München passt sich an den Klimawandel an – und hat dafür weitere Visionen und Ziele weiterentwickelt. Diese hat der Stadtrat heute verabschiedet. Damit wird die 2022 verabschiedete Fortschreibung des Klimaanpassungskonzepts nachgeschärft. Diese Standards für grün-blaue Infrastruktur sind zentral, um dem fortschreitenden Klimawandel zu begegnen und leisten einen wesentlichen Beitrag für ein klimaresilientes München spätestens bis 2050.
Bürgermeister Dominik Krause: „Im Juni gab es in München neun Hitzetage mit Temperaturen über 30 Grad Celsius. Zwischen 1960 und 1990 waren es im Schnitt nur drei bis fünf Hitzetage – pro Jahr. Das zeigt: Der Klimawandel ist in München angekommen. Die Erderwärmung sorgt dafür, dass Extremwetter-Ereignisse wie Starkregen oder Hitzeperioden häufiger werden. Das ist eine konkrete Gesundheitsgefahr für die Menschen in unserer Stadt. Mit dem Klimaanpassungskonzept versuchen wir die Folgen des Klimawandels zu mildern. Damit das Leben in der Stadt trotz Hitze und Starkregen auch künftig gut möglich ist.“
Christine Kugler, Referentin für Klima- und Umweltschutz: „Die Auswirkungen des Klimawandels spüren wir alle bereits am eigenen Leib. Mit unserem neuen Beschluss machen wir München fit für die Folgen des Klimawandels. Hitze wird besser reguliert und die Verdunstung durch Bäume, Grün- und Freiflächen und Gebäudebegrünung wird gefördert. Darüber hinaus sichern wir einen ausreichenden Luftaustausch. In den Bestandsquartieren verfolgen wir die 3-30-300-Vision: Jede*r blickt dann auf drei Bäume, die Baumkronenüberschattung in öffentlichen Bereichen beträgt 30 Prozent und jede*r erreicht innerhalb von 300 Metern eine Grün- oder Freifläche.“
Extremwetterereignisse wie Hitze, Dürre aber auch Starkregen, Stürme und Hagel nehmen schon jetzt in ihrer Intensität, Häufigkeit und Dauer weltweit signifikant zu. Auch in München ist dies bereits deutlich spürbar. Das Jahr 2023 war das wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen an der Station München-Stadt. Zudem zeigt sich eine Veränderung bei den Niederschlagsmustern im Raum München (Zunahme von lokalen Starkregenereignissen, längere Trockenperioden).
Neben verstärktem Klimaschutz sind daher erhebliche Mehranstrengungen in der Anpassung an den Klimawandel nötig. Um als Landeshauptstadt München auf die unvermeidlichen Folgen des Klimawandels vorbereitet zu sein, wurde bereits 2016 das „Maßnahmenkonzept Anpassung an den Klimawandel in der Landeshauptstadt München“ entwickelt. Mit der Fortschreibung des Klimaanpassungskonzepts 2022 hat die Landeshauptstadt München die städtischen und klimatischen Veränderungen aufgegriffen und das Konzept weiterentwickelt.
Der nun vom Stadtrat verabschiedete Beschluss konkretisiert die Handlungsfelder, betrachtet alle für die urbane Klimaanpassung relevanten räumlichen und planerischen Ebenen und beschreibt dafür konkrete Zielwerte und Visionen. Für die Umsetzung der Ziele sind das Referat für Stadtplanung und Bauordnung sowie das Baureferat und das Mobilitätsreferat zentrale Partner.