Lichtsignalanlage Allacher-/Untermenzinger Straße
Anfrage Stadtrats-Mitglieder Heike Kainz und Alexander Reissl (Stadtratsfraktion der CSU mit FREIE WÄHLER) vom 18.2.2025
Antwort Mobilitätsreferent Georg Dunkel:
In Ihrer Anfrage vom 18.2.2025 legen Sie folgenden Sachverhalt zu Grunde:
„In Moosach wird aktuell die Eisenbahnüberführung über die Dachauer Straße gebaut.Deswegen wird die Allacher Straße noch mindestens zwei Jahre einen erheblichen Teil des Umleitungsverkehres aufnehmen. Im abendlichen Berufsverkehr reicht der Stau vor der Lichtsignalanlage der Kreuzung Allacher -/Untermenzinger Straße bis weit auf die Straßenbrücke über die Bahnlinie. Zu diesem Sachverhalt bitte ich um die Beantwortung der folgenden Frage (die mir mittlerweile mehrfach gestellt worden ist):
Deshalb fragen wir den Oberbürgermeister:
Wie verteilen sich die Schaltzeiten dieser Lichtsignalanlage auf die Ver kehrsarten und Fahrtrichtungen?“
Herr Oberbürgermeister Reiter hat mir Ihre Anfrage zur Beantwortung zugeleitet. Die darin aufgeworfene Frage beantworte ich wie folgt:
Das Eisenbahnüberführungsbauwerk in der Dachauer Straße wird vollständig neu errichtet. Die Dachauer Straße ist deshalb seit dem Jahreswechsel 2023/2024 für den kompletten Durchgangsverkehr gesperrt (d.h. für 21.000 Fzg./24h gesperrt, die sich alle eine alternative Route suchen müssen). Trotz der vom Mobilitätsreferat empfohlenen großräumigen Umfahrung des gesperrten Streckenabschnittes nutzen dennoch viele Verkehrsteilnehmer*innen eine vergleichsweise engräumige Umfahrung über die Gröbenzeller Straße und Untermenzinger Straße bzw. eine vermeintlich zeitgünstigere Alternativroute über die Donauwörther Straße und Lauinger Straße ebenfalls zur Untermenzinger Straße hin. Hierdurch kommt es zu einer deutlichen Verkehrszunahme im Bereich der „inneren“ Allacher Straße.
Brachte das bisherige ohnehin schon sehr hohe Verkehrsaufkommen die in diesem Streckenabschnitt befindlichen Lichtsignalanlagen (LSA) zu den Hauptverkehrszeiten bereits an ihre Leistungsgrenze, so nahm die Verkehrsbelastung in der „inneren“ Allacher Straße durch die Vollsperre der Dachauer Straße im Tagesverlauf um etwa 20% zu. Für die Hauptverkehrszeiten bedeutet dies, dass die prozentuale Zunahme in diesen leistungskritischen Zeitbereichen noch deutlich höher liegt.
Wir bitten um Verständnis, dass eine solch eklatante baustellenbedingte Verkehrszunahme mit signaltechnischen Mitteln nicht zu kompensieren ist. Zusätzliches spezifisches Fehlverhalten mancher Verkehrsteilnehmer*innen, wie etwa das kompromisslose Einfahren in einen bereits überstauten Kreuzungsbereich, bringen zumeist keinen individuellen Vorteil, erschweren den Verkehrsablauf jedoch zusätzlich.
Die LSA Allacher Straße/Untermenzinger Straße musste im August 2023 aufgrund einer Unfallhäufung zwischen den aus der westlichen Allacher Straße nach links in die Untermenzinger Straße abbiegenden Fahrzeugen und den in der Gegenrichtung stadtauswärts fahrenden Fahrverkehr grundlegend angepasst werden. Ein Plus an Sicherheit kann an der LSA nur durch Abstriche hinsichtlich der Leistungsfähigkeit erzielt werden. Dies betraf im konkreten Fall in besonderem Maße den stadtauswärtigen Fahrverkehr in der Allacher Straße. Um diese Auswirkungen zu mildern, wird die LSA seit August 2023 als sogenannter „Freiläufer“ betrieben. Die Umlaufzeiten der jeweiligen Signalprogramme sind variabel und können durch das augenblickliche Verkehrsgeschehen unmittelbar beeinflusst werden. Hierdurch kann die Leistungsfähigkeit verbessert werden, was jedoch im Einzelfall durch längere Wartezeiten „erkauft“ werden muss. Im November 2023 wurde eine Modifizierung der Steuerungsalgorithmen vorgenommen, um vor allem die Auswirkungen der Unfallkommissionsmaßnahme auf die dortige ÖPNV-Beschleunigung zu mildern. Im Zuge der Vollsperre der Dachauer Straße wurden im Februar 2024 weitere Anpassungen vorgenommen, welche auch die besonders betroffene stadtauswärtige Fahrbeziehung in der Allacher Straße etwas begünstigte. Unser Hauptaugenmerk liegt jedoch auch weiterhin auf der ÖPNV-Beschleunigung der dortigen Linienbusse.
Ihre konkrete Fragestellung lässt sich leider nicht mit wenigen Zahlen beantworten, da – wie sie bereits erfahren haben – die LSA Allacher Straße/ Untermenzinger Straße sehr stark durch das augenblickliche Verkehrsgeschehen beeinflusst wird. Zusammengefasst kann aber ausgeführt werden, dass zur abendlichen Hauptverkehrszeit das Freigabezeitangebot für den stadtauswärtigen Fahrverkehr in der Allacher Straße (FV03) deutlich höher als zur morgendlichen Hauptverkehrszeit ist. Die Freigabedauer für den stadteinwärtigen Fahrverkehr (FV01) ist immer wesentlich länger als für den stadtauswärtigen Fahrverkehr (FV03), da hier der sogenannte Nachlauf für die in die Untermenzinger Straße linksabbiegenden Fahrzeugezum Tragen kommt, sowie die von der Unfallkommission beschlossenen Maßnahmen. Das ÖPNV-Aufkommen ist über einen weiten Tageszeitraum beachtlich.
Um Ihre Fragestellung auch mit Zahlen zu „unterfüttern“, haben wir die Durchschnittswerte der Freigabedauer – zu den, während der jeweils betrachteten Zeiträume wirksamen Signalprogramme – ermittelt (für den 26.2.2025):
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Tabelle mit den Durchschnittswerten der Freigabedauer der Lichtzeichenanlage
Um Kenntnisnahme von den vorstehenden Ausführungen wird gebeten. Wir gehen davon aus, dass die Angelegenheit damit abgeschlossen ist.