Moore leisten nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt, sondern sind auch die effektivsten Kohlenstoffspeicher aller Lebensräume. Damit genießen sie zurecht eine wachsende Aufmerksamkeit in Gesellschaft und Politik. Die Stadt München hat jetzt ein Pilotprojekt zum Moorschutz gestartet.
Die Schorner Röste ist ein Niedermoorgebiet im oberbayerischen Donaumoos, in dem die Stadtgüter München landwirtschaftliche Flächen bewirtschaften. Im Rahmen des 3. Ökokontos und mit langjähriger Begleitung durch das Artenschutzzentrum des Bayerischen Landesamts für Umwelt ergreifen die Stadtgüter jetzt Renaturierungsmaßnahmen in dem dortigen Areal. Umfangreiche Untersuchungen der Bodenkulisse und engmaschiges Monitoring von Grundwassermessstellen flossen in eine Machbarkeitsstudie ein, die die Schorner Röste als geeignetes Gebiet empfahl. In dem circa 340 Hektar großen Projektgebiet stellen die Stadtgüter München eine 9,3 Hektar große Pilotfläche zur Verfügung, auf der nun die ersten Maßnahmen zur Wiedervernässung gestartet wurden. Dabei wurde insbesondere darauf geachtet, dass private Grundstückseigentümer möglichst wenig beeinträchtigt werden.
Das Donaumoos als größtes Niedermoorgebiet Bayerns wurde über die letzten Jahrhunderte zu Zwecken der landwirtschaftlichen Nutzung systematisch entwässert. Moortypische Tier- und Pflanzenarten sind kaum mehr vorhanden. Außerdem gelangt Sauerstoff in den Boden, einhergehend mit der sukzessiven Zersetzung des Torfes und der enormen Freisetzung klimaschädlicher Gase. Das Renaturierungsprojekt soll dies stoppen und für mehr Artenvielfalt sorgen.
Zur Wiedervernässung werden die Strukturen der einstigen Entwässerungsgräben genutzt. Eine mit Solarstrom betriebene Pumpe entnimmt aus einem angrenzenden Graben geringe Mengen an Wasser und verbringt sie in die Fläche. Damit wird angestrebt, dass sich der Torf langsam mit Wasser ansaugen kann und sich gleichermaßen die Vegetation an die neuen, nassen Gegebenheiten anpassen kann. Außerdem wird auch die Nutzung der Flächen extensiviert und an die Wiedervernässung angepasst. Kommunalreferentin Jacqueline Charlier: „Dieses Pilotprojekt verbindet Klima- und Artenschutz mit Landwirtschaft auf innovative Weise. Durch die Wiedervernässung unserer Flächen in der Schorner Röste und die damit verbundene CO₂-Einsparung leisten wir einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz und zum Erhalt unserer bayerischen Tier- und Pflanzenarten. Nach Schätzungen von Experten können bis zu 150 Tonnen CO₂ pro Jahr eingespart werden. So dient das Projekt als Vorbild für weitere Moorschutzprojekte und zukunftsfähige landwirtschaftliche Nutzungsformen – praxistauglich und langfristig.“
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Starten das Pilotprojekt zum Moorschutz (v.r.): Jacqueline Charlier, Kommunalreferentin und 1. Werkleiterin der Stadtgüter München, Gutsleiter Gerhard Habereder und Dr. Alfons Bauschmid, 2. Werkleiter der Stadtgüter München, mit Sebastian Rudischer vom Bayerischen Landesamt für Umwelt. (Foto: Kowitz/Kommunalreferat)