auf aktuelle und künftige Herausforderungen reagieren zu können.
Andrea Betz, Vorstandssprecherin Diakonie München und Oberbayern: „Der Übernachtungsschutz ist das soziale Auffangnetz Münchens. Hier bekommt jede*r ein warmes Bett. Niemand muss in München auf der Straße schlafen. Hier soll ein sicherer Ort sein – für Frauen, Männer und Familien. Häufig erleben die Menschen Stigmatisierung. Wir begegnen ihnen ohne Vorurteile. Die Beratung in der Herkunftssprache ist für die Klient*innen besonders wertvoll. Unser Team aus 124 haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden stammt selbst aus 35 Ländern und kann in zwölf Sprachen auf muttersprachlichem Niveau beraten. Unser Ziel in der Einrichtung ‚Schiller‘ ist es, gemeinsam mit den Klient*innen eine Perspektive zu entwickeln: eine Arbeit und ein eigenes Zimmer zu finden – einen Ausweg aus der Perspektivlosigkeit. Damit das gelingen kann, braucht es dauerhaft mehr bezahlbaren Wohnraum in München – gerade auch für Menschen, die im Niedriglohnsektor arbeiten. Das Team von ‚Schiller‘ bleibt aber auch an der Seite der Menschen, wenn es keine Perspektive mehr gibt. Immer wieder treffen unsere Streetworker*innen auf ihren Touren auf Menschen, die lieber auf der Straße übernachten wollen. Wir hoffen, dass wir mit dem Neubau auch diese Menschen noch besser erreichen.“
Kommunalreferentin Kristina Frank: „Zwei wichtige Funktionen erfüllt dieses Gebäude – in aller gebotenen Funktionalität. Als Bauherr begleitete das Kommunalreferat die Planungen und den Bau bis hin zur Fertigstellung – die nachhaltige Holz-Hybrid-System-Bauweise spart CO₂ ein und leistet einen Beitrag zum aktiven Klimaschutz. Ebenso wie der hohe energetische Gebäudestandard durch den Einsatz von Fernwärme und einer Photovoltaikanlage. Mit der Umsetzung eines Biodiversitätsgründachs wird das Stadtklima verbessert und die Artenvielfalt gefördert.“
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