Einen Tag drauf – auf das Stadtgründungsfest 2025
Antrag Stadtrats-Mitglieder Hans-Peter Mehling, Dr. Evelyne Menges, Manuel Pretzl, Alexander Reissl und Thomas Schmid (Stadtratsfraktion der CSU mit FREIE WÄHLER) vom 25.2.2025
Antwort Dr. Christian Scharpf, Referent für Arbeit und Wirtschaft:
Da es sich im vorliegenden Fall um eine laufende Angelegenheit der Verwaltung (Art. 37 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 GO, § 22 GeschO) handelt, die nicht gemäß § 60 Abs. 9 GeschO im Stadtrat zu behandeln ist, erlaube ich mir, Ihren Antrag anstelle einer Stadtratsvorlage als Brief zu beantworten.
Die geplante Ergänzung eines zusätzlichen Veranstaltungstags am Freitag als Ersatz für die abgesagten Faschingsveranstaltungen 2025 hat erhebliche finanzielle und personelle Auswirkungen auf die bestehenden Planungen des diesjährigen Stadtgeburtstags.
Mit den Gastronominnen und Gastronomen des Stadtgeburtstags wurden bereits im Februar 2025 die Verträge geschlossen. Ein Wechsel der Gastronomie von Samstag auf Freitag ist logistisch nicht möglich.
Die Programmbeteiligten wie Handwerkerdorf, Kunsthandwerkermarkt, Irish-Bayrisch können den zusätzlichen Tag nicht mitübernehmen. Deren Aufbaulogistik hängt mit den Aufbauten des gesamten Stadtgeburtstages zusammen und kann nicht getrennt abgewickelt werden. Die gesamte Abwicklung für den Stadtgeburtstag wurde mit allen externen und internen Beteiligten bereits im Februar abgestimmt und ist entsprechend gebucht.
Das Budget des Stadtgeburtstags ist bereits vollständig verplant. Ein zusätzlicher Tag führt zu enormen Kostensteigerungen beim notwendigen Personal vor Ort im Rahmen der Veranstaltungsorganisation, Security und Programmbestandteilen. Solche zusätzlichen Kosten können über das zur Verfügung stehende Budget des Stadtgeburtstages nicht gedeckt werden und das Referat für Arbeit und Wirtschaft verfügt über keine Eigenmittel, um diese Mehrkosten zu tragen.
Vor drei Jahren wurde das bisherige Konzept des Stadtgründungsfestes unter dem Leitgedanken eines „Motto-Geburtstags“ erneuert, bei dem die Veranstaltung gezielt auf die Stadtgründung Münchens am 14. Juni 1158 ausgerichtet ist und jährlich mit passenden thematischen Elementen zum Motto bespielt wird. Eine zunehmende Nutzung des Stadtgeburtstages alsPlattform für abgesagte oder thematisch nicht verwandte Veranstaltungen könnte das jetzige bewährte Konzept aufweichen und verwässern.
Zudem berücksichtigt das neue Konzept für den Stadtgeburtstag bewusst traditionelle Elemente und Bräuche der Stadt München, wobei auch der Fasching eine bedeutende Rolle spielt. Allerdings sollte die historische Herkunft des Faschings respektiert werden. Veranstaltungen wie der Tanz der Marktweiber basieren auf Faschingsbräuchen mit Wurzeln in der christianisierten Form der heidnischen Winteraustreibung. Da dieser Hintergrund keinen inhaltlichen Bezug zum Stadtgeburtstag im Sommer aufweist, sollte eine klare konzeptionelle Trennung gewahrt bleiben.
Es wurde bereits eine Anfrage bei den Marktfrauen gestellt, um ihre Teilnahme und ein mögliches Showprogramm zum Stadtgeburtstag zu klären. Die Marktfrauen haben jedoch mitgeteilt, dass aufgrund des Termins in den Pfingstferien einige Mitglieder nicht anwesend sein können, was die erforderliche Vorbereitungszeit erschwert. Außerdem sind sie sich einig, dass der Tanz ausschließlich dem Fasching gewidmet ist. Dennoch planen sie, beim Stadtgeburtstag teilzunehmen und in ihren Kostümen durch die Fußgängerzone zu flanieren.
Ich bitte Sie, von den vorstehenden Ausführungen Kenntnis zu nehmen, und hoffe, dass Ihr Antrag zufriedenstellend beantwortet ist und als erledigt gelten darf.