Bürgermeisterin Verena Dietl hat heute bei einem Presserundgang zusammen mit dem stellvertretenden Betriebsleiter Matthias Gellenbeck vom Internationalen Bund Wohnungslosenhilfe Bayern und dem Geschäftsführer der Münchner Wohnen, Christian Müller, das Sozialbetreute Wohnhaus in der Marie-Juchacz-Straße vorgestellt. Es ist das zweite von insgesamt fünf geplanten Sozialbetreuten Wohnhäusern. Die im Rahmen des Münchner Gesamtplans III geplanten Häuser sollen wohnungslose Menschen mit Wohnraum versorgen.
Bürgermeisterin Verena Dietl: „Das Haus ist keine Einrichtung der Wohnungslosenhilfe, sondern die Menschen haben jeweils einen regulären Mietvertrag für ihre eigene kleine Wohnung. Das Besondere an den Sozialbetreuten Wohnhäusern ist, dass Menschen mit gleichen oder ähnlichen Lebenserfahrungen und -perspektiven zusammenleben. Und durch den Sozialdienst im Haus können sie bei Bedarf Hilfe und Unterstützung bekommen. So kann eine dauerhafte Hausgemeinschaft entstehen. Wie erfolgreich das Konzept des Sozialbetreuten Wohnens ist, zeigt das erste dieser fünf geplanten Häuser, das 2018 in Pasing errichtet worden ist. Seit dem Einzug der Bewohner*innen besteht die Hausgemeinschaft dort fast in der ursprünglichen Konstellation.“
Insgesamt werden 44 Einzelpersonen in die Anlage einziehen. Das Angebot richtet sich an Alleinstehende und Paare ab 50 Jahren. Drei der Appartements sind rollstuhlgerecht. Das Haus wurde von der Münchner Wohnen nach dem Bayerischen Wohnbaufördergesetz als besondere Wohnform erbaut.
Christian Müller, Geschäftsführer der Münchner Wohnen: „Die Münchner Wohnen schafft nicht nur Wohnraum, sie gibt Halt. Sozial Betreutes Wohnen ist ein gutes Beispiel dafür, wie wir unseren sozialen Auftrag konkret umsetzen: bezahlbar, verlässlich, mit Begleitung und sozialen Strukturen. Wir sind für unsere Mieterinnen und Mieter da und schaffen ein stabiles Umfeld, in dem Rückhalt, Nachbarschaft und Perspektive möglich werden.“
Die Bewohner*innen schließen ihren Mietvertrag mit der Münchner Wohnen und können einen sogenannten EOF-Zuschuss beantragen. Alle künftigen Bewohner*innen verfügen über einen gültigen Registrierungsbescheid für eine geförderte Wohnung und sind in der Lage, mit einer niederschwelligen Betreuung ihren Haushalt selbständig zu führen. Die vom Sozialreferat mit 420.000 Euro jährlich finanzierte Sozialbetreuung übernimmt der Internationale Bund Wohnungslosenhilfe Bayern.
Matthias Gellenbeck, stellvertretender Betriebsleiter der IB-Wohnungslosenhilfe Bayern: „Wir halten das Konzept der Sozialbetreuten Wohnhäuser für wegweisend und für einen wichtigen Baustein in der Münchener Angebotspalette. Als in der Wohnungslosenhilfe umfassend erfahrener Träger verfügt der Internationale Bund über die notwendigen grundlegenden Erfahrungen, die Bewohnerinnen und Bewohner, die alle für sich einzigartige Biographien mitbringen, bei der Entstehung einer Hausgemeinschaft zu unterstützen.“
Die Sozialbetreuung bietet den Bewohnenden bei Bedarf punktuelle Unterstützung in alltags-, gesundheitlichen und/oder sozialrechtlichen Belangen. So soll eine möglichst eigenständige Haushaltsführung ermöglicht und ein dauerhafter Wohnungserhalt gesichert werden.