Viertklässler*innen balancieren auf Baumstämmen, Erstklässler*innen sammeln Laub für eine Bastelarbeit und Mittelschüler*innen montieren einen Nistkasten: Was wie ein Wandertag im Wald anmutet, ist eine Momentaufnahme vom Pausenhof der Grund- und Mittelschule Guardinistraße. Dort ist in den vergangenen Monaten der erste naturnah umgestaltete Pausenhof der Stadt entstanden. Bürgermeisterin Verena Dietl, Stadtschulrat Florian Kraus sowie Florian Hochstätter, Hauptabteilungsleiter Gartenbau im Baureferat, haben das Pilotprojekt jetzt eröffnet. Es bildet eine wichtige Grundlage für das Konzept des Referats für Bildung und Sport zur naturnahen Umgestaltung von Pausenhöfen. Mit der vom Baureferat (Gartenbau) realisierten Maßnahme setzt die Stadtverwaltung einen Stadtratsbeschluss aus dem Jahr 2022 um, der klimaangepasstes Bauen, Bildung für nachhaltige Entwicklung und kindgerechte Spiel- und Bewegungsräume gleichermaßen in den Blick nimmt.
Durch die Entsiegelung und Begrünung des Pausenhofes entstehen Lebensräume für Pflanzen und Tiere, die den Schüler*innen das unmittelbare Erleben von ökologischen Zusammenhängen ermöglicht und sie zum Erkunden einlädt. Schattenspendende Bäume steigern die Aufenthaltsqualität auf dem Pausenhof und reduzieren Hitzeinseln im Quartier. Neben Rückzugsbereichen und Orten für kreatives Spielen sorgt der Pausenhof durch Kletter- und Balancierelemente aus Holz, kleine Hügel und Wasserstellen für vielseitige Bewegungsanreize.
Kinder und Lehrkräfte der Schulen an der Guardinistraße waren aktiv in die naturnahe Umgestaltung einbezogen. Ihre Ideen und Wünsche flossen in die Planung mit ein. So werden einzelne Klassen Patenschaften für Beete übernehmen, Hochbeete gestalten oder Insekten und Pflanzen im Wandel der Jahreszeiten beobachten.
Hinter der Maßnahme steht die Überzeugung, dass Kinder naturnahe Erfahrungsräume dort brauchen, wo sie täglich lernen, spielen und wachsen – nicht nur in Parks. Daher wird die Stadt in den kommenden Jahren weitere Schulstandorte nach diesem Vorbild entwickeln. Schon jetzt fließen Elemente der naturnahen Pausenhofgestaltung in die Planung aktueller Neu- oder Erweiterungsbauten von Schulen ein.
Die Gesamtprojektkosten für die naturnahe Umgestaltung des Pausenhofs Guardinistraße betragen 1,9 Millionen Euro. Etwa ein Drittel trägt der Freistaat Bayern als Investitionskostenförderung.

Eröffnung des Pausenhofs mit (v.l.) Florian Hochstätter, Hauptabteilungsleiter Gartenbau, Bürgermeisterin Verena Dietl, Stadtschulrat Florian Kraus, Roswitha Stegbauer, Rektorin der Grundschule, und (hinten) Dr. Renate Unterberg, Vorsitzende des Bezirksausschusses Hadern, und Gabriele Orsollek, Rektorin der Mittelschule. (Foto: Michaela Stache/RBS)
Bürgermeisterin Verena Dietl: „Pausenflächen spielen eine zentrale Rolle im Schulalltag, da sie Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit bieten, zwischen den Unterrichtseinheiten abzuschalten und neue Energie zu tanken. Besonders an heißen Tagen jedoch wirken versiegelte, asphaltierte Flächen wenig einladend zum Verweilen oder Spielen. Mit dem Konzept zur naturnahen Umgestaltung von Schulhöfen und der erfolgreichen Umsetzung des Pilotprojekts an der Guardinistraße ist der Landeshauptstadt München ein bedeutender Schritt gelungen. Entstanden sind kühle Rückzugsorte, die sowohl von Schülerrinnen und Schülern als auch von Lehrkräften gerne genutzt werden. So leisten wir einen konkreten Beitrag zu einem angenehmeren Lern- und Arbeitsumfeld an unseren Schulen.“
Stadtschulrat Florian Kraus: „Der naturnah umgestaltete Pausenhof steigert nicht nur die Aufenthaltsqualität für die Schulfamilien erheblich, er schafft vielfältige Zugänge zum Naturerleben und -verstehen. Hier gibt es BNE zum Anfassen – Tag für Tag, zu jeder Jahreszeit und immer anregend für die Kinder und Jugendlichen. Dies macht nicht nur die Natur, sondern auch die Jahreszeiten erlebbarer und ermöglicht somit auch ein pädagogi- sches Konzept, welches den Pausenhof aktiv miteinbezieht. Das wird das Handeln der Schüler*innen in der Guardinistraße nachhaltig prägen.“ Florian Hochstätter, Hauptabteilungsleiter Gartenbau im Baureferat: „Es ist uns ein Anliegen, dass Kindern in ihrer täglichen Umgebung Naturerleben möglich ist und ihnen kühle Orte im Sommer zur Verfügung stehen. Der neue Pausenhof ist ein Musterbeispiel für stadtklimatisch und ökologisch wirksame Planung. Die Entsiegelung und Begrünung reduziert Hitze, ermöglicht Wasserrückhalt und verbessert so das Mikroklima und fördert die Biodiversität. Mit viel Liebe zum Detail, fachlicher Sorgfalt und in enger Zusammenarbeit mit der Schulfamilie haben wir einen Ort entstehen lassen, der Natur und Schule auf besondere Weise verbindet.“
Rektorin Roswitha Stegbauer, Grundschule Guardinistraße: „Durch die naturnahe Umgestaltung ist ein lebendiger Lern- und Lebensraum entstanden. Wo vorher grauer Asphalt dominierend war, ist jetzt ein kleines Paradies gewachsen – mit Sträuchern, Naturmaterialien, Holz, Stein und viel Freiraum für kindliche Neugier. Für uns als Grundschule ist dieser neue, naturnah gestaltete Pausenhof ein Meilenstein – ein Ort, an dem Bildung nicht nur im Klassenzimmer geschieht, sondern im freien Spiel, im Staunen, im Miteinander. Mein herzlicher Dank gilt allen, die mit Weitsicht, Engagement und Begeisterung dieses wunderbare Umfeld geschaffen haben. Es ist ein echtes Geschenk für unsere Schulgemeinschaft – im Sinne unserer Kinder und einer naturnahen Zukunft.“
Rektorin Gabriele Orsolleck, Mittelschule Guardinistraße: „Es war für die Schulgemeinschaft eine wunderbare Erfahrung von Anfang an mit in den Planungs- und Entstehungsprozess für den naturnahen Pausenhof eingebunden zu sein. Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 1 bis10 durften in Kunstprojekten, Gesprächen und dem Schülerparlament der Mittelschule ihre Wünsche und Ideen für ‚ihren‘ neuen Pausenhof mit einbringen. Sie fühlten sich gehört und ernst genommen und konnten hautnah erleben, dass viele ihrer Ideen auch genauso umgesetzt wurden. Wir alle konnten den Entstehungsprozess mitverfolgen und dann mit riesiger Freude den neuen Pausenhof mit Leben erfüllen. Wir Lehrkräfte waren sehr überrascht mitzuerleben, was ein so schöner und nach den Wünschen und Bedürfnissen der Kinder gestalteter Ort mit der Gemeinschaft macht: Die Pausen sind viel ruhiger, Konflikte haben abgenommen und die Kinder sind deutlich ausgeglichener nach den Pausen. Die Schulgemeinschaft der Guardinistraße dankt für dieses wunderbare ‚Geschenk‘ an unsere Kinder und Jugendlichen, das hoffentlich viele Generationen von Schülerinnen und Schülern erfreuen wird.“